PCGH damals und heute: 25 Jahre Hardware-Leidenschaft
25 Jahre PC Games Hardware: Von 56 kbit/s bis Gigabit - was geblieben ist, was sich verändert hat, und warum sich Technik immer wiederholt.
In diesem Artikel
- Seite 1 PCGH 11/2000: Mein erster Blick in die Ur-Ausgabe
- Seite 2 Als 56 kbit/s der Heilige Gral waren
- Seite 3 PCGH Retro-Test: Doom 3, GeForce2 Ultra und der Kupferkult
- Seite 4 PCGH 2000 im Rückblick: Voodoo5, Pentium 4 und 3dfx-Mythen
- Seite 5 PCGH damals und heute: 25 Jahre Hardware-Leidenschaft
- Seite 6 Bildergalerie
Und als wäre das alles nicht schon genug Retro-Gold, landet man am Ende des Hefts bei einem Overclocking-Special zur Geforce 256. Titel: "Feuer frei: Aus Geforce 1 mach Geforce 2!" - und ich schwöre, das liest sich, als wäre Overclocking damals noch eine Art Magie gewesen. Da wird gebohrt, geschraubt, geboxt und gekühlt, als hätte jemand Hardware-Bastelei mit Heimwerken verwechselt. Schrauben, Bohrer, Wärmeleitpaste, Teppichmesser, das alles unter der Überschrift "Praxis". Und das Beste: Das Tool zum Übertakten gibt es natürlich auf der Heft-CD. Ich wäre vermutlich schon beim Punkt Bohrmaschine ausgestiegen. Ganz ehrlich: Ich hätte damals viel zu viel Angst gehabt, etwas kaputtzumachen. Ich frage mich wirklich, ob das die Leser damals tatsächlich gemacht haben. Haben manche ihre Grafikkarte wirklich aufgebohrt, nur um fünf Prozent mehr Leistung herauszuholen?
Am Ende wartet das Gewinnspiel. Ein Asus-Notebook im Wert von 5.800 Mark mit Pentium III, 128 MiB RAM und einem DVD-Laufwerk. Laut Heft mit einer Akkulaufzeit von dreieinhalb Stunden. Dreieinhalb! Das war im Jahr 2000 ein echtes Verkaufsargument, und ehrlich gesagt klingt das gar nicht so schlecht. Manche Gaming-Notebooks schaffen heute kaum mehr, bevor sie in den Energiesparmodus flüchten oder anfangen zu röhren wie ein Staubsauger auf Koffein. Fortschritt ist eben manchmal eine Frage der Perspektive.
Quelle: PCGH
Bei dem Gewinnspiel aus der Erstausgabe konnten Leser ein Asus-Notebook gewinnen.
So viel hat sich nicht geändert
Nach knapp 150 Seiten stelle ich fest: Als Kind habe ich die alten PCGH-Hefte durchgeblättert, ohne zu begreifen, was da stand. Heute schreibe ich selbst, aber so viel hat sich gar nicht verändert. Ich würde auch heute nicht mit Teppichmesser oder Bohrmaschine übertakten. Wir reden immer noch über Kühler, Taktraten und Fps, nur die Zahlen sind größer geworden. Statt 56 kbit/s diskutieren wir heute über Gigabit-Leitungen, und trotzdem beschwert sich jeder, wenn der Download mal ein paar Sekunden länger dauert. Früher war es das Modem, heute ist es der Server. Auch 25 Jahre später gibt es wieder ein PCGH-Gewinnspiel.
Und die großen Themen sind geblieben. Damals ging es um Creative gegen Aureal, heute heißt es AMD gegen Nvidia oder Intel gegen Apple. Die Namen wechseln, die Grabenkämpfe bleiben. Und immer noch gibt es die gleiche Leidenschaft in den Kommentaren, dieses "Team Rot"-gegen-"Team Grün"-Gefühl, das halb Technik, halb Religion ist. Selbst das Heft hat sich im Kern nicht verändert. Es geht immer noch darum, Hardware zu verstehen, nicht nur zu benutzen. Die Mischung aus Begeisterung und Skepsis, dieser ewige Balanceakt zwischen Nerdtum und Pragmatismus, zieht sich bis heute durch jede Seite. Ich klappe das alte Heft zu und habe das Gefühl, nicht nur in der Vergangenheit geblättert, sondern auch ein Stück Gegenwart gesehen zu haben. Nur dass heute niemand mehr versehentlich eine PC Games Hardware statt der PC Games kauft.



[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Danke an [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Sehr unterhaltsam [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] .
Gruß,
Phil
Danke an [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]