Fressen oder gefressen werden: Die 26 größten und spannendsten Übernahmen der IT-Geschichte
Firmen haben sich schon immer einander einverleibt. In der sich rasch entwickelnden IT-Branche scheint dieser Trieb jedoch besonders ausgeprägt. Wir haben 26 Übernahme-Highlights aus der IT-Branche zusammengefasst.
Nichts hält in der IT-Branche ewig. Einige Produkte gehören schon nach wenigen Monaten zum alten Eisen. Binnen kürzester Zeit können völlig neue Produktzweige entstehen, die im nächsten Moment wieder verschwinden oder andere verdrängen. Manchmal scheint der richtige Riecher wichtiger als ein langfristiges Konzept. Da wundert es kaum, dass in der IT-Branche schon so manches Urgestein an einen Mitbewerber wanderte. Darunter Firmen, die lange Zeit selbst als Marktführer auf ihrem Gebiet tätig waren. Exemplarisch sei hier IBM genannt - der Erfinder des heute als PC bekannten Heimrechners. Der Konzern ist zwar noch heute aktiv, verkaufte aber schon im Jahr 2004 seine PC-Sparte an den chinesischen Konkurrenten Lenovo. Die Zukunft gehöre dem mobilen Sektor, begründete das Traditionsunternehmen seinerzeit den Ausstieg aus dem PC-Geschäft.
Älteren PCGH-Leser sitzt der Niedergang des einstigen 3D-Grafikkartenmarktführers 3dfx noch in den Knochen. Waren deren Voodoos in den 90er Jahren oft erste Wahl unter Computerspielern, brachten Verzögerungen bei der Voodoo 3-Famile die Pixel-Legende erstmals ins Hintertreffen. Der auf Voodoo 4 und 5 verbaute Nachfolgechip VSA-100 konnte hingegen nur in geringen Stückzahlen produziert werden. Gegen Nvidias Geforce 2 war damit kein Boden gut zu machen. Zwar hatte man einen sehr vielversprechenden Nachfolger in der Pipeline, doch für dessen Vollendung fehlten 3dfx schlicht und ergreifend die Mittel. Da sich kein Investor für den Betrieb finden ließ, gingen Ende 2000 sämtliche Markenrechte, Chips und Patente für gerade mal 112 Millionen US-Dollar an Erzfeind Nvidia. Formal hörte 3dfx am 15.10.2002 auf zu existieren.
Finanzielle Desaster und technologische Versäumnisse sind aber nicht die einzigen Gründe für eine Übernahme. Manchmal zeigen Konzerne einfach nur Interesse an der Technologie des Konkurrenten oder sind der Meinung, man könnte sich gegenseitig hervorragend ergänzen. Derartige Motive dürften 2006 auch AMD verleitet haben, den Grafikkarten-Entwickler ATI seinem Unternehmen hinzuzufügen. Inzwischen trägt diese Zusammenarbeit in der erfolgreichen Fusion von GPU und CPU Früchte. An der Richtigkeit der Entscheidung scheiden sich aber noch heute die Geister. So hatte AMD auch angesichts der hohen Übernahmekosten von 5,4 Milliarden US-Dollar in den folgenden Jahren mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Im Endeffekt musste AMD seine Chipproduktion auslagern, die sich inzwischen im Vollbesitz arabischer Investoren befindet. Kürzlich wurde überdies bekannt, dass ATI eigentlich nur AMDs zweite Wahl gewesen war. Ursprünglich hatte man nämlich Nvidia ins Auge gefasst. Ironischerweise weist Nvidia heute zumindest auf dem Papier eine fast doppelt so hohe Marktkapitalisierung wie AMD auf.
In der Galerie: 26 Übernahme-Highlights aus der IT-Branche

Durch die ganzen Übernahmen gibt es ja kaum noch Konkurrenz auf dem Festplattenmarkt.
Eventuell noch erwähnen könnte man auch die Übernahme von NeXT durch Apple oder Skype durch Microsoft
Definitiv! Ich wollte auch gerade beide Übernahmen (Sun-Oracle und NeXt-Apple)vorschlagen. Zumal letztere ja sehr weitreichende Folgen hatte. Wer weiß ob es heute Apple überhaupt noch gäbe ohne die Rückkehr des zukünftigen iGods
Und eine wichte Sache fehlt noch. Intel kaufte 1996 war das glaub ich, den CPU Hersteller Alpha. Denn ohne Alpha währe Intel nicht da wo die jetzt währen!
Das muss so unwichtig gewesen sein, dass es niemand mitbekommen hat. Intel war jedenfalls 95 genauso Marktführer, wie 97 und das einzige, was mir zu "CPU" und "Alpha" einfallen würde, wäre der Alpha von DEC. Und dessen Technik ist bei Intel nur in den Itanic eingeflossen - bei AMD dagegen war zumindest der FSB Basis für den von Athlon und XP...
Für uns als Konsumenten sind diese Übernahmen manchmal gut, aber meistens schlecht.
Die Ageia Übernahme durch nvidia war in der Hinsicht gut, das nun mit nvidia ein großer Spieler involviert ist und der Technik damit zum Durchbruch verholfen hat, wesentlich schneller als es Ageia selber gelungen wär. Der Nachteil ist natürlich das dadurch Physx nvidia exklusiv geworden ist. Die meisten anderen Übernahmen dienten nur dem Zweck die eigene Marktstellung auszubauen und damit mehr Einfluss auf die Preisbildung zu nehmen.