PCGH-Retro, 15. Oktober [Quelle: siehe Bildergalerie]
… 2002: 3dfx, bereits finanziell angeschlagen, gelang es im Frühjahr 2000, sich den bei der Xbox-Ausschreibung leer ausgegangenen
3D-Chipentwickler "Gigapixel" mit einem 190 Millionen Dollar schweren Aktientausch einzuverleiben. Damit wurde die ausgedünnte Entwicklungsabteilung um 40 hochkarätige Ingenieure aufgestockt. Ambitionierte Pläne für die Zukunft (Multichip mit Tile Based Defered Rendering) ließen manche Spielerherzen bereits höher schlagen.
Derweil wurden die Quartalszahlen von 3dfx immer roter. 12 Millionen Verlust im ersten Quartal, 100 Millionen im zweiten Quartal, 180 Millionen im dritten Quartal: Die liquiden Mittel von 3dfx und Gigapixel waren im Nu erschöpft. Angesichts der miesen Bilanz war kein Geldgeber zu finden, der das Unternehmen sanieren wollte. Folgerichtig begab sich die Firma am Ende 2000 unter Gläubigerschutz nach Chapter 11, der Insolvenz nach US-Recht. Das Management von 3dfx sah allerdings keine bessere Lösung, als sämtliche Markenrechte, Chips und Patente zum Schnäppchenpreis von 112 Millionen US-Dollar an den Erzrivalen Nvidia zu verkaufen und die Liquidation der Firma einzuleiten. "Es gab einfach keine andere Wahl", gab Gary Tarolli zu Protokoll. Das Ende von 3dfx wurde formal am 15.10.2002 eingeläutet, der Bankrott war damit auch juristisch abgeschlossen.
Dabei stand 3dfx Ende 2000 kurz vor der Einführung ihrer lange erwarteten, komplett neuen Chipgeneration. Die von ehemaligen 3dfx-Mitarbeitern an die Öffentlichkeit getragenen Spezifikationen und Leistungseckdaten zeichneten ein sehr viel versprechendes Bild. Mit vier Renderingpipelines, 52-Bit-Rendering (intern), Pixel Shader 1.0, achtfachem Multitexturing, "gestreutem" (Sparse Grid) 4X-Multisampling und einem 16:1 anisotropen Filter waren die Voraussetzungen erfüllt, die Technik-Krone wieder zu übernehmen. Für flotte Geometriebeschleunigung sollte ein leistungsfähiger externer Vertex- und Curved Surfaces-Prozessor ("SAGE") mit einer Rohleistung von 150 Millionen Dreiecken pro Sekunde sorgen. Im Multichip-Doppelbetrieb hätten "Rampage"-Prozessoren bei 250 MHz eine Rohleistung von 2000 MPixel/s (resp. 2000 MTexel/s) erreicht und damit gute Chancen gehabt, Nvidias zu dem Zeitpunkt stark verspäteten Geforce3-Chip (800 MPix/s, 1600 MTex/s) zu übertrumpfen. Aber all das bleibt Geschichte.
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Software-Overclocker
11.12.2011 17:33
Habe noch ein paar voodoo 5 5500 agp
Kabelverknoter
11.12.2011 16:59
Ich hab auch noch ne Voodo 3 2000 AGP läuft heute noch in einem alten Rechner mit Win98
PC-Selbstbauer
23.10.2011 12:39
Das Problem waren weniger die Produkte, sondern das intensive Verschleudern von Kohle für Marketing und die Umstellung der Kartenproduktion (3Dfx hat zum Schluss die Karten nur noch selbst gefertigt - obwohl es hier auch Ausnahmen gibt, siehe z.B. die Evilking 4 von Power Color). Ob der Verkauf der VSA 100 Karten die Zeit finanziell hätte überbrücken können bis der Rampage released worden wäre (klammert man mal die Managementfehler aus), ist heute spekulativ.