Wie ein PC-Taxi-Simulator in echt? Bald ist ferngelenktes Fahren in Deutschland erlaubt

7
News Alexander Pensler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wie ein PC-Taxi-Simulator in echt? Bald ist ferngelenktes Fahren in Deutschland erlaubt
Quelle: Vay/Youtube

Ab dem ersten Dezember 2025 dürfen Fahrzeuge auf öffentlichen, deutschen Straßen aus der Ferne bedient werden. Der Arbeitsplatz für Fahrer des Berliner Unternehmens Vay sieht dabei aus wie ein Simulations-Rig von PC-Spielern.

Deutsche Gesetze und Verordnungen haben gerne etwas sperrige Namen - da macht die StVFernLV (Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung) keine Ausnahme. Diese Verordnung gilt ab dem 1. Dezember 2025 und erlaubt das Steuern von Fahrzeugen wie Autos aus der Ferne, der Gesetzgeber nennt das "Teleoperation". Für PC-Spieler besonders interessant wirkt der Arbeitsplatz der Fahrer des Fernlenk-Unternehmens Vay - denn der erinnert an ein Sim-Racing-Rig.

Remote-Fahrer sitzen vor Setup mit zahlreichen Bildschirmen

Dabei sitzt der Remote-Fahrer Bartek Sztendel während seiner Tätigkeit für Vay in einem Ledersessel. Direkt vor ihm drei Bildschirme, zudem rechts ein Info-Display mit Fahrzeug-Details und links ein roter Knopf für einen sofortigen Not-Stopp. Kunden werden mittels Vay-App ein Elektroauto bestellen können, wobei der Betrieb hierzulande derzeit nur auf dem stillgelegten Flughafengelände Berlin-Tegel stattfindet. In Las Vegas in den USA unterhält Vay allerdings bereits eine Fahrzeugflotte an ferngelenkten Autos.

Denn die amerikanischen Gesetze ermöglichten nicht nur selbstfahrende Autos wie Waymo oder Cruise sie unterhalten, sondern auch den Betrieb von ferngelenkten Fahrzeugen. Das ändert sich allerdings am 1. Dezember dieses Jahres - dank der eingangs erwähnten, neuen Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung. Zunächst soll Vay das Buchen von E-Autos per App des Unternehmens ermöglichen - und das bei einem Preis, der halb so hoch ist wie die aktuellen Kosten für Car-Sharing, wie Vay angibt.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Rennspiele erleichtern Einstieg als "Teleoperator"

Fernlenk-Fahrer Bartek Sztendel gibt dabei an, dass gerade seine Gaming-Erfahrung durch Rennspiele ihm die Einstiegsphase als Remote-Fahrer bei Vay erleichtert hat. Allerdings ist die Rennspiel-Erfahrung nicht so wichtig gewesen wie "die Fähigkeit, ruhig zu bleiben und ein genaues Gefühl für Sicherheit und Verantwortung zu besitzen", wie Sztendel zugibt (via The Guardian).

Was sagen Sie zu der neuen Gesetzgebung, die ferngelenkte Fahrzeuge ab dem 1. Dezember 2025 erlaubt? Und wie finden Sie den Aufbau der Fernlenk-Fahrer von Vay, der an ein Sim-Racing-Rig erinnert? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit! Beachten Sie beim Kommentieren bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns zusätzlich gerne auf Whatsapp und X. Unsere Videoinhalte finden Sie auf Youtube, Instagram und Tiktok.

Quellen: Vay via The Guardian, Bundesministerium für Verkehr

7
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat

        Was sagen Sie zu der neuen Gesetzgebung, die ferngelenkte Fahrzeuge ab dem 1. Dezember 2025 erlaubt?
        Nicht gut.
        Dann lieber ein autonomes Auto mit einer lokalen Steuerung.
        Ich setz mich doch auch nicht ins Auto und benutze anstatt Lenkrad und Pedale das Handy per Bluetooth zur Steuerung.
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat

        Was sagen Sie zu der neuen Gesetzgebung, die ferngelenkte Fahrzeuge ab dem 1. Dezember 2025 erlaubt?
        Nicht gut.
        Dann lieber ein autonomes Auto mit einer lokalen Steuerung.
        Ich setz mich doch auch nicht ins Auto und benutze anstatt Lenkrad und Pedale das Handy per Bluetooth zur Steuerung.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        "Nicht mehr weit"?
        Waymo, die als führend auf dem Weg zum autonomen Fahren gelten, veröffentlichen leider nur grobe Zahlen zu den nötigen Eingriffen, nutzten dafür aber genau solche Techniken. Vorfälle wie der weitestgehende Ausfall der gesammten Flotte im San Franciscoer Nebel legen nahe, dass selbst bei leicht widrigen Bedingungen noch ganz erheblicher Eingriffbedarf besteht. Wir sind aktuell noch ein gutes Stück von echter Level-4-Autonomie, also dem autonomen Fahren innerhalb begrenzter Gebiete, entfernt. Das ist der Stand 30 Jahre nachdem VaMP mehr-als-Level-3-Autonomie auf Autobahnen demonstriert hat. Die verbleibende Entwicklung zu voller Level-5-Autonomie, die ohne Fallback auskommt, dürfte doppelt bis dreimal so weit sein.

        In der Version von Vay spart die Technik übrigens massiv Personalkosten: Es handelt sich, wie schon geschrieben, um ein Mietwagenangebot mit Hol- und Bring-Service. Das heißt ein Großteil der gefahrenen Strecke wird ohnehin vom Kunden in Eigenregie zurückgelegt, der Remote-Fahrer übernimmt nur relativ kurze Strecken. Und dank der aufwendigen Technik ausschließlich diese, während er bei einer herkömmlichen Umsetzung erst mit ÖPNV und/oder Klapp-Roller zum Auto und dann vom Kunden wieder zurück zu einer Warteposition müsste. Eine derartige analoge Umsetzung würde den Zeitaufwand vervielfachen selbst wenn man mehrere Wartestationen unterhält (mit dann teilweise komplett nutzlosen Fahrern), um ein großes Gebiet abzudecken.

        Durchaus möglich, dass Vay 90 Prozent Fahrerkapazitäten einsparen kann; meinem Wissen nach wird vergleichbarer Service außerhalb des absoluten Premium-Segments aber überhaupt nicht angeboten. Wenn für Multimedia und Assistenzsysteme (sowie zum Ausgleich immer kleinerer Fenster und immer höherer Seitenlinien) die Sensor- und Datentechnik künftig ohnehin verbaut ist, könnte das durchaus ein lukratives Geschäftsmodell werden. Noch ist man halt Start-Up.
      • Von RAZORLIGHT Software-Overclocker(in)
        Solange da keiner sitzt der meint er Spiele GTA...
        Ob es da ein Sicherheitsystem gibt, das den Faktor Mensch in Betracht zieht?
        Was ist bei Verbindungsabbrüchen?
      • Von ShyBell Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Halte ich für Unfug und eine technologische Sackgasse.
        Wir sind nicht mehr weit von autonomen Fahren im Alltag entfernt, wozu dann ein System entwickeln, welches das Schlechteste aus beiden Welten hat?
        1. Hohe Personalkosten, weil ein Mensch steuert.
        2. Viel kostenintensive Technik. (im Vergleich zum herkömmlichen Taxi)
        3. Netzwerkkommunikation als Basis in einem Land, welches für sein schlechtes Netz bekannt ist.
        4. Überhaupt IT-Investition in Deutschland, dem Land dass sich politisch selbst zerstört.

        Sorry, wem ich hier zu pessimistisch bin, aber wer hier investiert, kann auch genauso gut ins Casino geht. Da besteht immerhin noch die Chance, dass man nicht verliert, wenn man rechtzeitig aussteigt.
      • Von Lightbird Schraubenverwechsler(in)
        Mögliche News: Eltern verlassen kurz den Arbeitsplatz im Home-Office und ihr Kind verwechselt echtes, ferngelenktes Auto mit Rennspiel
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk