Neue USB-Geräte: USB 2.0
Im Duell der universellen Schnittstellen liefern sich Firewire und USB 2.0 ein heißes Gefecht. Der USB-Nachfolger steht pünktlich zum Weihnachtsgeschäft vor der Tür - dank Intel mit großer Unterstützung der Industrie.
ReADY FOR USB 2.0 Der USB-Controller für die ICH4-Southbridge wird von NEC hergestellt und bietet vier Anschlüsse.
Mit einem Datendurchsatz von 480 Megabit pro Sekunde ist die neue USB-Variante 40-mal schneller als USB 1.1; auch Rivale Firewire (400 Megabit pro Sekunde) wird überholt. Beide Schnittstellen sind voll kompatibel: Ein älterer USB-Scanner kann problemlos an einem USB-2.0-Controller betrieben werden. Auch das als "Hotplugging" bekannte Anschließen von Geräten, während der PC läuft, ist weiterhin möglich. Anfang 2002 wird mit ersten Chipsätzen gerechnet, die USB 2.0 unterstützen. So wird die neue ICH4-Southbridge von Intel nach unseren Informationen einen integrierten USB-2.0-Controller haben. Der Baustein wird vermutlich auf allen kommen-den Intel-Chipsätzen verwendet. Auch VIA will noch vor dem Jahreswechsel eine entsprechende Southbridge auf den Markt werfen. Einige Mainboards (zum Beispiel MSI K7T266 Pro2 RU) besitzen einen Onboard-USB-2.0-Controller von NEC - und umgehen damit die gängigen Southbridges, die nur USB 1.1 unterstützen. Wer das Mainboard nicht tauschen möchte, kann alternativ zu einer PCI-Karte mit USB-2.0-Controller greifen. Einige Hersteller bieten so genannte "Duo Connect"-Karten an, die sogar noch eine Firewire-Schnittstelle haben. Adaptec verkauft solche Karten auf dem amerikanischen Markt für 130 Dollar. Eine USB-2.0-Karte mit vier Ports kostet ohne Firewire rund 70 Dollar.
Welche Vorteile bringt USB 2.0 für den Anwender? Durch den höheren Datendurchsatz eignet sich USB 2.0 hervorragend, um CD-Brenner oder JAZ-Laufwerke extern anzuschließen. Ein entsprechender Achtfach-CD-RW-Brenner ist beispielsweise von Plextor schon geplant und soll Ende des Jahres für 780 Mark in den Läden stehen. TDK hat bereits einen USB-CD-Brenner mit 32facher Geschwindigkeit präsentiert. Auch Scanner legen dank des hohen Datendurchsatzes deutlich zu: Ein 600-dpi-Farbscan einer DINA4-Seite ist in etwa zehn Sekunden erledigt.
Die Spezifikationen für USB 2.0 wurden bereits im April 2000 festgelegt. Zusammen mit Intel haben Microsoft, Compaq, Hewlett-Packard, Lucent, Philips und NEC an USB 2.0 gearbeitet. Dies gewährleistet eine breite Unterstützung des neuen Standards. In den nächsten Jahren werden USB 2.0 und Firewire wohl eine friedliche Koexistenz führen. Während USB durch die niedrigeren Implementierungskosten vor allem im Peripheriegerätebereich eingesetzt wird, hat sich Firewire als Schnittstelle bei Video- und professionellen Audiosystemen durchgesetzt.