Mainboard-Empfehlungsarchiv - AMD: Sockel TR4
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Mainboard-Empfehlungsarchiv - AMD: Sockel TR4

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Threadripper-Prozessoren sollten Anwender ansprechen, denen die ursprünglichen Ryzen-Achtkerner zu klein waren; betrieben wurden sie auf Sockel-TR4-Mainboards.

Threadripper-1000- und -2000-Prozessoren sind technisch betrachtet vier Ryzen-CPUs in einem Package. Bei den Modellen mit acht bis 16 Kernen sind zwei der "Zeppelin"-Chips aktiv, was doppelt so viele Speicherkanäle wie bei den Mainstream-Modellen (4 statt 2) und 60 freie PCI-Express-3.0-Lanes statt deren 20 ergibt. Die effektive Verdreifachung bei PCI-Express resultiert aus einer künstlichen Beschränkung von Ryzen, der im Sockel AM4 nur 24 von 32 vorhandenen Lanes nach außen führen kann und davon vier für den I/O-Hub verwendet. Bei den Threadripper-2000-Topmodellen sind sogar alle vier Chips und somit bis zu 32 Kerne aktiv, um die Kompatibilität zu bestehenden TR4-Mainboards und den Abstand zu den teureren Epyc-Server-Prozessoren zu waren, bleibt die Zahl der Schnittstellen aber unverändert.

Übersicht und Status der TR4-Plattform

Die Ausstattung von TR4-Platinen übertrifft auch so alle vor 2019 erschienenen Plattformen, obwohl der X399-I/O-Hub X399 mit dem eher mager ausgestatteten AM4-Modell X470 identisch ist. Üblich sind je zwei PCIe-×16- und -×8-Slots sowie dreimal M.2 mit 32 GBit/s - und all das gleichzeitig, direkt an die CPU angebunden und ohne Flaschenhälse. In der Praxis begrenzt eher das Platzangebot die Möglichkeiten, denn das riesige 4-Chip-CPU-Package verlangt nach einem eben so großen Sockel und CPUs mit bis zu 250 W Leistungsaufnahme ohne Übertaktung (!) nach angemessenen Spannungswandlern. Da wird es schwierig, auch noch die fürstliche Schnittstellenmenge auf einer ATX-Platine unterzubringen. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schnittstellen-Flut für den reinen Spiele-Betrieb keinen Vorteil darstellt und 32 Kerne einige Titel sogar behindern, sodass Threadripper für Spiele immer wieder in einen Kompatibilitätsmodus geschaltet werden muss und selbst dann selten gegen Intels Skylake-X-18-Kerner gewinnt.

Die Anwendungsleistung der Kernmonster wird dagegen nur von den 3000er-Nachfolgern (inkompatibles TRX4-Format) geschlagen und AMD behält deswegen die zweite Generation weiterhin zu niedrigen Preisen im Sortiment. Der Kühlungsbedarf bei voller Auslastung darf aber nicht unterschätzt werden - und zwar sowohl der Prozessoren selbst als auch der Mainboard-Spannungswandler. Zwar wurden per UEFI-Update alle Platinen der ersten Generation Threadripper-2000-kompatibel gemacht, bei 250 W TDP laufen viele Vertreter aber an oder über ihrem Limit. Deutlich besser schlägt sich in PCGH-Messungen MSIs MEG X399 Creation, dessen riesige Spannungswandlerphalanx aber ein selbst für TR4-Verhältnisse ungewohnt gedrängtes Slot-Layout erzwingt. In die gleiche Kerbe schlägt Asus' 2019 nachgeschobenes Zenith Extreme Alpha, das mit dem ursprünglichen, kaum für 32-Kerner geeignetem Zenith Extreme nur noch den Namen gemeinsam hat. Gigabytes 2018er-Modelle Aorus Pro und Xtreme kombinieren als Kompromiss ein geräumiges 7-Slot-Layout nach Vorbild der ersten TR4-Generation mit leicht erweiterten, bei starker Belüftung für 32-Kerner ausreichenden Spannungswandlern. Asrock hat dagegen in der zweiten Generation nur ein günstiges, explizit auf 180-W-Prozessoren beschränktes Design nachgeschoben. Für den Spieleinsatz sind diese CPUs ohnehin die angemessenere, wenn auch einem Sockel-AM4-Gen3- oder Intel-System deutlich unterlegene Wahl.

(Kein) Zukunftspotenzial Sockel TR4

Erst mit der Vorstellung der Threadripper-3000-Prozessoren wurde klar: Der Sockel TR4 hat keine Zukunft. Praktisch wurde das ursprüngliche HEDT-Marktsegment an die AM4-Topmodelle Ryzen 9 3900X und 3950X übergeben (die in Spielen weitaus schneller arbeiten); für Workstations nutzt AMD künftig den neuen Sockel TRX4. Trotz großer technischer Ähnlichkeiten sind beide Plattformen inkompatibel zueinander, der neue TRX4 zudem mangels bezahlbarer CPUs (das kleinste Modell hat bereits 24 Kerne) für Spieler noch uninteressanter als der Vorgänger.

(Alte) Kauftipps für TR4-Mainboards

Das Ergebnis unseres Vergleichstests war eindeutig: Das X399 Taichi arbeitet schneller, bootete in kürzerer Zeit, hatte im Betrieb mit einem Threadripper 1950X kühlere Spannungswandler und einen niedrigeren Stromverbrauch als alle (1.-Gen-)Konkurrenten und kostet auch noch weniger. Mit Ausnahme des Energieeffizienzvorteils liegen die Vorsprünge auf den jeweils zweitplatzierten zwar im unfühlbaren Promille-Bereich, aber das Bessere ist eben Feind des Guten und Asrocks' Konkurrenten erlauben sich jeder in mindestens einer Kategorie einen größeren Rückstand. Am X399 Taichi sind dagegen höchstens fehlende Ausstattungs-Extravaganzen zu bemängeln.

Asrock X399 Taichi: Packungsinhalt Quelle: PC Games Hardware Asrock X399 Taichi: Packungsinhalt So bietet es neben den TR4-typischen 4 Grafikkarten- und 3 M.2-Slots nur Dual-Gigabit-LAN und ac-WLAN, 2 USB-3.1- und 8 -3.0-Anschlüsse (zzgl. 4 interner 3.0), 8× SATA und einmal U.2 (shared Lanes mit einem M.2) sowie ein für TR4-Verhältnisse relativ aufgeräumtes Layout, dass auch 140-mm-CPU-Kühler erlaubt. ""Nur"???" werden Sie sich jetzt fragen und tatsächlich: Die Ausstattung der TR4-Einsteigerklasse übersteigt die Bedürfnisse nahezu aller Anwender deutlich. Nur wer einen Front-USB-3.1-Header, Onboard-Temperatursensor-Anschlüsse oder 10-GBit-LAN benötigt, sollte sich anstelle des X399 Taichi bei Asus oder Gigabyte umgucken. Eine weitere potenzielle Schwachstelle teilt sich das X399 Taichi aber mit allen andren Mainboards der ersten TR4-Generation: Die 24- und 32-Kerner mit 250 W TDP (statt 180 W) treiben die Spannungswandler und deren Kühlung schnell ans Limit.

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    • Kommentare (137)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von HardWareFresser87 BIOS-Overclocker(in)
        Ich bin gerade auf den Beitrag gestoßen und habe mir einige Beiträge hier durchgelesen. Leute, macht es euch nicht so schwer – macht es wie ich: Nehmt den zweitbesten Chipsatz mit aktuellen Schnittstellen, achtet auf den Preis, und gut ist. So mache ich es immer, und es hat bisher immer gut funktioniert.^^
      • Von HardWareFresser87 BIOS-Overclocker(in)
        Ich bin gerade auf den Beitrag gestoßen und habe mir einige Beiträge hier durchgelesen. Leute, macht es euch nicht so schwer – macht es wie ich: Nehmt den zweitbesten Chipsatz mit aktuellen Schnittstellen, achtet auf den Preis, und gut ist. So mache ich es immer, und es hat bisher immer gut funktioniert.^^
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von XeL
        Was ist eig. mit dem MSI X870E Tomahawk?

        Taucht nirgends in der Bestenliste oder Tests etc. auf - kein Wort irgendwo...auch nicht bei PCGH

        Viele vorallem Englisch-sprachige Youtuber empfehlen aber genau dieses Modell.

        Kann jemand dazu was sagen?
        Zitat von XeL
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Kannst du zum X870E TOMAHAWK von MSI was sagen?
        Weils NIRGENDS auftaucht....
        Top oder Flop?
        Man kann nicht alle Boards von jedem Hersteller testen und zumindest gegenüber uns hat MSI aktiv das auf dem Papier extrem ähnliche X870E Edge Ti gesampelt. Vermutlich gilt das auch für andere Tester im D/A/CH-Raum; PR-Abteilungen arbeiten gerne mit Fokusmodellen. Das Edge Ti ist auf alle Fälle kein Flop und könnte, je nach weiterer Preis- und Verfügbarkeitsentwicklung, auch in meine Listen aufgenommen werden. Vor allem die ausgewogene Balance zwischen M.2 und Erweiterungskarten in Kombination mit MSIs "kein USB4"-Option gefällt. Es ist aber etwas wärmer und ineffizienter als ein X870E Nova sowie in der Summe eine PCI-E-Erweiterungsmöglichkeit ärmer.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Zitat von glurak100
        Bin überrascht dass die MSI X670E Gaming Wifi nie gestestet wird. Hat viele Anschlüsse und ist eine sehr gutes Mainboard für 213€
        600er sind tot und zunehmend schlechter verfügbar. Da die Hersteller ihre EOL-Roadmaps nicht langfristig kommunizieren (vermutlich nicht einmal langfristig planen), lohnen sich die Vorbereitung von Tests nicht mehr – die Gefahr, dass frisch getestete Platinen zur oder kurz nach der Veröffentlichung nicht mehr verfügbar sind, ist einfach zu groß. Die Hälfte der 600er, die ich im neuen Wertungssystem nachgetestet habe, sind nicht mehr lieferbar und bei den anderen kündigen stärker werdende Preisschwankungen schon die Abnahme der Lagerbestände an. Im Falle von MSI konnte ich nicht einmal nachtesten, weil alle zuvor begutachteten und für empfehlenswerten 600er schon vor dem Ryzen-9000-Launch eingestellt wurden. (Das 670E Gaming war nicht darunter, das hätte ich komplett neu testen müssen. Da nehme ich aber lieber ein weiteres 800er ins Testfeld auf.)
      • Von XeL Komplett-PC-Aufrüster(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Kannst du zum X870E TOMAHAWK von MSI was sagen?
        Weils NIRGENDS auftaucht....
        Top oder Flop?
      • Von Kuhprah Software-Overclocker(in)
        Joa, die X670E sind echt schwer zu finden. Muss noch etwas testen, aber ich glaub ich hab durch den Versuch nen RAM Riegel verkehrt rum rein zu schieben da am Board was kaputt gemacht
        Aber ein neues X670E zu finden mit der Ausstattung wird schwer... eventuell einfach auf den neuen Sockel dann mal warten.
        Müsste halt wieder zwingend mit 2 LAN Anschüpssen sein... das is auch leider selten Dafür brauch ich weder irgendwelche USB3,x, noch 2,5 LAN oder WiFi und ähnliches...
      • Von glurak100 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Bin überrascht dass die MSI X670E Gaming Wifi nie gestestet wird. Hat viele Anschlüsse und ist eine sehr gutes Mainboard für 213€
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