Geschichte der Mainboards: Sockel, Kühlung und Chipsätze
Im heutigen History-Special wagt PC Games Hardware einen Blick auf die Entwicklung der Mainboards. Der Grundbaustein eines jeden Computers hat bereits eine lange Geschichte hinter sich und entwickelt sich stetig weiter.
Sockel, Kühlung und Chipsätze
Quelle: http://www.pcgameshardware.de
Abit BP6: Schon Jahre vor dem ersten SMT (Hyperthreading) und Dual-Core-Prozessoren erlaubt das Abit den Bau einer echten SMP-Maschine mit den beliebten Celeron 500.
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Der Heatpipe-Wahn beginnt: Hier ein Asus-Modell: das P5K3 Deluxe
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Mehr Leistung ist im Desktop-Segment war derzeit kaum zu erwerben: Intels D5400XS für die Skulltrail-Plattform.
Sockel
Doch auch beim schönsten Industriestandard gibt es Schwierigkeiten. 1998 entbrennt ein Streit um die zukünftige Schnittstelle für Prozessoren: Intel setzt beim neuen Pentium II auf einen Steckplatz (Slot), während AMD, Cyrix und die übrigen Prozessorhersteller am Sockel 7 festhalten und diesen einfach an ihre Chips anpassen. Heraus kommt der Super Sockel 7, der einen Bustakt bis 100 MHz erlaubt und noch bis zum Jahr 2000 häufig eingesetzt wird. Vorbei ist es damit auch mit dem einfachen Wechsel von AMD zu Intel und zurück. Die Chiphersteller gehen von nun an getrennte Wege.
Nur zwei Jahre nach dem Slot 1 kehrt Intel 1999 mit dem Pentium III zum Sockel zurück, AMD setzt dagegen beim Athlon auf eine eigene Verbindung - den Slot A -, wird aber wenig später ebenfalls wieder einen Sockel verwenden. AMD und Intel werden keine universalen Sockel mehr anbieten und so stellt sich für den Kunden gleich zu beginn die Glaubensfrage. Durch die Integration des Speichercontrollers in die CPU, wurde die Situation noch verschärft. Momentan gibt es gleich mehrere Sockel für aktuelle Prozessoren.
Aktuell verschreckt Intel mit seiner Sockel-Politik potenzielle Aufrüster. Sockel 1366 für High-End, 1156 für den Rest. Lang gehalten hat letzterer nicht, denn jetzt gibt es 1155 und auch 1366 liegt schon im Sterben. Anders als bei AMD ist bei Intel für fast jede neue CPU-Generation ein anderer Sockel und somit auch ein neues Mainboard nötig. Wer hingegen ein Board mit AMDs Sockel AM2+ gekauft hat, konnte auch die mehrere Generationen bedienen. Um den Sockel AM3 ranken sich hauptsächlich Gerüchte. Bulldozer kommt wohl mit AM3 klar, doch das volle Feature-Set gibt es nur mit AM3+.
Kühlung
Eine optisch besonders auffällige Entwicklung bei Mainboards sind die verwendeten Kühllösungen für Chips. Suchte man bei AT-Mainboards vergebens nach Kühlkörpern oder gar Heatpipes, so bieten aktuelle Modelle Konstruktionen, mit denen vor 15 Jahren ein ganzes System hätte gekühlt werden können. Erste passive und eher kleine Kühlkörper fanden sich auf Mainboards für den Pentium 3. VIA ließ die Northbridge des Apollo-Pro-Chipsatzes mit einem solchen versehen. Durch die gestiegene Leistung der Chips stieg auch entsprechend die erzeugte Abwärme, die abgeführt werden musste. Im Rahmen dessen entwickelten sich immer größere Kühllösungen für die Chips auf dem Mainboard, die Teils sogar aktiv belüftet werden mussten. Vor allem Nforce-Chipsätze mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, etwas hitzköpfig zu sein. Aktuell geht der Trend jedoch wieder zurück zu eher überschaubaren Kühlkörpern. Dafür werden auf High-End-Mainboards nun vermehrt auch andere Teile, wie die Spannungsversorgung, gekühlt.So nutzen manche Top-Boards (siehe Bild rechts) eine Heatpipe für die Spannungswandler-Kühler, der eigentliche Mainboard-Chip muss aber ohne Heatpipe auskommen.
Quelle: PCGH
Gigabyte Z68X-UD7-B3: Eine Heatpipe gibt es nur bei den Spannungswandlern, aber nicht auf dem Kühler für den Mainboard-Chip.
Vor allem was die Kühlung angeht, sollte der Nachfolger des ATX-Formates - das BTX-Format - Verbesserungen bringen. Die Komponenten wurden am Mainboard so angeordnet, dass eine bessere Kühlung erreicht werden sollte. Der Erfolg blieb jedoch aus. Zwar war BTX in einigen Komplettsystemen von Dell und Apple zu finden, aber beim Kauf von Einzelkomponenten spielt der Formfaktor keine große Rolle und blieb in den Händlerregalen liegen. 2006 verschwand der Formfaktor wieder vom Markt. AMD versucht sich zwischenzeitlich mit einem weiteren Formfaktor, der den Namen DTX trägt, kann aber auch hier keine Erfolge verbuchen.
Chipsätze
Ebenso wie die Hauptplatine selbst haben auch die Chipsätze eine lange Entwicklung hinter sich. Bei sehr alten Mainboards finden sich mehrere Chips, die alle eine einzelne Aufgabe übernehmen. Im Zuge des Fortschritts setzte sich die Kombination aus North- und Southbridge mehrheitlich durch. Durch die Integration des Speichercontrollers bei AMDs Athlon-Prozessor und Intels Core i7sind auch Single-Chip-Designs möglich, bei dem ein Chip alle anfallenden Aufgaben übernimmt. Dank immer komplexerer Super-IO-Chips übernehmen diese immer mehr Aufgaben.
Nette Anekdote aus dem Bereich Chipsatz-Pannen: 1998 erscheint Intels 440BX-Chipsatz, der wegen seiner überragenden Geschwindigkeit und Stabilität zur Legende wird. Zur langen Lebensdauer des Chipsatzes trägt auch Intel unfreiwillig bei: Der Chiphersteller patzt beim als Nachfolger vorgesehenen 820-Chipsatz, der nur mit teurem Rambus-Speicher zusammenarbeitet. Zudem bekommt Intel die Stabilität nicht in den Griff und muss den Start des 820 wieder und wieder verschieben. Peinlich für Intel war auch ein Bug in der ersten Revision (B2) der Mainboard-Chips P67 und H67. Dieser konnte dafür sorgen, dass nach einer gewissen Zeit die SATA-3Gb/s-Ports nicht mehr funktionierten - Anwender sprachen vom "Satagate"-Skandal (in Anlehnung an die Watergate-Affäre). Alle entsprechenden Boards mit Chips in der Revision B2 konnten umgetauscht werden. Wenige Wochen später waren erste Boards mit der fehlerfreien Chip-Version B3 erhältlich.
28 Jahre nach dem Ur-PC von IBM erinnert auf aktuellen Mainboards nichts mehr an die schlichten Bretter von einst: Statt ISA- werden PCI- und PCI-Express-Steckplätze verwendet, Sound-, LAN-, Firewire-, USB-Controller sind in den Chipsatz integriert oder auf der Platine untergebracht. Die alten Keramikwiderstände wurden durch SMD-Widerstände ersetzt, Prozessoren, Speicher, BIOS-Chips und sogar die BIOS-Batterie können getauscht werden. Außerdem muss das Ganze noch gescheit aussehen und das Layout will wohl durchdacht sein. Um die unscheinbaren Bretter hat sich eine ganze Industrie gebildet, doch das Grundprinzip ist gleich geblieben: Wie beim Ur-PC 1981 lassen sich auch aktuelle Rechner mit neuen Karten aufrüsten – wovon nicht zuletzt die Spieler profitieren.

Echt Cooler Artikel!
nä, quatsch, ist kein Sony - is ausem MAC
http://img.iwascoding.com...
Aber das mit dem R2D2 fand ich auch toll!
MfG kampfschaaaf