Von Mutterbrettern bis UEFI: Die spannende Entwicklung der Mainboards
Im heutigen History-Special wagt PC Games Hardware einen Blick auf die Entwicklung der Mainboards. Der Grundbaustein eines jeden Computers hat bereits eine lange Geschichte hinter sich und entwickelt sich stetig weiter.
Die etwas älteren Leser können sich eventuell noch an die kleinen Bretter aus 386er-Zeiten erinnern, die im Vergleich zu heute eher mager ausgestattet waren. Selbst der Controller für Laufwerke musste per ISA-Karte nachgerüstet werden. Oft wurde der der Hauptprozessor zu dieser Zeit verlötet, was beim Austausch einen Mainboard-Wechsel verlangte.
Mainboards: Trend heute
Der Trend der letzten Jahre bei Mainboards sieht da deutlich anders aus. Neben der permanenten Modernisierung durch neu eingeführte Standards platzieren die Hersteller immer mehr Komponenten, die früher in einem Erweiterungssteckplatz untergebracht waren, direkt auf der Hauptplatine. Um sich von der Konkurrenz abzuheben und die unterschiedlichen Bedürfnisse zu befriedigen, bieten die Hersteller heute eine ganze Armada von Funktionen, verschiedene Kühllösungen, OC-Optionen im BIOS und herstellerspezifische Features. Der Trend zu ausufernden Heatpipe-Konstruktionen lässt aber nach, was den meisten Lesern entgegen kommen dürfte. Schließlich ist die Abwärme von aktuellen Mainboard-Chips nicht mehr so hoch wie beispielsweise beim älteren Nforce 680i SLI.
Grundsätzlich integrieren die CPU-Hersteller immer mehr Funktionen in den Prozessor, die ansonsten im Mainboard-Chip untergebracht waren. So verfügen beispielsweise Sandy-Bridge-CPUs über eine Grafikeinheit, einen RAM-Controller und sogar einen PCI-Express-Controller - klassische Mainboard-Chip-Funktionen also. Mit der Einführung von Intels X48- und X58-Chipsätzen erreichen die Mainboardpreise ungeahnte Höhen. Heute ist es kein Problem mehr, für ein Mainboard 200 Euro und mehr auszugeben. Zu Pentium-4-Zeiten musste man für ein gutes Mainboard lediglich rund 130 Euro investieren und war rundum glücklich. Besser steht es hier um AMDs Plattformen, die sich deutlich freundlicher in Bezug auf den Geldbeutel geben.
Ebenfalls im Trend liegen Micro-ATX-Mainboards, die die Leistung ihrer großen Brüder bieten. Hiermit lassen sich Spiele-PCs mit kompakten Ausmaßen realisieren. Einen eigenen Bereich haben die ITX-Mainboards. Die kleinen Zwerge beherbergen meist eine Atom-CPU oder eine Fusion-APU und werden als Basis für Heimserver sowie HTPCs verwendet. Beginnen wir mit einer kleinen Zeitreise durch die Mainboard-Geschichte.
Bildergalerie
Geburtsstunde des Mainboards
Sommer 1981: Die erste Folge der US-Serie Dallas flimmert über die Mattscheiben und der englische Thronfolger Prinz Charles heiratet Prinzessin Diana. Ein weiteres Ereignis des Jahres bleibt dagegen von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, wird aber später als Meilenstein in die Technikgeschichte eingehen: Computerhersteller IBM präsentiert den "IBM-PC". Der Rechner besteht aus preiswerten Komponenten und wurde in weniger als einem Jahr zusammengeflickt - doch er ist mit rund 1.600 US-Dollar für damalige Verhältnisse außerordentlich billig, flexibel und zudem erweiterbar.
Möglich wird das durch Mainboards, die mit Steckkarten bestückt werden können. Diese erlauben es, den PC an verschiedene Einsatzgebiete und Marktsegmente anzupassen. Für die Verbindung dieser Karten hat IBM ein Bussystem ersonnen, das unter dem Namen Industry Standard Architecture vorgestellt und später als ISA bekannt werden soll. Apple hatte für den Apple II bereits einige Jahre zuvor ein ähnliches Konzept verwendet, ist mit dem Nachfolger Apple III aber aufgrund einiger Probleme bei weitem nicht so erfolgreich.
Der Hauptspeicher eines IBM-PCs, üblicherweise 16 bis 64 Kilobyte groß, wird direkt auf die Platine gelötet und kann zunächst nicht getauscht werden. Spätere Versionen der Platine kommen immerhin mit bis zu 640 Kilobyte Arbeitsspeicher auf den Markt, der zudem teils gesockelt ausgeführt wird und damit erweitert werden kann. Der Prozessor des ersten IBM-PCs ist ein mit 4,7 Megahertz getakteter 8088 von Intel, als Betriebssystem kommt DOS 1.0 von Microsoft zum Einsatz. Viele wichtige Komponenten in diesem Ur-PC werden über Steckkarten gesteuert. So benötigen Anwender selbst zum Anschluss einer Maus eine separate Controllerkarte, auf der die 9- bzw. 25-poligen seriellen Schnittstellen aufgelötet sind. Auch für den Tastaturcontroller ist eine eigene Steckkarte vorgesehen, die in einen reservierten 8-Bit-ISA-Steckplatz eingesetzt werden muss.
Weiter geht es mit Formfaktoren. Gerne möchten wir Ihnen auch für Zwischendurch den Artikel Die vielleicht schönsten Mainboards aller Zeiten empfehlen. Akutelle Kaufempfehlungen für Mainboards finden Sie hier.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass dieser Artikel ein Mehrseiter ist. Viel Spaß beim Schmökern.

Echt Cooler Artikel!
nä, quatsch, ist kein Sony - is ausem MAC
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Aber das mit dem R2D2 fand ich auch toll!
MfG kampfschaaaf