Geschichte der Mainboards: Formfaktoren und Peripherieanschlüsse
Im heutigen History-Special wagt PC Games Hardware einen Blick auf die Entwicklung der Mainboards. Der Grundbaustein eines jeden Computers hat bereits eine lange Geschichte hinter sich und entwickelt sich stetig weiter.
Formfaktoren und Peripherieanschlüsse
Quelle: IBM
IBM-PC XT 286 von 1984: 286-Mainboards erstmals mit 16-Bit-ISA-Steckplätzen
Quelle: http://www.pcgameshardware.de
Compaq 386 von 1986: Mit dem 386er setzten sich Speichersteckplätze durch.
Quelle: http://www.pcgameshardware.de
486-Platine von 1990: Der Prozessorsockel feiert 1989 Premiere.
XT-Format
Computerpionier IBM entwickelte den ersten Formfaktor, der auf den Namen XT- (Extended Technology) Faktor hörte und unter anderem im Commodore Verwendung fand. Sein Nachfolger, der AT-Formfaktor (Advanced Technology), dürfte den meisten ein Begriff sein. Mit dem IBM PC AT wurde dieses wichtige Format eingeführt. Die AT-Hauptplatinen wurden lange Zeit eingesetzt, beginnend vom 80286 über den 80386 und 80486 sowie teils auch noch beim 80586 (Pentium/Athlon).
AT-Format
Kernkomponente der AT-Platinen war der 16 Bit breite ISA-Bus. Später kamen dann auch gemischte Platinen auf den Markt. Zu Zeiten des 80486 fand man auch den VESA-Local-Bus auf solchen Hauptplatinen, in den die Grafikkarte gesteckt werden konnte. Als der PCI-Standard verabschiedet wurde, fanden sich auch solche Steckplätze auf AT-Platinen ein. Die Platinen konnten die letzte Generation der 80486- oder neuere Prozessoren tragen. Mit den Super-Sockel-7-Mainboards fand sich letztendlich auch noch der AGP-Bus auf AT-Platinen ein.
ATX-Format
Der Nachfolger des AT-Formates wurde schlicht auf den Namen ATX (Advanced Technology Extended) getauft und 1996 durch die Forcierung von Intel eingeführt. Mit der Zeit wurde das Standard-ATX-Format (305 x 244 Millimeter) durch Sonderformate ergänzt. Am bekanntesten sind Micro-ATX (244 x 244 Millimeter) für kleine Computer wie Barebones und Extended ATX (305 x 330 Millimeter), die häufig im Serverbereich aber auch (etwas schmaler) bei manchen High-End-Desktop-Boards Verwendung finden.
Mit dem ATX-Format trat auch der 32 Bit breite PCI-Bus seinen Siegeszug an und verdrängte schnell die alten Standards. 1997 stellte Intel den AGP-Bus zur Seite, der die Datenflut der neuen Grafikkarten besser bewältigen konnte. AGP arbeitet mit der doppelten Geschwindigkeit von PCI (66 Megahertz), verwendet aber weiterhin das 32 Bit breite Interface. Damit erreicht man theoretisch die doppelte Bandbreite. Die Modi AGP 2x, 4x und 8x übertragen pro Bit entsprechend mehr Daten.
Mit dem neuen ATX-Format trug man 1997 aber auch anderen Entwicklungen Rechnung. Da immer mehr Komponenten auf den Mainboards verbaut wurden, musste die Fläche vergrößert werden und auch das I/O-Panel wurde nun fest eingeführt. Bei alten AT-Mainboards wurden die Anschlüsse am Gehäuse befestigt (mit Ausnahme des DIN-Tastatur-Anschlusses) und mit Anschlüssen verkabelt.
Zum Anschluss für Maus und Tastatur wurde zunächst PS/2-Ports verwendet, die den DIN- und den COM-Port vom AT-Standard ersetzten. Auch USB machte bereits seine ersten Gehversuche. Die ersten Hauptplatinen verfügten aber meist nur über zwei Anschlüsse am I/O-Panel und im besten Fall einen Header, über den ein Bracket für die Erweiterungsplätze versorgt werden konnte.
BTX-Format
Intels Versuch, mit BTX einen weiteren Standard zu etablieren, schlug fehl. Die Intention des Chipgiganten aus Kalifornien war, die immense Abwärme der damaligen Prozessoren (Stichwort: Pentium 4) besser abzuführen. Hierzu wurden die Mainboards gedreht und einige Komponenten neu platziert, um der Abwärme besser gerecht zu werden. Jedoch konnte sich der Standard nicht durchsetzen und ist mittlerweile ausgestorben. Lediglich einige OEM-Hersteller konnten entsprechende Komplettsysteme an dem Mann oder die Frau bringen.
ITX-Format
ITX, samt Mini-, Nano- und Pico-ITX sind die neusten Mainboards-Standards im aktuellen Dschungel. Diese werden meist für Atom-Prozessoren (oder vergleichbar) und deren Infrastruktur verwendet. So lassen sich extrem kleine PC-Systeme realiesieren, die zwar nicht die Leistung der großen Formate erreiche, aber durchaus als Heimserver, Internet- und Office-PC oder Media-Station dienen fungieren können. Vor allem Via kann sich hier in Szene setzen und bietet auf diesem Format viele Systeme für die Industrie an, die platzsparend, stromsparend und passiv kühlbar sind. Die Mutter ist das Epia-System mit Eden-CPU und 533 MHz Takt. Mittlerweile sind allerdings auch zahlreiche Mini-ITX-Boards mit Sockel 1156 oder 1155 für flotte Intel-CPUs verfügbar.
Aktuelles und Ausblick
Für den normalen Desktop-PC ist auch heute noch immer der ATX-Formfaktor das Maß der Dinge. Auf den 305 x 244 Millimetern finden sich heute aktuelle PCI-Express-Slots (100 MHz Basistakt) und dank besserer und kleinerer Fertigungstechnik auch immer mehr Funktionen. Super-IO-Chips und mit mehr Features ausgestattete North- und Southbridges machen dies möglich. Aktuell zeichnet sich kein Trend zu einem neuen Format ab.
Weitere Bilder zu Formfaktoren finden Sie in der Galerie.

Echt Cooler Artikel!
nä, quatsch, ist kein Sony - is ausem MAC
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Aber das mit dem R2D2 fand ich auch toll!
MfG kampfschaaaf