AM4-Kompatibilität mit Zen 3: Die Diskussionen gehen weiter
Die Kritik an der Ankündigung, dass AMDs Zen-3-Prozessoren offiziell nur auf X570- und B550-Mainboards laufen, hält an. Mittlerweile schlagen viele aber auch einen gnädigeren Ton an und zeigen Verständnis dafür, dass nach drei Generationen Schluss ist. Unterdessen berichtet ein Youtuber: Eine Unterstützung auf älteren Boards sei zwar eingeschränkt möglich, aber schlecht fürs Geschäft.
Der AM4-Sockel wird auch nach 2020 fortbestehen. Allerdings, und das sorgte für reichlich Aufregung, soll Zen 3 nicht mehr mit älteren "Chipsätzen" wie dem beliebten B450 zusammenarbeiten. Stand jetzt sind lediglich der mit Zen 2 eingeführte X570 und der jüngst angekündigte B550 mit der nächsten Ryzen-Generation kompatibel. Viele Nutzer sind deswegen sauer. Sie dachten, dass sie wenigstens die nächste Ryzen-Generation noch mitnehmen könnten. Nach wie vor schlägt das Thema hohe Wellen, allerdings melden sich inzwischen auch immer mehr Fürsprecher zu Wort.
Ende letzter Woche erklärte AMD in einem Blog-Eintrag, dass die Flash-Speicherchips für BIOS-Einstellungen und CPU-Unterstützung Kapazitätsbeschränkungen haben. Diese Begründung nahm den Amerikanern nur nicht jeder ab. Spätestens bei den extra für Ryzen 3000 produzierten Neuauflagen von Mainboards mit 300er- und 400er-I/O-Hub sollte der Support eigentlich kein Problem sein, so das Argument einiger Kritiker. Schließlich verbaute man dort 32 statt 16 MiB große BIOS-Speicherchips. Tech Deals hat diesen Sachverhalt in einem Youtube-Video nun genauer ausgeleuchtet. Angeblich habe man bei seiner AMD-Quelle nachgebohrt, die daraufhin zu Protokoll gegeben haben soll, dass ältere Mainboards sehr wohl mit Zen 3 umgehen können.
Verwirrung soll vermieden werden
Allerdings seien laut Quelle nicht alle Platinen dazu in der Lage, sondern nur die, die auch einen ausreichend dimensionierten BIOS-Chip aufweisen. Das würde beim Kunden zu Verwirrung führen und für AMD letztlich auch verärgerte User bedeuten, so der Youtuber. Nicht bei Hardware-Nerds, aber bei der breiten Masse und die sei für fürs Geschäft wesentlich bedeutender. Alte Zöpfe würden daher ganz bewusst abgeschnitten.
Tatsächlich kam und kommt es bereits bei manch älterem Mainboard zu Einschränkungen. Mitunter steht nur noch die altmodische Schwarz-Weiß-Oberfläche im BIOS zur Verfügung, wenn man das Motherboard Ryzen-3000-kompatibel patcht. Dass bei verschiedenen Mainboards kein Platz mehr für weitere Daten bleibt, erscheint vor dem Hintergrund also nicht abwegig.
Damals bei PCI-Express 4.0
Außerdem weckt die Theorie Erinnerungen an den Ryzen-3000-Release und die Unsicherheit im Zusammenhang mit PCI-Expresss 4.0. Obwohl AMD keine Unterstützung auf älteren Mainboards in Aussicht stellte, veröffentlichten einzelne Mainboard-Anbieter kurzzeitig Beta-BIOS-Versionen, die PCI-E 4.0 über die von der CPU bereitgestellten Lanes freigaben. Heraus kamen höchst verwirrende und scheinbar auch widersprüchliche Support-Listen. Teilweise boten Boards den höheren Standard nur mit acht statt 16 Lanes, was effektiv keinen Vorteil bringt, oder lediglich auf einem M.2- statt den PCIe-Ports.
Es waren vor allem auch teurere Mainboards, bei denen sich PCI-E 4.0 nicht über ein BIOS-Update freischalten ließ. Die Möglichkeit, auf zweimal acht Lanes umzuschalten, ein mit Preisaufschlägen verbundenes Feature also, erwies sich im Nachhinein als Nachteil, weil die dahinter steckenden Zusatz-Chips PCI-E 4.0 nicht mitmachen. Kurz darauf unterband AMD PCIe 4.0 auf älteren Platinen durch ein AGESA-Update.
Mehr zum Thema: X570-Alternative AMD B550: Der neue I/O-Hub für AM4 wird deutlich aufgewertet
Aus diesem Grund begegnen viele den nun verkündeten Schnitt auch mit Gelassenheit. Reddit-Nutzer "bitekr" findet beispielsweise, dass manche die Sache als größer darstellen, als sie eigentlich ist. AMD habe nun drei Generationen berücksichtigt und wenn sie jetzt einen Cut wollen, sei das kein Beinbruch, obwohl er selber ein Gigabyte B450i im Einsatz hat. Nicht jedem gefallen solche Aussagen, allerdings kommt der Post auf der Kommentarplattform bereits auf 83 Prozent Zustimmung. Über 900 Nutzer verstiegen sich zu einer Antwort.
https://www.pcgameshardwa...
Indessen hat sich was an der B450 / X470 Front getan:
MSI adds ZEN3 support to Series 400 Chipsets, even with 16 MB BIOS
Wäre blöd, wenn für APU-Nutzer nur Zen1 auf den Brettern nutzbar ist.
Solange Vermeer gut wird und die Bios-Updates für X470 was taugen, werde ich auch zuschlagen.
Leider wird man wahrscheinlich nie erfahren, ob das jetzt auf Nutzerdruck, aus Einsicht (so verdienen sie halt wahrscheinlich einfach mehr) oder wegen MSI (die ja sonst große Probleme mit Klagen, zumindest in den USA, bekommen hätten) geschehen ist.
MFG
TJW65
Solange Vermeer gut wird und die Bios-Updates für X470 was taugen, werde ich auch zuschlagen.
Leider wird man wahrscheinlich nie erfahren, ob das jetzt auf Nutzerdruck, aus Einsicht (so verdienen sie halt wahrscheinlich einfach mehr) oder wegen MSI (die ja sonst große Probleme mit Klagen, zumindest in den USA, bekommen hätten) geschehen ist.
"Lots of research went into this piece to learn what AMD really has to deal with, which gives us all a much better perspective on the challenges beyond just making enthusiasts mad. To support this type of research, consider back-ordering a new mouse mat from our store (we sold out of the initial run in just 48 hours!): GN Wireframe Mouse Mat (36" x 12") | Desk Mouse Pad — GamersNexus Official Store
Timestamps below. Watch our initial reporting on this issue here: YouTube
TIMESTAMPS
00:00 - Recapping the Problems
01:50 - AMD Chipset Outrage
04:37 - AMD's Current Plan & DDR5 Concerns
08:21 - Most AMD CPUs Can't Even Address 32MB ROMs
17:17 - Shrinking BIOS & AGESA Loader Module
22:09 - Blank Spaces in BIOS & What They Mean
23:54 - What Motherboard Makers Think
26:52 - Enthusiast Marketshare and 32MB Saturation
28:43 - Business Motivations & Partner Trust
32:34 - "AMD Still Misled Customers & is Responsible"