Spielen unter Linux: Windows-PC ade?
Anwender, die am PC spielen wollen, müssen nicht mehr unbedingte auf Windows setzen. Freie Betriebssysteme auf Basis von Linux, sogenannte Distributionen, haben besondere dank Valve, Steam, SteamOS und Steam Deck einen deutlichen Schritt in Richtung Mainstream gemacht.
Spieler, die ihrem Hobby primär am PC nachgehen wollen, müssen nicht mehr notwendigerweise auf Microsofts Betriebssysteme Windows 10 oder Windows 11 setzen. Denn freie Betriebssysteme, sogenannte Distributionen, auf Basis des freien Betriebssystemkernels Linux, haben sich in jüngster Zeit nicht zuletzt dank der Bemühungen von Valve deutlich schneller dem Mainstream angenähert.
Valve sorgt für Rückenwind
Spätestens mit dem Release des Handheld-PCs Steam Deck, der die von AMD für Valve angepasste Custom-APU ("Aerith") mit vier Zen-2-Prozessorkernen (8 Threads) und einer RDNA-2-GPU mit 512 Shadern (8 CUs) sowie 16 GiByte LPDDR5-5500 mit SteamOS kombiniert, ist Gaming endlich auch unter Linux angekommen.
Auf das stetig weiterentwickelte hauseigenen Gaming-Betriebssystems, welches auf Arch Linux, der freien Desktop-Umgebung KDE Plasma und dem Steam-Client basiert und aktuell als SteamOS 3.4.6 Beta vorliegt, ließ Valve in den letzten 12 Monaten mehrere Optimierungen für sein Kompatibilitätswerkzeug Proton folgen.
Windows-Spiele laufen unter Linux
Proton, das auf der zu Windows kompatiblen Laufzeitumgebung Wine aufsetzt, sorgt dafür, dass mittlerweile eine riesige Zahl an nativ für Windows entwickelter Spiele völlig problemlos auch unter Linux lauffähig ist. Auch der freie Grafikstack Mesa 3D sowie der DirectX-zu-Vulkan-Übersetzer DXVK sind für das Spielen unter Linux essenziell und legen in letzter Zeit ein beachtliches Entwicklungstempo vor. Dabei sind Spieler keinesfalls auf SteamOS beschränkt, jede aktuelle Distribution eignet sich.
Was brauchen Spieler zum Spielen unter Linux?
Aber was genau brauchen Spieler, die beabsichtigen, Linux als Alternative zu Windows eine Chance zu geben? Neben einer fortlaufend aktuell gehaltenen Linux-Distribution, einem sogenannten "Rolling Release", mit aktuellen Softwarepaketen, Bibliotheken, Laufzeitumgebungen, APIs und Treibern, die allesamt mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden, nicht viel. Als stabilste Ausgangsbasis bieten sich die Betriebssysteme Manjaro, openSUSE Tumbleweed und Pop!_OS an.
Voraussetzungen für das Spielen unter Linux:
- Eine aktuelle Linux-Distribution
- Aktuelle Softwarepakete und Bibliotheken
- Eine aktuelle Version des freien Grafikstacks Mesa 3D
- Der neueste Steam-Client mit aktueller Proton-API
- Aktuelle Grafiktreiber von AMD oder Nvidia
- Die neueste Version von Wine-API
- Ein aktueller Linux-Kernel
Insbesondere der Steam-Client und die damit ausgelieferte Proton-API, der freie Grafikstack Mesa 3D, die Wine-API und der DirectX-zu-Vulkan-Übersetzer "DXVK" sollten in einer aktuellen Version vorliegen. Um neueste Hardware wie beispielsweise den AMD Ryzen 7 7800X3D oder die Nvidia Geforce RTX 4090 zu unterstützen, sollte auch ein aktueller Betriebssystemkernel mit an Bord sein.
Was geht und was geht nicht?
Speziell durch Steam Play und Proton, läuft mittlerweile eine riesige Auswahl an Spielen unter Linux. Wie der Gaming-Datenbank ProtonDB zu entnehmen ist, stuft Valve selbst mittlerweile mehr als 8.000 Spiele aus der eigenen Bibliothek als unter Linux spielbar ein. Mehr als 3.000 Spiele sind derweil bereits für das Steam Deck verifiziert. Auch Technologien wie Raytracing, DLSS und FSR werden mittlerweile unterstützt.
Quelle: ProtonDB (Screenshot: PCGH)
Die ProtonDB listet alle mit Linux kompatiblen Spiele auf
Selbst AAA-Games wie Hogwarts Legacy und Elden Ring, das unter Linux sogar eine bessere Performance zeigt als unter Windows, und der RGP-Meilenstein The Witcher 3 stellen unter Linux kein Problem mehr dar. Auch die meisten Kopierschutzmaßnahmen und Anti-Cheat-Engines wie BattleEye und EasyAntiCheat werden mittlerweile über Proton unterstützt. Nachholbedarf besteht noch bei einigen Multiplayer-Spielen.
Und wie sieht es Abseits von Steam aus?
Neben dem Steam-Client stehen auch Alternativen wie der Open-Source-Spiele-Manager Lutris zur Auswahl, der GOG und Epic Games unter Linux verfügbar macht und Spiele-Bibliotheken komfortabel verwalten kann.
Spielen unter Linux! Windows-PC ade?
Den Windows-PC als Gaming-Maschine abschreiben? Nein, das ist nicht nötig! Warum auch? Unter Windows 10 und Windows 11 lässt es sich hervorragend spielen. Linux ist aber schon heute für viele Spieler eine echte Alternative und vereint alle Vorzüge des freien Betriebssystems, wie einen hohen Datenschutz und eine besonders starke Anpassbarkeit, mit der Möglichkeit aktuelle Spiele spielen zu können.
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Microsoft hingegen versucht immer mehr aus Windows einen goldenen Käfig analog zu Apple zu machen, angefangen bei der nervigen Accountbindung, welche für den Laien nicht mehr umgangen werden kann (von unsereins, wie hier im Thread schon angesprochen, zum Glück ja schon noch). Wie man an Insider/Dev Builds ja zieht MS hier aber die Zügel immer straffer und baut ja auch immer aufdringlichere M365 Werbung ein. Mal sehen wie lange noch bis es wirklich keine Alternative mehr bei der Installation gibt, um die Accountbindung zu umgehen. Bis dahin regelt cmd via Shift+F10 oder besser noch Rufus.
Da ich schon ausreichend Linux-Erfahrung gesammelt habe und es heute einfacher denn je geworden ist, umzusteigen, kann ich mir sehr gut vorstellen MS dauerhaft den Laufpass zu geben.
Da ich immer hybrid unterwegs bin, somit neben Windows auch Linux auf meinen Rechner habe, kenne ich beide Welten.
Aber auch nicht jeder Windows Rechner lässt jedes Spiel in einer annehmbaren Qualität zu.
Da gehört schon mehr dazu.
Wie dem auch sei, in den letzten Jahren hat sich im bezug Spiele unter Linux einiges getan, ich würde sogar behaupten: DA LIEGEN WELTEN ZWISCHEN
Aber auch hier gilt ähnliches wie bei Windows. Ein schwacher Rechner kann keine Wunder erfüllen und nicht jedes Spiel ist auch unter Linux spielbar.
Auf jeden Fall glaube ich, dass sich in den nächsten Jahren noch so einiges bewegen wird.
Spielen unter Linux
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Es ist also ganz offensichtlich, dass Microsoft will, dass man sich einen Account erstellt auch, wenn sie es nicht vollständig unterbinden. Mal ganz abgesehen dass das wohl nur bei der Pro-Version funktioniert, welche Otto-Normalos wahrscheinlich eh nicht verwenden, vor allem wenn sie pre-built Rechner kaufen auf denen Windows 11 bereits vorinstalliert ist.
Und allgemein wäre ich vorsichtig mit so relativierenden Aussagen nach dem Motto "alles heiße Luft". Dass die großen Tech-Firmen ihren Nutzern die Kontrolle entreißen und sie von Online-Diensten abhängig machen wollen ist leider kein dystopischer Hirngespinst, sondern bittere Realität: https://www.weforum.org/a...
Jeder der auch nur einen Ansatz von Auffassungsvermögen besitzt, wird bereits festgestellt haben, dass sich bereits seit einigen Jahren alles in diese Richtung entwickelt. War da nicht mal vor kurzem was über Sitzheizungen per kostenpflichtigem Abo? Die Xbox One sollte ursprünglich übrigens auch ein Always-Online Gerät werden. Nur war der Aufschrei so groß dass sie einen Rückzieher von der Idee machen mussten. Das war vor 10 Jahren. Heutzutage streamen die meisten ihre Filme, Serien oder Musik, zahlen für den "GamePass" und zwar alles freiwillig (ich habe und werde niemals ein solches Abo abschließen). Hier existiert also bereits eine Abhängigkeit, die von den Leuten auch noch freiwillig hingenommen wird. Mittlerweile kann ich mir durchaus vorstellen, dass Microsoft mit einer Always-Online Xbox durchkommen würde.
Seine Festplatte verschlüsseln konnte man auch schon vor Windows 11 und zwar optional und ohne sich bevormunden zu lassen und ohne seinen Key automatisch auf einen Microsoft-Server hochladen zu lassen. Ich würde sogar sagen, dass für den Otto-Normal-Nutzer die bei Windows 11 die standardmäßig eingeschaltete Datenverschlüsselung völliger Overkill ist. Früher hat das auch keiner gebraucht. Ich habe das noch nie gebraucht. Und jeder der das aus beruflichen Gründen oder sonstigen Gründen braucht, nutzt das längst und zwar freiwillig.
Und wie gesagt, es geht Microsoft nicht darum, den Nutzern einen Gefallen zu tun und ihre Daten besser abzusichern. Es geht darum, sie an das geschlossene Microsoft-Ökosystem und die Online-Dienste zu binden. Das ist der Grund, weshalb Bitlocker standardmäßig eingeschaltet ist und den Key auf den Microsoft-Server hochlädt, das ist der Grund weshalb OneDrive in den File Explorer integriert ist, das ist der Grund weshalb der Microsoft-Account bei Windows 11 zwanghaft ist und das ist der Grund weshalb Microsoft den Microsoft-Store so sehr in den Vordergrund rückt. Die Nutzer sollen sich an diese Online-Dienste gewöhnen, bis sie irgendwann nicht mehr merken, wie sehr sie davon abhängig sind. Dass etwas wie OneDrive, oder Bitlocker auch optional sein kann, kommt den Leuten dann schon garnicht mehr in den Sinn. Eine ganz fiese Masche, die Microsoft da abzieht, aber leider auch effektiv.
MfG
MfG