Ubuntu warnt: Kernel-Update bremst AMD-GPUs um Faktor 42
Das Ubuntu-Kernel-Team warnt Nutzer von Ubuntu 26.04 LTS und 24.04 LTS vor Kernel 7.0.0-28.28: Grafikkarten von AMD rechnen in ROCm-Workloads bis zu 42-mal langsamer. Wer auf GPU-Compute setzt, sollte das Update vorerst überspringen.
Betroffen sind hiervon ausschließlich Anwender, die ihre Radeon-Grafikkarte unter Ubuntu für Compute-Aufgaben wie die lokale KI-Bildgenerierung nutzt. Spieler können also durchatmen, klassisches Gaming ist von der Warnung hingegen nicht berührt.
Betroffene Nutzer können eine erhebliche Performance-Regression feststellen, insbesondere beim Ausführen rechenintensiver Workloads, die ROCm nutzen, wie etwa der Stable-Diffusion-XL-Inferenz (SDXL) über ComfyUI. — Ubuntu Kernel Team, via Ubuntu Discourse
Das Kernel-Team des britischen Linux-Distributors Canonical hat im eigenen Entwicklerforum eine Warnung vor dem Kernel-Update 7.0.0-28.28 ausgesprochen, welches derzeit an Nutzer des aktuellen Ubuntu 26.04 LTS ("Resolute Raccoon") und Ubuntu 24.04 LTS ("Noble Numbat") mit Hardware-Enablement-Kernel ("HWE") verteilt wird. Der Fehler steckt dabei im AMDGPU-Grafiktreiber des Systemkernels und bremst die Compute-Plattform ROCm, welche AMD mittlerweile auch Consumer-Grafikkarten der Serien Radeon RX 9000 und RX 7000 sowie Radeon Pro und Instinct anbietet.
Performance-Regression bremst AMD-Grafikkarten
Die am vergangenen Mittwoch veröffentlichte Warnung ließ aufhorchen, obwohl die Regression selbst bereits seit Mitte Juni 2026 dokumentiert ist. Linux-Distributionen wie Fedora 44, welche die fehlerhafte Kernel-Version schneller ausgeliefert hatten, waren zuerst betroffen; Upstream ist der Fehler indes längst behoben. Ubuntu erwischt es aufgrund seiner Roadmap erst jetzt, wie Phoronix berichtet.
Das Problem äußert sich in einem drastischen Anstieg der Verarbeitungszeit; Die Berichte nennen Verlangsamungen um bis zu das 42-Fache. Es handelt sich um eine Durchsatz-Degradierung, nicht um ein Einfrieren des Systems. — Ubuntu Kernel Team, via Ubuntu Discourse
Der Ubuntu-Kernel 7.0.0-28.28 verlangsamt ROCm-Workloads auf AMD-Grafikkarten laut offizieller Warnung um bis zu Faktor 42, aus 9 Sekunden Rechenzeit werden im dokumentierten Fall 388 Sekunden.
Betroffene Systeme stürzen nicht ab
Zur Einordnung: Da es sich um eine reine Durchsatz-Degradierung handelt, bleibt das System stabil und stürzt nicht ab, es rechnet schlicht drastisch langsamer. Betroffen sind Compute-Lasten wie die KI-Bildgenerierung über ComfyUI, während der normale Rendering-Pfad für Spiele nicht Gegenstand der Berichte ist.
Ursache im HMM-Code: Linux 7.0.13 liefert den Fix bereits
Die Ursache der AMD-GPU-Regression ist eine Retry-Schleife im Code der heterogenen Speicherverwaltung ("HMM") des AMDGPU-Treibers, welche mit Linux 7.0.12 einzog und mit Linux 7.0.13 bereits wieder korrigiert wurde.
Erstmals dokumentiert wurde das Problem bereits Mitte Juni in einem ausführlichen ROCm-Fehlerbericht auf GitHub: Unter Fedora 44 hatte der Sprung von Linux 7.0.11 auf 7.0.12 die massiven Verzögerungen in ComfyUI ausgelöst.
Ein separater Bericht im ComfyUI-Projekt bestätigte das Bild kurz darauf. Der bereits entsprechend korrigierende Commit ist im Upstream längst eingepflegt, lediglich Ubuntus Paketierung hinkt hinterher.
Kernel überspringen: Das rät das Ubuntu-Kernel-Team
Das Ubuntu-Kernel-Team rät ROCm-Nutzern, den Kernel 7.0.0-28.28 auszulassen und auf das direkt folgende Update zu warten, welches den Fix aus Linux 7.0.13 enthalten wird. Ausgeliefert wird der Systemkernel 7.0.0-28.28 dennoch, da das Paket wichtige Sicherheitskorrekturen enthält, die Canonical nicht zurückhalten will.
Wer auf GPU-Compute angewiesen ist, wählt bis dahin im Bootloader den vorherigen Kernel aus oder hält das Update zurück. Einen konkreten Termin für den Folge-Kernel nennt Canonical bislang nicht.
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Quelle: Ubuntu Kernel Team via Phoronix


Cachy ist bestimmt schon bei 7.5 (nur Spaß)!
*ich irrte mich, 7.1.3-2 ist der aktuelle stabile cachyos
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