Harman Kardon Invoke: Ohne Update wird der Lautsprecher unbrauchbar
Wie der Audio-Hersteller Harman Kardon mitteilt, müssen Nutzer zwingend ein Software-Update auf den Invoke-Lautsprecher installieren, sonst können sie den Lautsprecher ab September 2021 nicht mehr nutzen.
Die Software-Funktion namens Recycle Mode für ausgewählte Sonos-Lautsprecher war im Jahr 2019 geplant und sollte auf ausdrücklichen Wunsch des Nutzers aktivierbar sein. Befindet sich ein entsprechender Lautsprecher im Recycle Mode kann dieser nach Ablauf einer Frist von 21 Tagen nicht mehr benutzt werden und sollte dann beispielsweise von Sonos selbst entsorgt werden. Diese Methodik, alte Lautsprecher per Software-Update unbrauchbar zu machen, rief viele Webseiten, aber auch Nutzer und Interessenten auf den Plan. Letztlich hat Sonos nie den ominösen Recycling-Modus eingeführt. Im Gegensatz dazu steht das amerikanische Unternehmen Harman/Kardon. Wer den smarten Lautsprecher Harman Kardon Invoke besitzt, muss zwingend bis zum 31. August ein kostenloses Software-Update einspielen. Falls man die Aktualisierung nicht installiert, ist der Invoke unbrauchbar.
Was macht(e) den Harman/Kardon Invoke besonders smart?
Das Update wird seit dieser Woche an die Nutzer eines Invoke verteilt. Hierzu muss der Lautsprecher zwischen zwei und fünf Uhr morgens eingeschaltet sein, dann wird die Aktualisierung aufgespielt. Der Harman Kardon Invoke wird mit der neuen Software seiner smarten Funktionen beraubt. So gibt es keinerlei WLAN-Funktionen mehr und die Sprachsteuerung mittels Microsoft Cortana geht dann auch nicht mehr. Man kann den Invoke dann nur noch als Bluetooth-Lautsprecher benutzen, wie Harman Kardon auf der eigenen Webseite erklärt.
Im Jahr 2017 hatte der amerikanische Audio-Hersteller Harman Kardon, der mittlerweile zu Samsung gehört, den smarten Lautsprecher Invoke für rund 200 US-Dollar in den USA und einigen weiteren ausgewählten Ländern auf den Markt gebracht. Im Inneren werkeln drei Tieftöner, drei Hochtöner, zwei passive Radiatoren und ein 40-Watt-Verstärker sowie sieben Farfield-Mikrofone. Die Zielsetzung war es, durch die Integration von Mikrofonen und der Sprachsteuerung Microsoft Cortana, einen Konkurrenten zu Amazon Echo mit Alexa, Produkten mit dem Google Assistant und zum Apple Homepod zu haben. Letztlich konnte Cortana jedoch nie mit den Konkurrenten mithalten und auch die Nutzerzahl war sehr gering, beziehungsweise ist es heute noch. Mittlerweile soll Microsoft Cortana nur noch als digitale Assistentin in ausgewählten Microsoft-Produkten, wie etwa in Microsoft Office mit Rat zur Seite stehen.
Sind smarte, vernetzte Speaker ein Sicherheitsrisiko?
Wenn jemand zu Besuch ist, sollte man diesen darauf hinweisen, dass sich im Raum ein Smart Speaker befindet, findet jedenfalls der Senior Vice President, Devices & Services bei Google, Rick Osterloh. Prinzipiell sollten die Plattform-Anbieter mehr Kontrollen einführen, sowie Sicherheitssoftware-Hersteller entsprechende Überprüfungssoftware für Smart Speaker anbieten. Schließlich ist jedes Gerät mit einem updatefähigen Betriebssystem, das ans Internet angebunden ist, ein Einfallstor für Angriffe. Hier sollte man also durchaus sich Lösungen wie ein zweites WLAN-Netz überlegen, in das dann nur die smarten Geräte eingebunden werden.
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Sammlung zum Updatezwang für den Harman Kardon Invoke:
- Wie das amerikanische Unternehmen Harman Kardon angekündigt hat, müssen Nutzer eines Invoke-Lautsprechers bis zum 31. August 2021 ein Update einspielen. Wer die neue Software nicht nutzt, kann dann den Lautsprecher nicht mehr verwenden.
- Die neue Software entfernt die Sprachsteuerung Microsoft Cortana und die WLAN-Funktionen des Harman Kardon Invoke. So ist das Gerät nur noch als Bluetooth-Lautsprecher zu gebrauchen.
- Eigentlich wollte Microsoft mit Harman Kardon zusammen den Markt für vernetzte Smart Speaker mit Sprachsteuerung aufmischen, doch Amazon Echo mit Alexa, der Google Assistant & Co. beherrschen die Wohnzimmer.
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Quellen: Harman/Kardon, Microsoft, BBC

Musste Amazon in dem Fall, auf den du verweist, eigentlich auch gekaufte Kindles und FireTVs zurücknehmen, oder nur digitale, im Amazon-Account verwahrte Güter? Wenn letztere anders nicht erreichbar sind (Filme zum Beispiel nicht unverschlüsselt heruntergeladen werden können), wäre der Verstoß offensichtlich, aber Smartspeaker entsprechen eher ersterem Szenario: Das gekaufte Gerät behält der Kunde und darf damit weiterhin das machen, was er möchte. Einschließlich aller Smart-Funktionen, wenn er, wie auf der Verpackung angegeben, einen dafür nötigen Account hat.
So würde es wohl auch hier laufen. Man könnte einfach damit argumentieren, dass das Ding als smarter WLAN Lautsprecher verkauft wurde und etwas fehlt, wenn das Ding nichtmehr smart und im WLAN ist. Den Verlust des digitalen Assistenten könne man eventuell begründen, der Verlust des WLAN wird hingegen schwierig.
Aber dazu müßte eben erstmal jemand klagen. Eventuell kommt ja eine Sammelklage aus den USA, schön wäre es.
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Nur, wenn es so gemacht wird, wie zum Beispiel bei GOG, dass man den Windows-Installer zu einem PC-Spiel herunterladen kann, dann kann man ein Spiel auch dann noch installieren und spielen, wenn es nicht mehr im Store angeboten wird. Allerdings muss man dann auf etwaige Patches etc. verzichten, da man ja nur mit der Spielversion spielen kann, zu der man den entsprechenden Installer lokal auf seinem PC besitzt...
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Es müßte eben jemand klagen und auch das Risiko, zu verlieren, in Kauf nehmen. Letzteres ist nicht ganz billig, eine Klage über 50€ in der dritten Instanz zu verlieren kostet ca. 1500€, so ein Lautsprecher kostet etwas mehr, da dürfte es wohl knapp das doppelte sein. Dann muß derjenige auch Standhaft bleiben, wenn er in der ersten Instanz gewonnen hat, dann versuchen die Firmen das üblicherweise in der zweiten Instanz außergerichtlich zu lösen, indem sie demjenigen das geben, was er will und noch etwas drauflegen. Damit soll ein rechtskräftiges Urteil verhindert werden und der Kläger steht, selbst wenn er gewinnt, schlechter da, als mit dem Deal.