Alexa, Cortana, Siri & Co.: Menschliches Mithören standardmäßig aktiviert
Nachdem schon Amazon mit Alexa, Apple mit Siri und Google mit dem Assistant einräumen mussten, dass Mitarbeiter die Sprachaufnahmen abhören, geschieht dies auch bei Microsofts Cortana. Egal bei welchem Unternehmen, das menschliche Mithören ist notwendig zur Verbesserung der Erkennung. Es lässt sich aber auch abschalten.
Microsoft hat dieser Tage eine neue Datenschutzerklärung aufgesetzt. Darin steht erstmals, dass man der Verarbeitung personenbezogener Daten durch Menschen zustimmt. Dies sei notwendig, um die Verarbeitungsmechanismen zu trainieren. Auch Amazon, Apple und Google sind in den letzten Wochen dadurch aufgefallen, dass Mitarbeiter Sprachaufnahmen mithören. Bei Microsoft kommt diese Praxis sowohl bei Cortana, als auch der Skype-Übersetzungsfunktion zum Tragen. Nacheinander kündigten alle drei Anbieter an, das Mithören zeitweise auszusetzen. Es ist ein moralisch fragwürdiges Unterfangen.
Menschliches Mithören notwendig
Es ist notwendig, dass Mitarbeiter der Technikunternehmen die Sprachaufnahmen mithören. Dazu muss man wissen, was technisch hinter den Sprachdiensten steckt. Im Endeffekt können die digitalen Sprachsteuerungen nur deshalb relativ zielsicher Antworten auf Nutzerfragen und Wünsche liefern, weil sie trainiert werden. Typisch für Anwendungen, die auf KI setzen, arbeiten die Sprachassistenten nach einem strengen Muster. Erkennen Alexa, Siri, Cortana etc. ein ihnen bekanntes Verhalten, dann wird die damit verknüpfte Aktion ausgeführt. Allerdings steht und fällt die Erkennungsrate damit, mit wie vielen Datensätzen das System trainiert wurde. Mit der manuellen Auswertungsmethodik durch Mitarbeiter versuchen nun alle großen Unternehmen, ihren bekannten KI-Anwendungen zu helfen, noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Dazu müssen aber Menschen die Sprachaufnahmen anhören und mit passenden Aktionen verknüpfen. Plastisch greifbar wird diese Vorgehensweise auch bei sogenannten Chat-Bots. Diese können ebenfalls automatisch Aktionen ausführen anhand von geschriebenem Text. Allerdings muss man den Bots ab und zu weiterhelfen, wenn Sie nicht mehr weiterwissen.
Moral vs. Komfort
Das Vorgehen von Amazon, Apple, Google und Microsoft ist allerdings zumindest moralisch fragwürdig. Alle Unternehmen hatten vergessen, die Nutzer eindeutig darauf hinzuweisen, dass ihre Sprachaufnahmen auch von Mitarbeitern abgehört werden. Mittlerweile haben sowohl Google, als auch Apple angekündigt, auf das Abhören zu verzichten. Allerdings ist es bei beiden Firmen nur eine zeitlich und räumlich begrenzte Aktion. In den nächsten drei Monaten wollen Apple und Google innerhalb der EU nichts mehr abhören und weiterverarbeiten. Nach Ablauf dieser Zeitspanne werden die Mitarbeiter aber wahrscheinlich wieder fröhlich mitlauschen, da nur durch diese Mithilfe die Erkennungsrate der digitalen Assistenten verbessert werden kann.
Alternativ könnte es auch passieren, dass die Dienstleistungen innerhalb Europas einfach weniger umfangreich ausfallen werden, wie im Rest der Welt. Schließlich scheinen die Abhörpraktiken kaum Leute in Asien und den USA zu stören. Immerhin gibt es bereits heute bei Amazon Alexa die Möglichkeit, die personenbezogene Weiterverarbeitung der Sprachaufnahmen zu unterbinden und trotzdem Alexa weiterhin nutzen zu können. Apple möchte diese Einstellung zum Stoppen der Datenauswertung durch Mitarbeiter mit einem kommenden Update ebenfalls nachreichen. Bei Amazons Alexa zeigt ein farblicher Ring und - auf Wunsch - ein Signalton an, wenn das Gerät das Mikrofon aktiviert hat.
"Nur ein sehr kleiner Anteil von Sprachaufzeichnungen wird manuell überprüft. Wenn Sie diese Funktion ausschalten, können Spracherkennung und neue Funktionen möglicherweise nicht akkurat für Sie funktionieren. Rufen Sie dafür die Alexa Privacy Seite 'Einstellungen' auf und wählen Sie Verwalten Sie, wie Ihre Daten zur Verbesserung von Alexa genutzt werden dürfen aus." - Amazon.
Ausschalten hilft
Nicht nur bei Amazons Alexa ist es bereits heute möglich, die personenbezogene Weiterverarbeitung der Sprachaufnahmen zu untersagen, auch Microsoft bietet diese Option an. Hierzu muss man in Windows 10 Folgendes tun: Einstellungen -> Datenschutz -> Sprachaufnahme. Dort lässt sich die Aufnahme und Weiterverarbeitung unterbinden. Alternativ kann man auch einfach Cortana deaktivieren. Bei Google-Geräten hingegen hilft nur die Methode "Stecker ziehen".
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Fakten zu Abhörpraktiken von Microsoft, Amazon, Apple und Google:
- Mitarbeiter aller großen Anbieter von digitalen Sprachassistenten haben unregelmäßig Aufnahmen mitgehört.
- Microsoft hat nun in der aktuellen Datenschutzerklärung diese Praktik bei Cortana und der Übersetzungsfunktion von Skype bestätigt.
- Mithören und Auswerten von personenbezogenen Sprachaufnahmen ist aber zwingend notwendig um die Systeme trainieren zu können. Nur mit möglichst vielen, korrekt verknüpften Daten kann die Erkennungsrate von Alexa, Siri, Cortana etc. besser werden. Dies liegt am Funktionsprinzip von Maschinellem Lernen, auf dem alle modernen Sprachsteuerungen basieren.
- Amazon bietet eine eigene Einstellung an, um die Weiterverarbeitung der Sprachaufnahmen zu untersagen. Apple wird bald mit einem Update von Siri folgen.
Quellen: Amazon, Apple, Golem, Google, Microsoft, Prfundsachen, Techcrunch, Wikipedia

Bei Win 10 heißt der Menuepunkt richtig -> "Spracherkennung"
Stimmaktivierung würde ich auch ausschalten.
Ich verwende das Tool O&OWin10Shutup .. dadurch war u.a. auch schon Cortana deaktiviert.
Also ...
Erstens: Warum lenkt man erst jetzt ein, nachdem es rausgekommen ist? Warum wird das nicht VORHER klar und deutlich beschrieben und dem Endanwender auch klar dargestellt?
Zweitens:
"Ausschalten hilft".
na dann cortana hör mir zu beim wichesen wenns dich happy macht ich würd nen schaden bekommen
Da eröffnen sich ja ganz neue Möglichkeiten - z.B. einen flotter Dreier mit Siri oder Alexa und Mitgestöhn‘ aus dem Hintergrund. Haben Siri & CO eigentlich auch eingebaute Kameras?