Gen Z und Künstliche Intelligenz: Freund, Kollege - oder Sicherheitsrisiko?

56
News Jacqueline Brosch Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Gen Z und Künstliche Intelligenz: Freund, Kollege - oder Sicherheitsrisiko?
Quelle: Erzeugt mit Chat GPT

Künstliche Intelligenz ist für viele Menschen der Generation Z längst Alltag - im Beruf, in Beziehungen und beim Umgang mit Gefühlen. Eine neue Umfrage gibt Einblick in das veränderte Verhältnis zur Technologie.

Ob im Arbeitsalltag oder in persönlichen Beziehungen - KI-Systeme wie Chat GPT oder Midjourney begleiten eine wachsende Zahl junger Menschen durch verschiedene Lebensbereiche. Die Grenzen zwischen Werkzeug und sozialer Instanz verschwimmen zunehmend, und die Einsatzbereiche werden immer vielfältiger.

Eine aktuelle Umfrage des Bildungsdienstleisters Edu Birdie unter 2.000 Personen der Gen Z in den USA zeigt: Mehr als 60 Prozent der Befragten nutzen KI am Arbeitsplatz. Rund 40 Prozent lassen sich beim Verfassen professioneller E-Mails unterstützen, 24 Prozent setzen die Technologie für Teamkommunikation ein, und etwa jede zehnte Person hat Chat GPT bereits bei Gehaltsverhandlungen genutzt.

Mehr als ein Tool: KI als soziale Bezugsperson

Auch im privaten Umfeld wird die Künstliche Intelligenz von vielen jungen Menschen nicht mehr nur als reines Werkzeug betrachtet. Rund ein Viertel der Befragten bezeichnet KI als eine Art Freund. Weitere 16 Prozent nutzen sie als virtuelle Therapeuten, etwa zwölf Prozent setzen auf KI-gestützte Fitness-Coaches. Sechs Prozent gaben sogar an, eine romantische Verbindung zu einem KI-System zu empfinden - ein Hinweis darauf, wie stark emotionale Nähe auch gegenüber nicht-menschlichen Kommunikationspartnern empfunden wird.

Die Bandbreite der Anwendungen zeigt sich besonders deutlich im zwischenmenschlichen Bereich. Fast 20 Prozent der Teilnehmenden haben sich von KI beim Verfassen eines Entschuldigungsbriefs helfen lassen, acht Prozent sogar bei der Formulierung einer Trennungsnachricht. Der Wunsch nach neutraler, nicht-emotionaler Unterstützung in sensiblen Situationen scheint groß - zugleich wirft dieses Verhalten Fragen nach emotionaler Kompetenz und sozialer Entfremdung auf.

Bildergalerie

Vertrauen mit Nebenwirkungen: Datenschutz und Arbeitsplatzsorgen

Die intensive Nutzung birgt Risiken. So haben 21 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben bereits sensible Unternehmensdaten an KI-Tools weitergegeben - ein potenzielles Sicherheitsproblem in vielen Betrieben.

Zudem wächst die Sorge vor dem Verlust der Arbeitsplätze. 55 Prozent der Teilnehmenden rechnen damit, dass KI ihre Jobs innerhalb der nächsten zehn Jahre ersetzen könnte. 40 Prozent denken deshalb über einen Wechsel des Berufswegs nach, um sich langfristig abzusichern.

Auch gesellschaftliche Folgen stehen im Fokus. 58 Prozent halten es für möglich, dass Maschinen die Kontrolle übernehmen könnten, und 44 Prozent sehen dieses Szenario bereits in den nächsten zwanzig Jahren auf sich zukommen. Gleichzeitig glaubt ein Viertel der Befragten, dass KI bereits ein Bewusstsein entwickelt hat - trotz der Tatsache, dass heutige Modelle auf rein statistischer Berechnung beruhen.

Trotz dieser Ambivalenz gehen viele höflich mit der Technologie um. 69 Prozent verwenden laut Umfrage beim Chatten mit KI-Systemen Worte wie "bitte" und "danke". Laut Sam Altman von Open AI führt diese sprachliche Freundlichkeit zu steigenden Betriebskosten - denn jede Eingabe beansprucht Rechenleistung und Energie.

Wie weit darf das Vertrauen in KI-Systeme gehen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

56
    • Kommentare (56)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Herr_M Software-Overclocker(in)
        Die Menschheit hat doch bereits unzählige Lösungswege gefunden. Ist es wirklich nötig, dass wir immer wieder aufs Neue herausfinden müssen, wie wir bekannte Probleme lösen könnten? Ist unser Problem heutzutage nicht vielmehr, dass wir eine unfassbare Masse an Wissen aufgebaut haben, die ein einzelnes Lebewesen gar nicht mehr innerhalb einer Lebensspanne verarbeiten könnte, wir dieses Wissen aber gar nicht in die Lebenspraxis überführen können?

        KI könnte uns dieses Wissen situativ anbieten. Wir internalisieren dann im Prozess, learning by doing*, was eigentlich längst geklärt ist. Pragmatisch betrachtet erzielen wir dadurch Ergebnisse, die auch Jahrzehnte der Lebenserfahrung nicht ermöglichen würden.
        Wozu sich noch über obsolete Dinge streiten, die längst geklärt sind?

        *impossible without AI
      • Von Herr_M Software-Overclocker(in)
        Die Menschheit hat doch bereits unzählige Lösungswege gefunden. Ist es wirklich nötig, dass wir immer wieder aufs Neue herausfinden müssen, wie wir bekannte Probleme lösen könnten? Ist unser Problem heutzutage nicht vielmehr, dass wir eine unfassbare Masse an Wissen aufgebaut haben, die ein einzelnes Lebewesen gar nicht mehr innerhalb einer Lebensspanne verarbeiten könnte, wir dieses Wissen aber gar nicht in die Lebenspraxis überführen können?

        KI könnte uns dieses Wissen situativ anbieten. Wir internalisieren dann im Prozess, learning by doing*, was eigentlich längst geklärt ist. Pragmatisch betrachtet erzielen wir dadurch Ergebnisse, die auch Jahrzehnte der Lebenserfahrung nicht ermöglichen würden.
        Wozu sich noch über obsolete Dinge streiten, die längst geklärt sind?

        *impossible without AI
      • Von PCGH_Jacky Software-Overclocker(in)
        Zitat von JoM79
        wenn Bankmitarbeiter mit Abitur nen Taschenrechner braucht um 5% von einem Geldbetrag auszurechnen, würde ich das nicht unbedingt als positives Zeichen Werten.
        Ich schon. Ich würde nich davon ausgehen, dass er oder sie das nich kann, sondern davon, dass die Person keinen Fehler machen möchte. Davon abgesehen is mir so ein Fall aber auch noch nich untergekommen.
        Zitat von JoM79
        Heute wird oft einfach nur ne KI gefragt, und die Lösung einfach akzeptiert.
        Und wieder ne vage Aussage, die sich halt nich wirklich belegen lässt, weil KI dafür einfach zu jung is. 🤷
      • Von JoM79 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von PCGH_Jacky
        Sind die Menschen nachweislich dümmer geworden, weil sie zu jeder Zeit und jeden Tag einen Taschenrechner mit sich rumtragen? Darauf gibt es keinen Hinweis.
        Naja, wenn Bankmitarbeiter mit Abitur nen Taschenrechner braucht um 5% von einem Geldbetrag auszurechnen, würde ich das nicht unbedingt als positives Zeichen Werten.
        Oder auch anders.
        Hast du früher ein Problem gehabt, musstest du aktiv werden und eine Lösung finden.
        Heisst, du hast dich informiert, Quellen verglichen und dann mit den Informationen eine Lösung erdacht.
        Heute wird oft einfach nur ne KI gefragt, und die Lösung einfach akzeptiert.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Jacky
        KI ist ein Werkzeug... ein Werkzeug wie der Taschenrechner. Sind die Menschen nachweislich dümmer geworden, weil sie zu jeder Zeit und jeden Tag einen Taschenrechner mit sich rumtragen?
        Man muss das vermutlich eher auf die einzelnen Fertigkeiten beziehen, die man sich abnehmen lässt. Ich erlebe z.B. schon immer mal wieder, dass Menschen nicht in der Lage sind grundrechenartenbasierte Berechnungen im Kopf oder auch schriftlich zu berechnen. KI nimmt uns z.B. ab, im Internet zu recherchieren, wobei die Möglichkeit, im Internet zu recherchieren uns natürlich auch andere Dinge abgenommen hat. Einerseits vielleicht nur der nächste Schritt, andererseits noch weniger Einsicht darin, ob man der erhaltenen Antwort trauen kann und eventuell weniger Kompetenz der Nutzer, Quellen zu vergleichen und zu bewerten. Und wenn Leute ihre zwischenmenschlichen Interaktionen zunehmend mit einer KI haben, könnte das schon auch Auswirkungen auf deren soziale Kompetenzen haben. Also kein globaler Intelligenzschwund, aber eben schon ein Verlernen eventuell doch sehr wichtiger Fähigkeiten.
      • Von PCGH_Jacky Software-Overclocker(in)
        Zitat von Khaos-Thanathan
        Reizüberflutung durch Social Media und Co.
        Das wird in der Studie gar nich erwähnt? Wo kommt das denn her?
        Zitat von Khaos-Thanathan
        Du wirst halt dümmer, wenn du dein Hirn nicht selbst benutzt, sondern eine KI für dich denken lässt.
        Dir is schon klar, dass man für das Verwenden der KI auch sein "Hirn selbst benutzen" muss? Ich sag es gern nochmal: KI ist ein Werkzeug... ein Werkzeug wie der Taschenrechner. Sind die Menschen nachweislich dümmer geworden, weil sie zu jeder Zeit und jeden Tag einen Taschenrechner mit sich rumtragen? Darauf gibt es keinen Hinweis. Aber ich glaube, mit den Schulsystem bist du was ganz heißem auf der Spur ^^ Überlastete Lehrkräfte, veraltete Infrastruktur, Methoden aus den 80ern und noch früher, Lehrkräfte, die aus der Pension zurückgeholt werden, steigende Anzahl an Quereinsteigerinnen ohne Didaktik-Hintergrund, während tatsächliche Lehrkräfte so oft fachfremd eingesetzt werden, dass sie nich mal mehr wissen, welches Fach sie ursprünglich studiert haben. (Nur mal eine Auflistung der Probleme, die ich während meiner Arbeit an Schulen mitbekommen hab. Gibt sicherlich noch weitaus mehr)
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk