Linux-Treiber: KI hilft bei Pflege für 19 Jahre alte Radeon-Karten
Mesa 26.2 erhält 59 Patches für den Linux-Treiber alter Radeon-Karten. GitHub Copilot half offenbar bei der Codepflege des Shader-Compilers.
Alte Radeon-Grafikkarten sind aus aktuellen Spiele-PCs eher verschwunden. Im freien Mesa-Projekt wird der entsprechende Linux-Treiber dennoch weiter gepflegt. Für den R600-Gallium3D-Treiber wurden 59 Commits in Mesa 26.2 aufgenommen. Dabei soll auch GitHub Copilot eine Rolle gespielt haben. Der R600-Treiber betrifft dabei ältere AMD- und ATI-Grafikkarten von der Radeon-HD-2000-Reihe bis zur Reihe der Radeon HD 6000. Damit reicht die betroffene Hardware theoretisch bis in eine Zeit zurück, in der AMD die Grafiksparte von ATI gerade erst übernommen hatte.
Die nun aufgenommenen Änderungen zielen nicht auf neue Funktionen oder höhere Bildraten. Stattdessen geht es um Codepflege. Die 59 Patches sollen Teile des Shader-Compiler-Codes überarbeiten und bereinigen. Genannt wird dabei insbesondere der sfn-Shader-Compiler. Entwickler Gert Wollny erklärt in der Merge-Request-Beschreibung, dass die Arbeiten mit Copilot im Auto-Modus durchgeführt wurden. Auch einzelne Patches sollen entsprechend gekennzeichnet sein.
Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass KI im Linux-Umfeld zum Einsatz kommt. PCGH hatte bereits über KI-generierte Bugreports im Linux-Kernel berichtet, die laut Maintainer-Aussagen zuletzt brauchbarer geworden seien. Gleichzeitig ist der Umgang mit solchen Werkzeugen weiterhin umstritten. In einem weiteren Fall hatte Linus Torvalds vor einer Flut KI-generierter Bugreports gewarnt, die die private Security-Mailingliste des Kernels stark belastet habe.
Es zeigt sich in diesem Fall allerdings ein Einsatzgebiet, das in anderen Fällen vielleicht gar nicht mehr bedient werden würde. Alte Treiber verursachen weiterhin Wartungsaufwand, liefern aber kaum noch sichtbaren Nutzen für aktuelle Systeme. Gerade ältere Codebestände müssen nicht nur funktionieren, sondern auch wartbar bleiben. Solange ein Treiber im Mesa-Baum vorhanden ist, muss er mitgebaut, angepasst und bei größeren Umbauten berücksichtigt werden. Wird dieser Aufwand zu groß, kann daraus ein Argument werden, ältere Komponenten auszulagern oder langfristig zu entfernen.
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Quelle: Phoronix

Prima, dann ist die KI ja doch für irgendwas gut für uns Gamer ...