Apple Siri AI: iPhone und iPad in der EU erneut außen vor
Apple hat auf der WWDC 2026 die neue Siri AI vorgestellt, schließt iPhone- und iPad-Nutzer in der EU wegen des Digital Markets Act aber erneut aus. Auf Mac, Apple Watch und Vision Pro steht der KI-Assistent in der EU hingegen bereit.
Apple hat den Ausschluss der neuen Siri AI aus der Europäischen Union mit dem Digital Markets Act ("DMA") begründet. Wer in der EU ein iPhone oder iPad mit iOS oder iPadOS nutzt, bekommt den runderneuerten KI-Assistenten damit vorerst nicht zu Gesicht. Schon 2024 hatte der Konzern aus Cupertino Apple Intelligence zunächst aus der EU herausgehalten und die KI-Features erst Monate später in Deutschland nachgereicht. Die Geschichte wiederholt sich jetzt erneut mit der neuen Siri AI.
Siri AI und der DMA: iPhone und iPad gehen in der EU leer aus
Die Entscheidung trifft den mit Abstand größten Nutzerkreis: iPhone und iPad sind in Europa die Geräte, auf denen die meisten Menschen Siri ansprechen. Genau dort fehlt die wichtigste Neuerung der WWDC 2026 nun zum Start. Apple macht seinerseits ausdrücklich die EU-Regulierung verantwortlich und nennt keinen Ersatztermin.
Siri AI kommt wegen DMA nicht auf iPhone und iPad in der EU
Wenn iOS 27 und iPadOS 27 später in diesem Jahr erscheinen, fehlt Siri AI in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten auf iPhone und iPad. Betroffen sind sämtliche neuen Funktionen, darunter die eigenständige Siri-App zum Fortführen von Gesprächen, die erweiterte visuelle Intelligenz, die integrierten Schreibwerkzeuge und der Siri-Modus in der Kamera. Siri AI wird hier innerhalb der EU für iOS und iPad nicht angeboten.
Auf macOS 27, visionOS 27 und watchOS 27, welche ebenfalls im Rahmen der WWDC 2026 angekündigt wurden, steht der neue KI-Assistent den Nutzern in der EU dagegen offen. Auch Entwickler mit Sitz in der EU dürfen die neuen Funktionen auf iOS und iPadOS bis auf Weiteres nicht testen, wie Apple in seiner Begründung erklärt.
Apple findet keinen Weg an den EU-Regulierern vorbei
Apple bot den EU-Regulierern eine Zwischenlösung namens Trusted System Agent samt eines Stufenplans über 18 Monate an, die Europäische Kommission lehnte alle Vorschläge ab. Laut Apple verlangt die DMA in der Auslegung der Regulierer, jedem Sprachassistenten nahezu unbegrenzten Zugriff auf das Gerät einzuräumen.
Quelle: EU-Kommission
iOS und iPad sind von der EU als Gatekeeper-Dieste eingestuft und entsprechend reguliert.
Die Kommission stimmte keinem der Angebote zu. Software-Chef Craig Federighi zeigte sich "zutiefst enttäuscht" von der EU und nannte keinen Zeitplan für eine spätere Einführung der neuen Siri AI auf dem iPhone und iPad.
Die vollständige Begründung hat Apple in seinem Newsroom veröffentlicht.
Zweiter Anlauf: Siri AI basiert jetzt auf Google Gemini
Siri AI ist der größte Umbau des Assistenten seit rund 15 Jahren und stützt sich erstmals auf ein angepasstes Gemini-Modell von Google. Der neue Assistent tritt als eigenständige App auf iPhone, iPad und Mac an, führt Dialoge über mehrere Geräte hinweg und greift auf persönlichen Kontext aus Nachrichten, Mails und Fotos zu.
Das zugrunde liegende Modell umfasst nach Branchenberichten rund 1,2 Billionen Parameter, Apple zahlt dafür etwa eine Milliarde US-Dollar pro Jahr. Bereits 2024 hatte Apple eine kontextbewusste Siri angekündigt, diese aber im März 2025 ziemlich überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben.
Welche Funktionen tatsächlich starten, beschreibt Apple in seiner Ankündigung. Die WWDC 2026 war zugleich der letzte große Auftritt von Tim Cook, der den Chefposten am 1. September an Hardware-Chef John Ternus übergibt.
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Quelle: Apple
