Intel-Grafikkarten: DG2-GPUs im Xe-HPG-Ausbau zur CES 2022?
Wettbewerbsfähige Gaming-Grafikprozessoren von Intel in Konkurrenz zu AMD und Nvidia befinden sich bekanntlich bereits seit geraumer Zeit in Entwicklung und die offizielle Vorstellung vor Markteinführung könnte laut unbestätigten Informationen kurz nach dem Jahreswechsel kommen.
Laut aktuellen Informationen aus der Gerüchteküche über den in China bekannten Weibo-Kanal "Hardware Academy" soll Intel seine DG2-Grafikprozessorfamilie auf der US-Elektronikmesse CES 2022 Anfang Januar vorstellen. Dabei ist dem Wortlaut nach von "veröffentlicht" die Rede, wie Videocardz berichtet, weswegen auch die Möglichkeit offen sei, dass Intels Xe-HPG-basierte Gaming-Grafikprozessoren schon früher angekündigt werden könnten.
Alder Lake und Gaming-Laptops
Zusätzlich wird erwartet, dass die nächste CES seitens Intel mit Ankündigungen zu "Alder-Lake" -Mobilprozessoren gefüllt sein wird. Es gab demnach Leaks, dass Intel Alder-Lake-P-Laptops mit DG2-GPUs ankündigen wird, die einen wichtigen Meilenstein für den Hersteller darstellen würden, da man so zum ersten Mal reine Intel-Gaming-Laptops anbieten könnte. Intels DG2-GPUs sollen bis zu 512 Execution Units und 16 GiB GDDR6-Speicher bieten. Mindestens fünf Modelle sind laut Leaks geplant.
Bemusterung hat begonnen
Erst Ende Juni hatte Intel bekannt gegeben, dass die DG2-GPUs in die Bemusterungsphase gegangen sind, was der letzte Schritt vor der endgültigen Qualifizierung für die Serienproduktion ist. Da es sich beim jetzt kolportierten Präsentationsrahmen zur CES 2022 bisher nicht um eine offizielle Information handelt, ist das Ganze allerdings wie üblich noch mit Vorsicht zu genießen. Handfeste Informationen sollte es dann aber spätestens zum öffentlichen Start der Elektronikmesse am 5. Januar geben oder bereits vorher im Rahmen der "Media Days" für die Presse ab 3. Januar.

Letzteres "Inhouse-vs-Oursourcing" ist sicherlich korrekt, nur hat Intel ja auch Designs über die Jahre hinzugekauft, die typischerweise auf TSMC ausgelegt waren und da stellt man nicht mal eben alles from scratch auf eine hauseigene Fertigung um, weil das auch mit beträchtlichen Reibungsverlusten und Kosten einhergeht, insofern ist es nicht verwunderlich, dass da immer noch so einiges bei TSMC läuft.
Und diesen zusätzlichen Bedarf (optional bzgl. moderner Nodes) haben sie ja derzeit als Fallback per se, da sie gerade in einer Umbruchphase sind und für den worst case planenn müssen, d. h. es entstehen möglicherweise weitere signifikante Verzögerungen in der hauseigenen Prozessentwicklung und entsprechend sind ja auch Meteor Lake und Co anscheinend Node-agnostisch ausgelegt, aber das ist eher ein Thema für 2HJ22+.
Aktuell fällt nur auf, dass obwohl hier und da auch bspw. FPGAs auf den hausinternen 10nm-Prozess wandern, Intels Auftragsvolumen bei TSMC dennoch beträchtlich zunimmt und in Verbindung damit für Xe-HPG eine rein externe Fertigung skizziert wurde.
Und ja, deine Einschätzung teile ich und das wird nVidia und AMD gleichermaßen treffen um so leichter bei den OEMs, wo Intel mit Bundling-Angeboten arbeiten kann **). nVidia als Platzhirsch bei dGPUs wird es grundsätzlich treffen, weil die bisher den Großteil des Marktes bedienen, AMD wird es treffen, weil ihr deutlich kleineres Volumen weiter schrumpfen wird (bzw. ihr Wachstum ausgebremst werden wird).
Sofern es Intel hier bzgl. der Consumer-Grafik also nicht in den Sand setzt, wird man hier ab 2022+ (vermutlich noch mehr ein, zwei Jahre später mit einer NextGen-Xe) eine echte Konkurrenz im Markt haben und nicht nur ein Duopol.
*) Einzig das Xe-Link I/O-Tile ist explizit auf eine externe Fertigung hin ausgelegt (zumindest gemäß offizieller Roadmap).
**) Zumal man hier erwarten kann, dass ein, zwei kleinere HPG-Chips möglicherweise auch ebenso für mobile dGPUs verwendet werden. Das vielleicht nicht gleich ab Launch, aber sicherlich noch relativ zeitnah, da es schließlich sehr verlockend ist, den großen OEMs eine Plattform komplett aus eigener Hand anbieten zu können, also bspw. CPU+iGPU, eine dGPU, Netzwerk- und TB-Chip.
***) Aktuell ist nicht einmal bekannt, dass in 2022 irgendeine CPU (d. h. ein mögliches HighVolume-Produkt) bei TSMC gefertigt werden soll. Einzig was man bisher weiß ist, dass Meteor Lake (vielleicht nur das Compute Tile) Node-agnostisch ausgelegt sein soll und möglicherweise auch bei TSMCs gefertigt werden könnte. Entsprechend könnte man vermuten, dass eine derart zweigleisige Strategie möglicherweise auch für Granite Rapids SP zutreffen könnte, aber das betrifft dann erst den Zeitraum 2023+.
Im Umkehrschluss bleibt also vorerst Xe als einer der Hauptgründe für die kurzfristig zu beobachtenden Auftragsvolumensteigerungen bei TSMC.
Dass Intel dennoch einiges Volumen über die OEMs absetzen wird, steht jedoch ebenso außer Frage, denn den Vertriebskanal haben sie nun einmal größtenteils in der Hand und da ist es nur naheliegend auch hierrüber ein gewisses Volumen abzusetzen.
dGPU- und AIB-Statistiken um die Jahresmitte 2022 herum werden sicherlich interessant werden.
Fallende Preise: Wow, hier grassiert wohl wieder eine eklatante Leseschwäche ... aber gerne noch mal langsam: Was Intel mit seine Preisen macht ist eine Sache, was dagegen AMD und nVidia mit ihren machen, bspw. ob die sich gezwungen sehen (in irgend einer Form) anzupassen oder auch nicht, ist eine komplett andere Sache.
Beispielsweise weiß man schon, dass nVidia eine Refresh in Arbeit hat, den man als eine Art Reaktion interpretieren könnte, denn nach derzeitigem Stand könnte ein solcher Refresh nicht wirklich auf AMD ausgerichtet sein, da die froh sind ihre Hardware überhaupt in den Markt zu bekommen. Hier darf man erst mal abwarten und hoffen, wann der in Aussicht gestellte "GPU-RampUp" bei denen stattfinden und im Markt ankommen wird.
Fertigungskapazitäten: Intel wird hier seinerseits bestenfalls Packaging-Kapazitäten veranschlagen müssen, da die Chips bei TSMC gefertigt werden. Darüber hinaus hat Intel bei TSMC ein immenses Auftragsvolumen von immerhin um die 3,7 Mrd. US$ für 2021 während AMD gerade insgesamt auf rund 4,7 Mrd. US$ kommt für seine sämtlichen Produkte, d. h. inkl. sämtlicher CPUs und der Konsolen-SoCs. Offensichtlich ist Intel wohl doch ein etwas größerer Kunde bei TSMC.