Intel Arctic Sound: Workstation-GPU von den Toten auferstanden

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Intel Arctic Sound: Workstation-GPU von den Toten auferstanden
Quelle: Intel

Ein Sammler hat online ein Muster von Intels 2021 gestrichener Arctic Sound ergattert: Die Xe-HP-GPU trägt zwei Tiles und vier HBM2E-Speicherstacks. Marktreif wurde die Workstation-Reihe nie, der Fund bleibt reine Hardware-Historie.

Intel hat seinen Workstation-Beschleuniger Arctic Sound bereits 2021 eingestellt, ein Muster der zugehörigen Xe-HP-Generation ist nun dennoch in Umlauf geraten. Ein Käufer bestellte nach eigener Aussage eine Intel Ponte Vecchio und erhielt stattdessen ein Sample mit zwei Tiles und vier HBM2E-Stacks.

Schon damals deuteten Aufnahmen darauf hin, dass die Xe-HP-Workstation-GPUs hinter den Erwartungen zurückblieben; die Streichung folgte kurz darauf. Heute geht der US-Halbleiterunternehmen aus Santa Clara einen ganz anderen Weg und setzt in KI- und HPC-Rechenzentren auf LPDDR5X statt HBM.

Intels Xe-HP-Beschleuniger zeigt sich als Muster

Statt der bestellten Ponte Vecchio erhielt ein Käufer ein Muster von Intels Arctic Sound mit 1.024 EUs auf zwei Xe-HP-Tiles und vier HBM2E-Stacks. Auf der Platine prangt der Schriftzug "Intel Confidential" samt der Kennung "QVS8 1.00 GHz".

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Veröffentlicht hat die Bilder der X-Nutzer ChipsByLayers, der das Exemplar, bei welchem es sich um ein sogenanntes Qualification Sample ("QS") handelt, über die falsch ausgelieferte Bestellung in die Hände bekam. Ein finales Produkt wurde der zweistufige Chip nie; diese Aufnahmen dokumentieren ein Relikt aus Zeiten, in welchen Arctic Sound bei Intel noch als der ganz große GPU-Wurf galt.

Xe-HP-Lineup: Arctic Sound von 512 bis 2.048 EUs

Jeder Xe-HP-Tile von Arctic Sound liefert 512 EUs, weshalb Intel die Familie analog zu Ryzen-Chiplets auf ein, zwei oder vier Tiles skalierte. Das nun gezeigte 2-Tile-Modell trägt im Vollausbau 1.024 EUs, frühere Leaks von Igor's Lab nannten für das teildeaktivierte Doppel-Tile allerdings 960 aktive Recheneinheiten.

Intel Xe HP alias 'Arctic Sound' als Workstation-GPU mit 1, 2 und 4 Tiles und bis zu 16.384 ALUs. Quelle: Intel Intel Xe HP alias "Arctic Sound" als Workstation-GPU mit 1, 2 und 4 Tiles und bis zu 16.384 ALUs. Die seinerzeit kolportierten technischen Spezifikationen der drei Ausbaustufen stellten sich folgendermaßen dar:

  • 1-Tile: 512 EUs (4.096 Shader), ~ 12,2 TFLOPS, 150 Watt
  • 2-Tile: 1.024 EUs (8.192 Shader), ~ 20,5 TFLOPS, 300 Watt
  • 4-Tile: 2.048 EUs (16.384 Shader), ~ 36 TFLOPS, 400 - 500 Watt

Sämtliche Varianten setzten auf HBM2E-Speicher, für das mittlere 2-Tile-Modell ("2T") kursierten 32 GiB. Die TFLOPS-Angaben beruhen auf Schätzungen aus dem Jahr 2021 und wurden von Intel nie bestätigt, wie Tom's Hardware seinerzeit dokumentierte.

Intel und HBM: Von Arctic Sound zu Crescent Island

Intel hat sich nach dem Aus von Arctic Sound von HBM verabschiedet und fährt mit dem KI-Beschleuniger Crescent Island bis zu 480 GiB LPDDR5X auf. Arctic Sound war nur der erste Posten einer Reihe gestrichener oder verschobener Intel-Projekte: Ponte Vecchio verspätete sich massiv und lief erst Jahre später im Supercomputer Aurora auf, der nachfolgende XPU-Entwurf Falcon Shores wurde ebenfalls eingestampft.

Derzeit ruhen die Hoffnungen auf Jaguar Shores, das frühestens 2027 erscheinen soll, wie Wccftech berichtet. Im Gaming-Segment bleibt unterdessen Xe2 ("Battlemage") die aktuelle Arc-Generation, während die Xe3P-Architektur ausschließlich Richtung Rechenzentrum zielt und für Spieler voraussichtlich gestrichen wurde.

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Quelle: ChipsByLayers via Wccftech

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Andreas1975 Volt-Modder(in)
        Es gibt aber kein Artic Sound sondern einen Antarctic Sound.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Das "Sound" auch eine geographische Bedeutung hat und diese im Kontext mit "Arctic" mehr Sinn ergibt, ist damals vielen entgangen. Das Intel seinerzeit die Codenamen gewechselt hat, wie andere Unterwäsche, hat natürlich nicht gerade geholfen – Brücken, Küsten, Buchten, jetzt Inseln, mit viel Glück mal Wetter... Man kann zwar einen gewissen Zusammenhang erraten, aber ein Muster und damit eine Interpretationsgrundlage hätte sich erst nach mehreren Veröffentlichungen ergeben.

        Aber interessant, dass es das Ding in die freie Wildbahn geschafft hat. Von anderen Herstellern tauchen öfters Entwicklungssamples auf, aber bei Intel? Eigentlich nur Qualification-Samples von später tatsächlich erschienenen Produkten. Von den ganzen gecanncelten CPUs ist meinem Wissen nach noch nie ein Exemplar verkauft worden, nicht einmal vom 680, und einen großen Battlemage musste Raff auch mittels Profihardware erschummeln.
      • Von der_yappi Volt-Modder(in)
        Bei dem Titel dachte ich das intel und Arctic (also der Kühlerhersteller) jetzt Soundkarten machen oder das damals machen wollten...
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