Vergleich der Direct-X-10-Engines (Teil 3): Hellgate: London
Quelle: Flagship Studios
In-Game-Screenshot Hellgate: London
Das Thema Direct X 10 wird schon seit einiger Zeit heiß diskutiert. Die Entscheidung von Microsoft, die Version seiner Multimedia-Schnittstelle nur in WindowsVista zu integrieren, hat für einigen Unmut gesorgt. Viele Anwender fühlen sich gegängelt, ein neues Betriebssystem kaufen zu müssen, um bei der Spieletechnik auf dem neuesten Stand zu sein.
Um die Diskussion wieder etwas zu versachlichen, haben wir uns drei herausragende Engines herausgesucht, die bekanntermaßen auch Direct-X-10-Bibliotheken benutzen. Das wäre zum einen die Unreal Engine 3 (und hier Unreal Tournament 3 als beispielhaftes Spiel), die CryEngine 2 (stellvertretend für kommende Spiele beziehen wir uns hier auf Crysis) und die Engine von Hellgate: London.
Teil 3 der Reihe dreht sich um die Engine von Hellgate: London, die von den Entwicklern - den Flagship Studios - eigens für das Spiel entwickelt wurde. Wir stellen wichtige Fakten der Engine vor, garniert werden diese technischen Informationen von einem Interview mit Tyler Thompson, Technical Director bei den Flagship Studios in San Francisco, das wir Ende letzten Jahres führen konnten. Außerdem stellen wir Aussagen von Firmengründer Bill Roper dazu, der sich Anfang Februar zum Unterschied zwischen der DX9- und der DX10-Version von Hellgate: London geäußert hat.
Spiele-Engine von Hellgate: London: die Besonderheiten
Quelle: Flagship Studios
Renderings Hellgate: London
Die Spiele-Engine von Hellgate ist momentan ausschließlich für den PC ausgelegt. Der Grafikpart unterstützt Direct X 9 (Shader-Modell 1-3) und Direct X 10 (Shader-Modell 4).
Wichtige Render-Features in der Übersicht:
- PC-only
- Multi-Threaded Renderer (Dual-Core-Optimierung gilt als gesichert)
- Unterstützt 64-Bit-Betriebssysteme (Hellgate: London wird ein "Games for Windows"-Spiel, hier ist 64-Bit-Kompatibilität Pflicht)
- (bestätigte) Leistungsvorteile durch SLI (Crossfire vermutlich auch); SLI/CF können auch für Physikberechnungen genutzt werden
- Spezial-Effekte (Auswahl): Normal, Diffuse, Displacement und Specular Mapping. Eventuell HDR-Rendering. Besonderes Partikelsystem und weiche Schatten.
- Physik: Havok-FX-Engine. Kisten oder Benzinfässer lassen sich zerstören. Havok FX bietet aber nur GPU-Beschleunigung für Effektephysik. Spielphysik wird von der CPU berechnet. Ageias Physx wird nicht unterstützt. Vermutlich erstes Spiel, das Physikbeschleunigung auf Dual- oder Multi-Grafikkartensystemen ermöglicht.
- Mindestvoraussetzungen: Noch sind keine finalen Mindestvoraussetzungen bekannt. Allerdings reicht laut unserem Interview offenbar auch schon eine Geforce 6800 GT.
Hellgate: London: wichtige Fragen beantwortet
Quelle: Flagship Studios
Spielermodelle aus Hellgate: London
In unserem ausführlichen Gespräch beantwortete Tyler Thompson von den Flagship Studios unsere technischen Fragen. Bitte beachten Sie, dass das Interview Ende letzten Jahres geführt wurde. Im Anschluss finden Sie einige Aussagen von Bill Roper, die deutlich aktueller sind.
PC Games Hardware: Warum habt ihr euch die Mühe gemacht, eine eigene 3D-Engine zu entwickeln und nicht einfach eine bestehende wie etwa die Unreal-Engine lizenziert?
