Digitaler High-End-Sound zum Tragen: Das Asus ROG Delta S im Headset-Einzeltest
Wir testen das Asus ROG Delta S. Das Delta S nimmt die Position des Topmodells von Asus' Headset-Reihe Delta ein, die neben dem ebenfalls USB-gebundenen Delta außerdem die abgespeckte Klinkenversion Delta Core beinhaltet. Das brandneue Delta S bietet gegenüber dem regulären Modell unter anderem ein verbessertes Design, einen hochwertigeren Quad-DAC von ESS sowie die Unterstützung für das High-Resolution-Audioformat MQA.
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Mit dem ROG Delta (Test in Ausgabe 01/2019, Platz 2, Wertung 1,57, Online-Marktübersicht) hat Asus ein sehr ansprechendes und modernes USB-Headset geschaffen, das uns bereits mit seinen vielen Qualitäten, dem sehr guten Sound und dem hohen Komfort überzeugen konnte. Mit dem Delta S erhält die Headset-Reihe mit dem ansprechend zurückhaltenden und doch hochwertig anmutenden Design ein weiteres Familienmitglied, welches nochmals höhere Ansprüche erfüllen soll. Für das Topmodell Delta S wurden dazu im Inneren wie am Äußeren des Headsets behutsame und zunächst recht unauffällige Verbesserungen durchgeführt, die sich in ihrer Summe allerdings merklich positiv auf Qualität und Komfort des Delta S auswirken. Das Delta S soll im Januar erscheinen, ein genauer Launch-Zeitpunkt wie auch der Preis stehen noch nicht fest.
Ergänzung: Das Asus ROG Delta S hat eine UVP von 209,90 €.
Asus ROG Delta S - Hochqualitatives Digital-Audio
Eines der besonderen Merkmale ist die USB-C Verbindung des Delta S sowie der mit dem über diese Strippe gelieferten Digital-Sound. Zum aktuellen Zeitpunkt sind USB-C-Headsets noch relativ selten, tatsächlich gehörte das reguläre Delta zu den ersten Geräten, die den neuen Anschluss unterstützten. Mit dem USB-C-Anschluss kann das Delta auch mit aktuellen mobilen Geräten verbunden werden, darunter auch Nintendos Switch-Konsole, eine Fähigkeit, die das Delta S fortführt. Für PC, Playstation oder ältere Plattformen liegt ein Adapterkabel auf USB-A bei, welcher obendrein die gesamte Kabellänge um einen Meter auf 2,5 Meter verlängert. Ein analoger Klinkenanschluss ist weder beim Delta noch dem Delta S verfügbar, das Audio wird also rein digital übertragen. Der per USB übermittelte Audio-Stream wird beim Delta S mit einer maximalen Bit- und Abtastrate von 24 Bit/96 KHz geliefert und von einem ESS 9281 gewandelt, bevor dieser den Klang an die dynamischen 50-mm-Neodym-Treiber weiterreicht. Der eingesetzte Chip ist ein Audio-SoC und beinhaltet neben dem Digital-Analogwandler außerdem einen Analog-Digital-Wandler für das Mikrofon, einen Jitterschutz sowie eine potente Verstärkung. Wie der im regulären Delta eingesetzte ESS 9218 ist auch der ESS 9281 für den Einsatz in mobilen High-End-Audio-Geräten konzeptioniert und ist für geringe Leistungsaufnahme bei gleichzeitig sehr hoher Qualität optimiert.
Des Weiteren ist der ESS 9281 wie auch der ESS 9218 nach dem von ESS Technogies patentierten Hyperstream II Quad-DAC-Design gefertigt. Das Quad-DAC-Design besteht dabei aus vier intern verbundenen, einzelnen Wandlern, die jeweils für einen bestimmten Teil der Frequenzen getrennt zum Einsatz kommen, diesen Teil des Frequenzbandes wandeln und verstärken und es anschließend optimal gefiltert wieder zusammen zu führen. Dies soll die Auflösung erhöhen sowie Konvertierungsfehler bei Wandlung und Verstärkung minimieren. Der ESS 9281 im Delta S bietet obendrein einen extrem hohen maximalen Rauschabstand (Signal-to-Noise-Ratio bzw SNR) von 130 dB. Im Gegensatz zum ESS 9218 des regulären Delta bietet der ESS 9281 im Delta S außerdem Unterstützung für die noch recht junge High-Resolution-Audio-Technologie MQA. Bei MQA handelt es sich nicht etwa um ein Container-Format wie WAV oder AVI, sondern um einen neuen Audio-Codec names Master Quality Authenticated, der 2014 von Meridian Audio Ltd. entwickelt und patentiert wurde. Bei diesem Codec handelt es sich lose vergleichbar mit MP3 um einen komprimierten, also verlustbehafteten Audio-Codec, der allerdings durch eine Reihe Kniffe die Qualität und den originalen Sound des Master-Recordings erzielen soll. Dazu werden die energiearmen oberen Frequenzen mittels bestimmter proprietärer Techniken in die unteren Frequenzbänder integriert und anschließend wiederhergestellt.
Obendrein nutzt MQA für das Sampling statt der gewöhnlich eingesetzten Rechteckfunktion eine Dreiecksfunktion und es werden unter anderem aufwendige Filter mit steilen Flanken genutzt, um Nachschwingungen zu minimieren. Des Weiteren wird ein zusätzliches Touchup-Signal mitüberliefert, welches dazu dient, die Unterschiede zwischen Original-Recording und komprimierter Version zu ermitteln und das komprimierte Audio mit Hilfe dieses Touchup-Streams dem Original gemäß anzupassen. Eine weitere Fähigkeit des MQA-Codecs ist es, dass mit dem Audio-Stream die Information übermittelt werden kann, mit welchem Analog/Digital-Wandler das Recording aufgezeichnet wurde und außerdem, welcher DAC im MQA-fähigen Abspielgerät verbaut ist. Der Klang wird dann je nach Gerät und Aufnahme so moduliert, dass beim Abspielen der bestmögliche und originalgetreueste Klang des Master-Recordings erzielt werden kann. MQA kann mit digitalen Containerformaten wie FLAC oder ALAC übertragen werden und benötigt neben dem passenden Abspielgerät obendrein einen MQA-Stream. Aktuell ist der Support noch relativ wenig verbreitet und wird obendrein von bislang keinem einzigen PC-Spiel unterstützt, Fans von hochqualitativer Musik und stolze Besitzer MQA-Fähiger Gerätschaften werden jedoch unter Anderem beim Streaming-Dienst Tidal fündig.
Asus RIG Delta S - Klarer und detaillierter Sound, klasse Komfort durch geringes Gewicht
Neben einem neuen DAC und MQA-Support bietet das Delta S gegenüber der regulären Version allerdings noch eine Reihe anderer Verbesserungen. Zu den auffälligsten zählt das behutsam veränderte Design und die Gestaltung des Headsets. Auf den ersten Blick ähneln sich Delta und Delta S bis auf ein paar unterschiedlich gefärbte Kunststoffteile zwar frappierend, doch es gibt tatsächlich einige durchaus gravierendere Änderungen - zum Teil im wahrsten Sinne des Wortes: Beim Tragen des Delta S fallen die leicht abgewandelten Kunstlederpolster durch eine etwas weichere und sattere Polsterung auf, auch das Design mit einem angedeuteten Dreieck-Aufdruck auf dem Proteinleder unterscheidet sich minimal. Einen größeren Unterschied macht indes das recht deutlich verringerte Gewicht des Delta S aus: Nur knapp 300 Gramm wiegt das Delta S, ein sehr geringes Gewicht für ein hochwertiges, stabil gefertigtes und satt gepolstertes Headset. Zum Vergleich, das ebenfalls nicht durch übermäßige Schwere auffällige, reguläre Delta wiegt gute 370 Gramm.
Ein Teil der "Massediät" geht auf den schmaler gefertigten Bügel, die Befestigung der Hörer und offenbar auch auf die Gestaltung der Seitendeckel zurück. Beim Komfortvergleich des Delta und des Delta S macht sich der schmalere Bügel des letzteren auch beim längeren Tragen nicht negativ bemerkbar, wohl aber sehr positiv das um fast 70 Gramm recht beträchtlich geringere Gewicht. Die leicht modifizierten Polster bieten obendrein eine leicht bessere Isolation. Dank dieser Umstände sitzt das Delta S verglichen mit dem normalen Delta und auch der Klinkenversion nochmals bequemer, das sehr geringe Gewicht mindert außerdem Ermüdungserscheinungen beim langfristigen Tragen merklich ab. Wie beim Delta liegt dem S-Modell obendrein ein Satz Extra-Polster mit der bekannten Asus-Hybrid-Polsterung bei, deren Kombination von Kunstfasergewebe und Proteinkunstleder die Vorteile beider Materialien vereinen sollen - das Kunstleder im Inneren soll insbesondere den Tiefton isolieren und so knackige Bässe begünstigen, die Kunstfaser an den Außenseiten soll der Luftzirkulation entgegenkommen und vor allem im Sommer unangenehm schwitzige Ohren vermeiden. In der Praxis funktioniert dies gut, ganz an die gute Isolation der Kunstlederpolster kommt der Hybrid-Mix allerdings nicht heran. Beim Spielen mit Freunden macht sich eine weitere Verbesserung am Delta S bemerkbar: Das Mikrofon hat ein Update erhalten und bietet neben einem größeren Treiber einen für das Delta S neu angebotenen KI-Mikrofonfilter AI Mic. Bei dieser Technologie handelt es sich um einen intelligenten Filter, der Rauschen und andere Nebengeräusche wie beispielsweise Straßenlärm oder das Klicken von mechanischen Tastaturen oder Maustasten eliminiert.
In der Praxis funktioniert dies sehr gut, beim Testen im Großraumbüro wurden fast sämtliche mit aufgezeichneten Lautäußerungen von Kollegen sowie die lautstarke Bearbeitung deren Keyboards oder das Rauschen der Lüfter des Testsystems aus der Aufnahme entfernt sowie die eigentliche Stimme merklich bereinigt und verstärkt. Bei letzterem Schritt wird die Stimme zwar auch etwas entfremdet und klingt ein wenig tiefer und "mechanischer" als zuvor, doch die deutlich verbesserte Verständlichkeit gegenüber dem Delta S ohne AI Mic oder in nochmals verstärkter Form dem regulären Delta, machen diesen Umstand mehr als wett. Ebenfalls beim Spielen, noch mehr allerdings beim Lauschen anspruchsvoller Musik macht sich die hohe Detailtreue und klare Wiedergabe auch von hochqualitativem Material bemerkbar. Der Klang ist recht ausgewogen, die oberen Mitten sowie die Höhen treten indes ein wenig aus dem Frequenzband heraus, was insbesondere Stimmen zu einem merklichen Plus an Ausdruckskraft verhilft, gleichzeitig jedoch die unteren Mitten ein wenig in Mitleidenschaft zieht, was die Authentizität des Klanges aber nur leicht beeinflusst. Dank der Fähigkeit, auch sehr feine Details sauber und klar aus dem zugespielten Audiomaterial herauszuschälen, ist das Delta S jedoch auch für Fans von hochwertiger, komplexer Musik sehr gut geeignet - wenn Sie Ihre Musik streamen, dann nach Möglichkeit natürlich im MQA-Format, welches gegenüber anderen Quellen wie Spotify, Youtube oder Amazon Music tatsächlich eine merklich höhere Qualität bietet. Das volle, klare Klangspektrum des Delta S, das flotte Ansprechverhalten der 50-mm-Treiber und die knackige, nicht im Vordergrund stehende Basswiedergabe machen das Delta S aber auch beim Spielen zu einem sehr vorteilhaften Partner. Zum Spielen oder für die Wiedergabe von Mehrkanal-Streams können Sie via Asus Armoury Software 7.1-Surround zugeschalten sowie einige andere Anpassungen an Beleuchtung, Mikrofon oder Klangabstimmung vornehmen. Mit entsprechenden Änderungen können Sie beispielsweise den etwas zurückhaltenden Bass anheben, die 50-mm-Treiber haben reichlich Reserven. Auch die Mitten und Höhen lassen sich so optimieren, um etwa verräterische Lautäußerungen von Gegenspielern in einem Shooter hervorzuheben - die standardmäßige Betonung der oberen Mitten und Höhen des Delta S (und auch des regulären Geräts) helfen allerdings bereits bei dieser Aufgabe und machen das Ausstöbern von Feinden zu einem Kinderspiel.
Dank des neuen Mikrofons und der KI-Mikrofonverbesserung des Delta S ist nun obendrein die eigene Stimme klarer verständlich und obendrein lauter, was er Kommunikation mit Ihren Mitspielern zugutekommt, für deren bessere Stimmverständlichkeit Sie wiederum in der Software einen zusätzlichen Sprachfilter zuschalten können. Hier können Sie obendrein die RGB-Beleuchtung anpassen, für das Delta S wurde gegenüber des regulären Delta-Modells obendrein mit Soundwave ein weiterer Effekt integriert, schalten Sie diesen zu, übernimmt die RGB-Beleuchtung die Funktion einer Lichtorgel und reagiert entweder auf zugespieltes Audiomaterial oder auf Ihre mittels Mikrofon aufgezeichnete Stimme.
Asus ROG Delta S - Testfazit
Wie schon die restlichen Modelle der Delta-Reihe kann auch Asus' neues ROG Delta S überzeugen. Der neue DAC bietet eine leicht bessere Audioqualität sowie Support für das MQA-Format, welches insbesondere für hochqualitatives Musikstreaming unterwegs Vorteile bringt - allerdings sind Sie auf entsprechendes Material angewiesen, um in den Genuss von MQA-Audio zu kommen. Für Heim-Audiophile, die weniger auf Speicherplatz achten müssen, tut es auch die persönliche FLAC-Sammlung. Dann allerdings demonstriert das ROG Delta S eine für Spieler-Headsets wirklich sehr ansprechende Audioqualität, die obendrein auch beim Spielen viele Vorteile bietet und sowohl Sprache als auch leise Geräusche sehr gut vernehmbar aus dem detaillierten Klangbild herausschält. Das neue Mikrofon samt der neuen AI-Mic-Filterung zeichnet wiederum Ihre eigene Stimme verständlich und gut verstärkt auf, sodass auch Ihre Mitspieler von dem verbesserten Delta S profitieren.
Dazu kommt der insbesondere durch die verringerte Masse abermals erhöhte Komfort, welcher uns schon beim originalen Delta und dem Klinken-Geschwisterchen Delta Core überzeugen konnte. Doch durch die Schlankheitskur ist das Tragen des Delta S nochmals deutlich angenehmer, insbesondere nach längerem Tragen fällt das geringe Gewicht und der reduzierte Anpressdruck der Ohrpolster sowie des Kopfbügels angenehm auf - oder besser: Das Delta S fällt gegenüber dem regulären Delta beim Tragen weniger stark auf, da es deutlich weniger gewichtig auf dem Schädel sitzt und obendrein die Ohren weniger stark in die Zange nimmt. Dies macht sich insbesondere bei stundenlangen Spiel- oder Musik-Sessions bemerklich, denn in diesen Situationen kann das reguläre Delta das höhere Gewicht weniger gut kaschieren und zu leichten Ermüdungserscheinungen führen, während das Delta S weiterhin luftig und kaum merklich auf dem Kopf verweilt.
Unterm Strich ist das Delta S sehr gelungen und ein ausdrücklich empfehlenswertes Headset. Gegenüber dem regulären ROG Delta bietet das S-Modell eine leicht erhöhte Klangqualität und ein verbessertes Mikrofon, besonders bemerkbar ist indes der erhöhte Komfort. Der MQA-Support ist eine nette Dreingabe insbesondere für audiophile Streamer. Entsprechende Musikstücke, die im MQA-Format gestreamt werden, klingen tatsächlich deutlich besser und sauberer als reguläres Material oder gar Youtube-Videos - der Support ist allerdings etwas lückenhaft und ohne entsprechende MQA-Streams bringt auch der Support für den neuen Codec wenig. Ob MQA beispielsweise jemals in Spielen eingesetzt werden wird, um etwa das Datenaufkommen bei gesteigerter Qualität zu reduzieren oder Download-Größen in den Griff zu bekommen, steht noch in den Sternen beziehungsweise erscheint aufgrund zusätzlich anfallender Lizenzgebühren eher unrealistisch. Dennoch ist der Support natürlich eine nette Dreingabe, insbesondere für jene, die das schick und recht zurückhaltend gestaltete ROG Delta S auch unterwegs für hochqualitative Musikberieselung nutzen wollen. Rundum ist das Delta S ein sehr gutes Headset für audiobegeisterte Spieler und mobile Musik-Streamer gleichermaßen und zählt obendrein zu den bestklingendsten Headsets des Herstellers.

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Wie sieht es den mit dem Release aus? Der Preis wäre auch noch interessant, gewesen.
MfG
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