Audeze LCD GX: Edel-Headset für fast 1.000 Euro im Test
Wir sind auf der Suche nach der Spitze der Headset-Klasse. Mit dem LCD GX gibt es einen möglichen Kandidaten. Wir laden zum Test.
Inhaltsverzeichnis
Wir konnten schon einige Headsets der Oberklasse testen. Doch zwischen den sehr teuren Modellen im Bereich von 300 bis 600 Euro und den knapp 1.000 Euro des LCD GX von Audeze liegen Welten. Das Modell verfügt über planare Treiber und ist im absoluten High-End-Segment angesiedelt. Wir testen, was man für einen solch hohen Preis geboten bekommt.
Ausstattung
Das LCD GX ist ein Hi-Fi-Kopfhörer mit ansteckbarem Mikrofon. Das sieht man nicht nur an der offenen Bauweise und den planaren Treibern, sondern auch an der Anschlussvielfalt. Im sehr stabilen Koffer finden sich zwei Kabel, die mittels Mini-XLR an den beiden Ohrmuscheln befestigt werden. Das eine ist rein für die Anwendung als Kopfhörer gedacht, ist geflochten ausgeführt und bietet einen 6,3-mm-Klinkenstecker am Ende. Das andere integriert ein Mikrofon in den linken Ohrmuschelstecker und verfügt über eine 3,5-mm-Kombiklinke, die nach Bedarf per Splitter in Kopfhörer- und Mikrofonstecker aufgeteilt werden kann.
Im Test: Drei Headsets mit planaren Treibern von Asus, Audeze und Fostex
Kopfhörer mit planaren Treibern stellen schon lange die Speerspitze im professionellen Audio-Bereich dar. Die Technik hat sich vereinzelt aber auch in den Headset-Markt geschlichen und verspricht eine kompromisslose Nutzung auch für Audiophile. Wir haben uns drei "bezahlbare" Kandidaten genauer angesehen.
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Detailansicht
Auf dem Kopf
Das LCD GX ist mit 515 g relativ schwer, sitzt aber weitgehend sicher auf dem Kopf. Der Metallbügel erzeugt genügend Druck auf die Magnesium-Ohrmuscheln, die mit weichen Kunstleder-Ohrpolstern ausgestattet sind. Das LCD GX lässt sich an alle Kopfgrößen anpassen, die verstellbare Aufhängung der Ohrmuscheln über Stäbe sieht erst einmal abenteuerlich aus, gestaltet sich aber sehr funktional und stabil.
LCD GX gegen Maxwell 2
Wir konnten uns in einem Test bereits das Audeze Maxwell 2 ansehen. Das LCD GX ist dagegen grundlegend anders aufgebaut: analog statt digital, Kabel- statt Drahtlosverbindung sowie offen und nicht geschlossen. Auch wenn beide über planare Treiber verfügen, erreicht das LCD GX eine bessere Soundqualität, unter anderem wegen des offenen Aufbaus - aber zu einem deutlich höheren Preis.
Referenzvergleich
Das LCD GX ist das bisher teuerste Headset im PCGH-Test und damit auch deutlich teurer als unser Referenz-Kopfhörer DT 1990 Pro MK2 von Beyerdynamic sowie der bisherige Spitzenreiter Kithara von Hifiman beziehungsweise Asus. Der Vergleich ist daher besonders spannend. Zuerst einmal lässt sich beim Sound des LCD GX direkt die planare Treiber-Technik erkennen. Die Höhen und Bässe sind sauber, das Frequenzspektrum natürlich, und die Mitten reagieren offener und intensiver als beispielsweise beim dynamischen DT 1990. Im Vergleich zum Hifiman-Sound wirkt das Headset wärmer, etwas weniger analytisch, jedoch auch etwas geschlossener. Die Höhen sind im Vergleich etwas weniger intensiv. Das sorgt dafür, dass das LCD GX einen sehr guten Klang auch bei hohen Lautstärken liefert, ohne anstrengend oder harsch zu wirken.
Der intensivere Fokus beim Kithara auf Höhen bei gleichzeitig sehr hoher Präzision und Offenheit stellt aber gleichzeitig auch die größte Konkurrenz für den LCD GX dar. Denn vor allem in Musiktiteln mit komplexen Schlagzeugparts, die mit Becken und Hi-Hats ausgeschmückt wurden, kann sich das Kithara gegen letzteren durchsetzen, wirkt dabei aber etwas fordernder fürs Gehör. Der wärmere, etwas mehr mittenbetonte Sound des LCD GX schmeichelt eher langen Sessions und stellt vor allem Stimmen hervorragend rund dar. In den Tiefen sieht es ähnlich aus. Analytischer, aber auch präziser, wirkt für uns das Kithara, wärmer und natürlicher das LCD GX. In unserer Testtabelle liegt das LCD GX auf dem zweiten Platz. Man kann dem Headset dabei allerdings keine schlechtere Leistung bescheinigen, lediglich die Ausstattungsnote ist vor allem wegen der geringeren Anschlussflexibilität und fehlender zweiter Earpieces eingeschränkter.
