Einstellung vor Spielstart, Grafik am TV, Steuerung und Testfazit
Grafik am TV analysiert, Controller im Praxis-Check und unser Testfazit
Inhaltsverzeichnis
Wichtige Einstellungen und Optimierungen
Wie das Evercade EXP-R sucht auch das Evercade VS-R sofort nach dem Erststart - der Bootvorgang dauert 30,6 Sekunden - nach einer WLAN‑Verbindung. Ist die gefunden und eingerichtet, erhalten wir auch hier eine Meldung, dass ein 423 MB großes Update verfügbar ist. Ist dieses heruntergeladen, erscheint der Startbildschirm, der dem des Evercade EXP-R sehr ähnelt und an dessen linken Rand sich die bereits beschriebenen vier Symbole befinden. Bevor wir mit dem Retro-Spielvergnügen am heimischen TV starten, rufen wir allerdings die Anzeigeneinstellungen auf. Da die Grafik jetzt auf einem großen Bildschirm zu sehen ist, empfehlen wir, die Scanlinien einzuschalten - je nach Ihrem Gusto stark oder schwach. Ohne diesen "Weichzeichner" respektive die CRT-Monitor-Emulation wirken die sichtbar hochskalierten Pixel gerade bei 16- und 32-Bit-Spielern kantig und die Grafik ist eher grob.
Quelle: PCGH
Ein besonderes Ausstattungsmerkmal des Evercade VS-R ist der Dual-Cartridge-Slot für das gleichzeitige Spielen von zwei Modulen. Vorher sollten Sie jedoch die Anzeigeneinstellungen optimieren.
In puncto Seitenverhältnis bleibt unsere Empfehlung bei "Vollbild" oder "Originalgröße", wobei Sie bei Ihrer Wahl bedenken sollten, dass das Vollbild meist in der Breite sichtbar gestreckt wird. Das kann gerade bei einem sehr großen Flachbildfernseher mit 16:9-Format stören, da auch die Pixelproportionen nicht mehr ganz stimmen. Im Gegenzug kann man es bei einem 55-Zöller oder noch größerem TV sicherlich verschmerzen, dass sich am linken und rechten Rand des Bildes ein schwarzer Streifen befindet.
Quelle: PCGH
Stellen Sie in den Anzeigenoptionen das originale Seitenverhältnis ein, sind bei Bildschirmen mit 16:9-Format am linken und rechten Rand schwarze Balken ("Letterbox" oder "Pillarbox") zu sehen. Gerade bei sehr großen Fernsehern lässt sich das zugunsten des Retro-Charmes verschmerzen.
Beim Scrollen durch die Anzeigeneinstellungen entdecken wir weitere wichtige Optionen. Da diese beim Aufrufen der Anzeigeneinstellungen nicht mehr auftauchen, sollten Sie die folgenden Einstellungen vor dem Spielbetrieb durchführen: Aktivieren Sie die Optionen "dynamische Bildrate" und "50 Hz für Pal-Spiele erzwingen". Wie das Evercade EXP-R besitzt auch das Evercade VS-R einen Tate-Modus. Schalten Sie diesen nur ein, wenn Ihr Monitor oder Fernseher über eine Pivot-Funktion verfügt, und sich um 90 Grad oder 270 Grad drehen lässt. Dazu muss auch das Spiel wie Space Invaders oder Ski Alpin für vertikales Spielen optimiert sein. Zum Schluss können Sie noch bestimmen, ob Sie moderne oder klassische Intro-Videos sehen möchten und ob diese mit oder ohne Scanlinien dargestellt werden.
Retro-Charm, auch am großen Bildschirm
Sind alle Einstellungen gesetzt, kann es losgehen. Die Bildwirkung hängt hauptsächlich von der Bit-Tiefe (8/16/32 Bit) und der Bildschirmgröße ab. Je größer der TV, desto größer und grobkörniger wirken die Pixel; ab 50 Zoll erscheinen sie deutlich blockig und flimmern - bei Legacy of Kain: Soul Reaver besonders in Texturen. Da filtern dann auch die Scanlinien kaum, deren Aktivierung wir am TV für alle 16/32-Bit-Spiele, jedoch nicht für die 8-Bit-Spiele empfehlen.
Beim Evercade VS-R spielt auch der Sitzabstand eine Rolle: In unserem Test sah die Grafik auf einem 40-Zoll-TV aus drei Metern Entfernung gut aus; unter einem Meter verschlechterte sich der Eindruck klar. Als Alternative eignen sich 24-30-Zoll-Monitore. Dort können Sie näher heranrücken - die Grafik wirkt stimmiger und erzeugt Nostalgieflair, weil sie generell nicht nachbearbeitet wird, sondern die Pixel nur vergrößert werden. Klar ist: Die Retro-Optik liegt weit von aktueller Grafik entfernt. Für echte Retrofans ist das zweitrangig - hier zählt das authentische Spielgefühl mehr als moderne Effekte.
Hohe Controller-Kompatibilität
Das erste, was beim mitgelieferten Controller mit Standard-Gamepad-Tastenbestückung auffällt, ist das drei Meter lange USB-Anschlusskabel. Damit gelingt es auf jeden Fall, sich im passenden Abstand zum Fernseher zu positionieren. Mit 109 g ist er zusätzlich eher leicht und kopflastig auch noch. Daran gewöhnt man sich aber schnell, und gerade beim Langzeiteinsatz ist das moderate Gewicht von Vorteil. Dazu sorgen abgerundete Kanten dafür, dass der Controller unabhängig von der Größe ergonomisch in der Hand liegt. Auch die Anordnung von Aktionstasten, Triggern und Steuerkreuz stimmt, sodass alle Knöpfe auch mit langen Fingern ohne Verrenkungen bedient werden können.
Trotz eher geringem Widerstand reagiert das Steuerkreuz präzise und direkt. Die Aktionsknöpfe und Schulter- sowie Trigger-Tasten verfügen dagegen über einen harten, knackigen Druckpunkt, der sich auch akustisch durch ein Klickgeräusch bemerkbar macht. Sollte Ihnen das mitgelieferte Gamepad überhaupt nicht gefallen, können Sie alternativ den sehr ergonomischen Controller für die Xbox Series X/S/One einsetzen. Unser Test mit dem Retro-Bit Official Sega Mega Drive USB Controller klappte ebenfalls problemlos.
Quelle: PCGH
Der Controller des Evercade VR-S ist leicht und etwas kopflastig. Das machen das sehr gut reagierende Steuerkreuz und die Tasten mit direktem, knackigem Druckpunkt wieder wett.
Generell ist das Evercade VS-R zu vielen Gamepads und Controllern kompatibel und Sie können sogar vier Steuergeräte gleichzeitig an den vier USB-A-Ports an der Front anschließen. Auch das ist ein echter Pluspunkt der Cartridge-Konsole, das garantiert bei Titeln wie Growl ein wirklich unterhaltsames Mehrspielervergnügen.
Testfazit: Evercade EXP-R und VS-R
Sowohl das Evercade EXP-R als auch das Evercade VS-R zeigen im Retro-Gaming-Check, dass sie mehr als eine Alternative zu den zahlreich angebotenen Retro-Konsolen sind. Das Handheld überzeugt trotz des kleinen Bildschirms mit einer sehenswerten Retro-Optik, die durch Anzeigeneinstellungen sogar noch modifizierbar ist. Auch die Reaktion des Steuerkreuzes ist top und zusammen mit den sehr guten Druckpunkten der Tasten ist Retro-Zock-Vergnügen garantiert. Weitere Pluspunkte sammelt das in seiner Art einmalige Gerät mit seinem Alleinstellungsmerkmal, der Tate-Funktion.
Quelle: PCGH
Evercade EXP-R und Evercade VS-R sind mehr als eine Alternative zu den zahlreich angebotenen Retro-Konsolen.
In puncto Grafik liefert auch das Evercade VS-R Retro-Charm, der mit passenden Einstellungen und Sitzabstand auch noch am großen 50-Zoll-plus-Fernseher aufkommt. Auch Extras, wie die vier USB-Anschlüsse für Mehrspieler-Action und die Möglichkeit, zwei Cartridges zu nutzen, bringen Pluspunkte. Der Hauptgrund jedoch, warum beide Geräte die Retro-Konsolen hinter sich lassen, ist das große Evercade-Cartridge-Universum. In jenes steigen Sie einmal mit 120/110 Euro ein und müssen sich aber nicht für weitere Retro-Spiele eine neue Konsole kaufen, die meist mit rund 100 Euro zu Buche schlägt. Dieses Geld können Sie direkt in die Spielemodule investieren und sich Ihre Retro-Spielesammlung nach Ihren Vorlieben zusammenstellen.

Nur noch nicht dazu gekommen sie ausgiebig zu Testen. Angeschlossen, Wlan, Update, Cartridge mit River Raid rein, direkt Nostalgie Flash 80ziger.
Mir gefallen die beiden Geräte hervorragend und ich werde sie mir definitiv mal näher ansehen.
Aktuell bin ich mit den FPGA-Spielkonsolen von Analogue sehr zufrieden und spiele C64, Amiga, Sega Mega Drive, NES und SNES auf dem Analogue Pocket und N64-Spiele auf dem Analogue 3D.
Die Systeme von Evercade machen aber auch einen sehr guten Eindruck.
Danke für den tollen Erfahrungsbericht und gerne mehr RETRO!!!
Liebe Grüße
Sven