PCGH-Praxis: Wie schlimm steht es um den 12VHPWR-Anschluss?

Der Thriller rund um den neuen 12VHPWR-Stecker bei der RTX 4090 von Nvidia nimmt kein Ende. Der aktuell vermutete Übeltäter von schmelzenden Anschlüssen wird bei der schwankenden Qualität von den Lötstellen der mitgelieferten 8-Pol-Adapter in Kombination mit diagonalem Biegen verortet. Wir testen unter teils unfairen Bedingungen selbst, inwiefern wir diese Mängel auch in der Praxis reproduzieren können.

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Update: In unserem Plus-Artikel haben wir einen neuen Blick auf die Thematik geworfen und gehen auch näher auf Gehäuse, Temperaturen und Unterarten ein. Nicht nur die Adapter von Nvidia können beim anscheinend falschen Einstecken betroffen sein, sondern theoretisch jeder 12VHPWR-Stecker kann bei nicht korrekter Verbindung einen Schaden erleiden. Nach Angaben von Nvidia im November sind weltweit 50 Fälle bekannt. Die PCI-SIG erinnert währenddessen Hersteller an notwendige Qualitätssicherungen. Im folgenden Video gehen wir auf die Praxis mit der 12VHPWR-Buchse und mehr ein.

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Original-Artikel vom Oktober 2022:

Wo liegt überhaupt das Problem?

Durch einzelne Berichte und Bilder von geschmolzenen 12VHPWR-Adaptern bei der RTX 4090 macht sich das halbe Internet auf die Ursachensuche, jedoch lässt sich darüber auf kleinerer Ebene ohne die Defekt-Daten und -Arten der Hersteller nur spekulieren. Als Problem wird nach dem Bericht von Igors Lab momentan größtenteils die schwach wirkende Lötstelle mancher Nvidia-Adapter vermutet, bei dem vier dickere Leitungen (mit 14 AWG) an zu dünne Plättchen verlötet werden. Nach jetzigen Vermutungen ist das vereinzelte Schmelzen weniger aufgrund des 12VHPWR-Formfaktors an sich, sondern viel mehr wegen der Konstruktion und den Qualitätsschwankungen des mitgelieferten Nvidia-Adapters aufgetreten. Eine detaillierte Mitteilung von Nvidia steht zum Redaktionsschluss noch aus, die Vorfälle werden gerade untersucht. Fehlerhafte Adapter und Karten können nach Kontaktaufnahme zum Hersteller eingeschickt werden.

Beim starken Biegen, vor allem seitlich/diagonal, scheinen sich die äußeren Lötstellen im Inneren des Nvidia-Adapters bei manchen Varianten (nicht allen) leicht zu lösen. Im Gegensatz zu den meisten nativen Kabeln, die direkt vom Netzteil zur GPU geführt werden, sind die einzelnen Pins beim Nvidia-Adapter zwischen dem eigentlichen Stecker und den Kabeln in einem Verbund zusammengelötet. Mit der Position der Lötstelle nahe dem Stecker und dem in der Praxis unvermeidlichen Biegen wäre eine andere Konstruktion beim mitgelieferten Adapter nach aktuellem Stand sinnvoller gewesen.

Eine Folge zu starken Biegens oder einer ohnehin mangelhaften Verbindung wäre der Teilausfall, wodurch die restlichen Leitungen überlastet werden und sich der Stecker über einen längeren Zeitraum auf zu hohe Temperaturen aufwärmt. Eine Alternativ-Theorie wäre zudem ein schlechter Kontakt zwischen den Stecker-Terminals und den Pins, durch Verschieben/Zerdrücken der einzelnen Pin-Rahmen, wodurch es auch hier aufgrund des folglich höheren Widerstands zu kritischen Temperaturen kommt. Aktuell sind nur Berichte mit den Nvidia-Adaptern bekannt. Von Defekten durch native 12VHPWR-Kabel direkt vom Netzteil aus, ist noch nichts gemeldet worden. Der neue 12VHPWR-Anschluss (unten) besteht aus sechs 12-Volt-Leitungen mit jeweils bis zu 9,2 Ampere, sechs Masse-/Erdungs-Pins und vier Sense-Leitungen. Die klassischen 6+2-Pol-Anschlüsse hätten mit der PCI-E-4.0-Karte RTX 4090 <strong>zweifellos weniger Probleme verursacht.</strong> Das volle Potenzial schöpft der 12VHPWR-Stecker ohnehin erst mit noch kommenden PCI-E-5.0-GPUs und den anderen zwei Sense-Signalen aus. AMD macht es sich leicht und setzt in der nächsten GPU-Generation weiterhin auf den bekannten 8-Pol-Stecker in mehrfacher Ausführung, genauso wie Intel mit den Arc-A700-Karten. <strong>Der 12VHPWR-Anschluss wird voraussichtlich dennoch früher oder später zum Standard.</strong>&nbsp; Quelle: PC Games Hardware Der neue 12VHPWR-Anschluss (unten) besteht aus sechs 12-Volt-Leitungen mit jeweils bis zu 9,2 Ampere, sechs Masse-/Erdungs-Pins und vier Sense-Leitungen. Die klassischen 6+2-Pol-Anschlüsse hätten mit der PCI-E-4.0-Karte RTX 4090 zweifellos weniger Probleme verursacht. Das volle Potenzial schöpft der 12VHPWR-Stecker ohnehin erst mit noch kommenden PCI-E-5.0-GPUs und den anderen zwei Sense-Signalen aus. AMD macht es sich leicht und setzt in der nächsten GPU-Generation weiterhin auf den bekannten 8-Pol-Stecker in mehrfacher Ausführung, genauso wie Intel mit den Arc-A700-Karten. Der 12VHPWR-Anschluss wird voraussichtlich dennoch früher oder später zum Standard. 

Bildergalerie

Praxis-Test: 12VHPWR in Gehäusen

Um ein starkes Biegen zu vermeiden, gelten 35 mm vom Stecker bis zur ersten Biegung als Empfehlung. Der mitgelieferte 12VHPWR-Adapter von Nvidia hat bis zu exakt diesen Maßen ein verstärkendes Klebeband um die Kabel gewickelt. In der Praxis werden diese Maße erst in breiteren Gehäusen wie dem Fractal Define 7 mit ca. 20,5 cm erreicht. Vom Mainboard/der Gehäuse-Wandinnenseite bis zum Seitenteil sind beim horizontalen Einbau daher mindestens 18,5 bis 19 cm ratsam, um das Kabel nicht zu stark umformen zu müssen. In Gehäusen wie dem LC Power 804B, die minimal unter diesen Maßen liegen, kann ausweichend entweder auf eine rechtwinklige Drittanbieterlösung oder einen vertikalen Aufbau mit Riser-Kabel gesetzt werden. In unserem Härtetest nahmen wir explizit das LC Power 804B mit horizontalem Aufbau, da das Seitenteil erst Je größer die Distanz vom Stecker bis zur ersten Biegung, umso besser – insbesondere beim Nvidia-Adapter, bei dem die Lötstelle direkt hinter dem Anschluss gelegt wurde. Bei dem 'Dreizack' der RTX 3090 Ti (nur 12-Pol), hat man nicht zu dieser Lösung gegriffen. Quelle: PC Games Hardware Je größer die Distanz vom Stecker bis zur ersten Biegung, umso besser – insbesondere beim Nvidia-Adapter, bei dem die Lötstelle direkt hinter dem Anschluss gelegt wurde. Bei dem "Dreizack" der RTX 3090 Ti (nur 12-Pol), hat man nicht zu dieser Lösung gegriffen. mit leichtem Quetschen zu verschließen ist. Eine ansonsten simple, aber nicht gerade ideale Möglichkeit wäre das Weglassen des Seitenteils, bis eine Alternative griffbereit läge. Achten Sie beim vorsichtigen Hereinstecken darauf, dass zwischen dem Kabelrahmen und der Buchse keine Lücke an der Ober- oder der Unterseite zu sehen ist und gehen Sie nach Möglichkeit schonend mit dem Adapter-Kabel um. Halten Sie die Grafikkarte bestenfalls an der rechten Seite dabei fest oder sorgen Sie anderweitig für mehr Stabilität beim Anschließen. Beim Einrasten sollte ein subtiles Klicken am unteren Hebel entweder fühl- oder hörbar sein. Eine äußerst fest verschraubte Verbindung zu den PCI-E-Slot-Blenden ist verpflichtend. Als optionale Ergänzung können GPU-Halterungen an der rechten Seite (zur Gehäusefront) gegen ein Absacken über Zeit prophylaktisch verwendet werden. In unserem Test mit Custom-Karten wie der RTX 4090 TUF Gaming, Gigabyte Gaming OC, Palit Game Rock OC und anderen konnten wir allerdings kein Absacken beobachten.

Gehäuse und 12VHPWR Je breiter der Gehäuseinnenraum, umso leichter fällt auch das ordnungsgemäße Verlegen. Quelle: PC Games Hardware Je breiter der Gehäuseinnenraum, umso leichter fällt auch das ordnungsgemäße Verlegen. Eine zu starke und seitliche Biegung sorgt für die anfälligste Belastung des beigelegten Adapters, wodurch sich die Lötstellen zumindest in Einzelfällen zu lösen scheinen. Ideal für unseren Härtetest. Quelle: PC Games Hardware Eine zu starke und seitliche Biegung sorgt für die anfälligste Belastung des beigelegten Adapters, wodurch sich die Lötstellen zumindest in Einzelfällen zu lösen scheinen. Ideal für unseren Härtetest.

Auf der zweiten Seite schauen wir uns die Unterschiede zwischen nativen Kabeln von Netzteilherstellern und dem Adapter von Nvidia genauer an, gehen auf grundsätzliche Punkte ein und untersuchen die Praxis in Gehäusen durch erste Temperaturmessungen an verschiedenen Stellen über einen längeren Test hinweg.

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  1. Seite 1 PCGH-Praxis: Wie schlimm steht es um den 12VHPWR-Anschluss?
  2. Seite 2 PCGH-Praxis: Was konnten wir unter verschiedenen Tests mit der RTX 4090 beobachten?
  3. Seite 3 PCGH-Praxis: Vorläufiges Fazit zum 12VHPWR-Adapter-Drama
    • Kommentare (121)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JHatic Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Alephthau
        Hi,

        Erste Meldungen gehen zum nativen 16Pin ein, also den vom Netzteil:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Ich bekomme gerade ein wenig Samsung Note 7-Vibes....

        Gruß

        Alef
        Bin dran.

        Edit: Geforce RTX 4090: Auch 16-Pin-Stromadapter von nativem ATX 3.0 Netzteil schmilzt
      • Von Alephthau PC-Selbstbauer(in)
        Hi,

        Erste Meldungen gehen zum nativen 16Pin ein, also den vom Netzteil:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Ich bekomme gerade ein wenig Samsung Note 7-Vibes....

        Gruß

        Alef
      • Von ArchieB Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Gaymer
        Abgesehen von der FE ist NVidia nicht für die beigelegten Kabel verantwortlich. Das sollte man auch endlich mal zur Kenntnis nehmen, wenn man schon mit Mistgabeln wedelt, [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Dehalb schrieb ich ja, dass auch die Boardpartner und Händler gefragt sind.
        Abgesehen davon: Ich werde solange mit Mistgabeln wedeln, bis Nvidia und Partner sich mal bequemen, Stellung zu den Mistkabeln zu beziehen. Danach wedle ich mit etwas anderem.
      • Von Moebiusband Kabelverknoter(in)
        Zitat von Gaymer
        Abgesehen von der FE ist NVidia nicht für die beigelegten Kabel verantwortlich. Das sollte man auch endlich mal zur Kenntnis nehmen, wenn man schon mit Mistgabeln wedelt, [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Naja, auch wenn ich im Grunde bei Dir bin, was Art und Weise der Kritik und des thematischen Hochkochens angeht, ganz so einfach ist die Sache wahrscheinlich nicht.

        Irgendwann wird irgendjemand bei Nvidia dieses Adapterkonzept, resp. Produktionsmodell abgesegnet und die Produktion/den Auftrag freigegeben haben. Deshalb besteht m.E. nach auch der Wunsch von Nivida, defekte Adapter mit Karte zu bekommen zwecks Fehlersuche. Jemand bei Nvidia war und ist im Thema involviert.

        Zieht sich die (entwicklerische ) Verantwortung nicht doch ein wenig weiter?
        Davon abgesehen, dass ich noch nicht mal glaube, dass FE und Boardpartner unterschiedliche Qualitäten von Adaptern haben, bekommen die Boardpartner die Adapter nicht auch im Nvidia-Paket zur RTX 40er Reihe mitgeliefert bzw. vorgeschrieben seitens interner Spezifikationen? Hat man freie Wahl als Boardpartner? Ich weiß es nicht. Aber anhand der bisherigen Modelle war dies scheinbar nicht der Fall oder der einfachere Weg für alle.

        Der wichtigste Punkt dabei, und der lässt sich nicht mal eben wegwischen, auf jedem bisher gelieferten Adapter, ob FE oder Partner, ist das nvidia-Logo aufgedruckt.

        Mit diesem PR-Stunt steht man schlichtweg ganz oben in der Verantwortung, dass die Adaptersache auch rund läuft und wer wird wohl der erste Ansprechpartner bei Problemen sein? Schuldiger ist man vielleicht auch, aber wichtiger ist doch, wie Nvidia mit der Sache nun umgeht. Ich sehe auch keinen Anderen, der da in der Pflicht stehen sollte, auf dem Adapter ist nur ein Name zu lesen.
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        Lösungsansätze:

        1. Maschine bauen zum Einstecken des Kabels mit minimalem Erzeugung von Kräften. Das kann auch ewig und 3 Tage dauern, wie beim kuppeln und bremsen als Chauffeur, wenn die Mannschaft schläft. Igors Kinder haben ja gefragt, wie gut sich der Adapter mit der Karte beim Einbau verbinden lässt.

        2. Große Gehäuse kaufen oder Case Modding betreiben.

        3. Max Undervolting nutzen (349 Watt laut PCH Test) mit Standardperformance (nur Risikominimierung ohne weitere Kosten; die Suche nach noch mehr Leistung pro Watt endet so nie )

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] : Hugos Bastelstube nur zur Sicherheit, weil die Fachleute in diesem Bereich sich auch zurückhalten und das dürfen sie ja auch. Es braucht noch ein wenig mehr Zeit.

        Umtauschen ist für die meisten Leute keine Option, wenn die Planung für die Nutzung der Rechenleistung Monate zurück liegt, genauso wenig wie auf Performance verzichten bis irgendwann in die Zukunft hinein.

        Möchte jemand seine Karte loswerden oder nur den Adapter zur Verfügung stellen, falls 150 Volt, Steve Burke von GamersNexus hat Interesse am Kauf, um die Chargen ausfindig zu machen, welche Modelle von welchem Hersteller betroffen sein könnten.

        Zumindest die Temperaturunterschiede in verschiedenen Situationen konnte er nachstellen.

        Vorgestern waren es 130 Emails mit 7 Kabeln mit 150 Volt. Testergebnisse folgen. Sie brauchen Kabel, mit denen die Karte noch hochfährt, aber wo die Kabel nicht ordentlich verbunden sind. Der Grat hin zu völlig defekten Kabeln ist schmal. Wer dem Team schreiben möchte (auch auf deutsch, sie lassen Google so etwas übersetzen), bitte an:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Einzige Frage für mich: Ist es ein Rennen gegen die Zeit für die Hersteller oder wird diesem Problem zu viel Bedeutung beigemessen?

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        CableMod freut sich bestimmt:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Und Satire bietet nicht nur einen Lüfter am Adapter, sondern einige gehen hin bis zu Starkstromanschlüssen für das volle Übertaktungspotenzial, wo die Karte selbst dann die volle Leistung bringen kann. Glückwunsch an alle natürlich, die den Kauf nicht bereuen und wo alles gut läuft.
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