PCGH-Praxis: Was konnten wir unter verschiedenen Tests mit der RTX 4090 beobachten?
Enge und breite Gehäuse, Gequetsche und Gebiege ohne Ende: Was konnten wir in der Praxis beobachten? Was lässt sich festhalten?
In diesem Artikel
Native Kabel ohne Lötstellen
Bei den uns vorliegenden ATX-3.0-Netzteilen wie dem Thermaltake Toughpower GF3 oder dem Be Quiet Dark Power 13 ist das 12VHPWR-Kabel an beiden Seiten (also Netzteil und Grafikkarte) mit einem 12VHPWR-Anschluss bestückt. Bei älter spezifizierten Netzteilen wie dem Seasonic Prime TX oder dem Thor 2 werden einfache 8-Pol-Buchsen am Netzteil zur Verfügung gestellt, die auch ohne Probleme die notwendige Spannungs- und Masseleitungen zur Verfügung stellen. Interessant wird die praktische Verwendung von ATX-2.4er/2.5er-Netzteilen mit PCI-E-5.0-Grafikkarten, da ab dann auch für PCI-E-4.0-GPUs optionale Leitungen gestellt werden müssen.
Der "Vierzack"-Adapter von Nvidia stellt durch die Lötstelle kurz vor dem Stecker eine Kuriosität dar. Sowohl der "Dreizack" (3× 8-Pol zu 1× 12VHPWR) der RTX 3090 Ti als auch die nativen 12VHPWR-Kabel der Netzteilhersteller führen die Kabel bis zu den Terminals durch, weshalb auch kein gesondertes Schutzband notwendig wird. Auch fallen deutlich weniger Kabel insgesamt an. Sollte Ihr Netzteil vom Hersteller mit einem nativen 12VHPWR-Kabel versorgt werden können (entweder direkt oder nachträglich kostenlos/kostenpflichtig), dann sollten Sie bestenfalls auch direkt zu dieser Option anstatt eines Adapters greifen. Denn abseits der Vermutungen um die Lötstelle gilt im Gehäuse: je weniger störende Komponenten, umso besser, besonders in Bezug auf Kabelsalat in der Netzteilkammer und einem vermeidbaren Hitzestau.
Ohne offizielle Aussage von Nvidia lässt sich aktuell nur spekulieren, warum genau Einzelfälle mit dem Adapter der RTX 4090 auftreten. Beim Adapter sind die Terminals doppelt getrennt, bei den nativen Kabeln dagegen im Verbund und nur einmal. Ob sich dadurch Kontaktflächenprobleme ergeben, kann nur im Rahmen eines größeren Tests mit entsprechend hoher Stückzahl ergründet werden. Neben Konstruktionslücken/-defekten wären auch Anwendungsfehler denkbar, die nur schwer reproduzierbar sind, vor allem bei kleineren Stückzahlen.
Quelle: PC Games Hardware
Auch wenn die 8-poligen PCI-E-Kabel für 150 Watt zertifiziert sind, kann pro Kabel (auch oder gerade im Daisy-Chain) deutlich mehr von der GPU gezogen werden. Der 12VHPWR-Anschluss ist auf bis zu maximal 600 Watt spezifiziert. Native 12VHPWR-Stränge ersparen einem den Kabelsalat. Hersteller wie etwa Corsair oder Be Quiet bieten modellspezifische Kabel auch für deutlich ältere Netzteile im 750er- bis 850er-Wattbereich an.
Quelle: PC Games Hardware
Das Toughpower GF3 von Thermaltake stellt als einer der ersten ATX-3.0-Stromherzen die später wohl üblichere Verbindung zwischen 12VHPWR zu 12VHPWR vor. Auch das Be Quiet Dark Power Pro 13 setzt auf 12VHPWR zu 12VHPWR.
Quelle: PC Games Hardware
Manche ATX-2er-Netzteil-Serien wie die Prime TX von Seasonic nutzen zum Verbinden des 12VHPWR-Steckers einfach die vorhandenen, hinteren 8-Pol-Anschlüsse des Netzteils. Im Gegensatz zu den 8-Pol-Kabeln sind die 8-Pol-Buchsen an den Netzteilen keineswegs auf ausschließlich 150 Watt spezifiziert.
Praxis-Test: Der Adapter in unserem Härtetest
Im Laufe des Praxis-orientierten Netzteiltests mit verschiedenen Wattklassen und der RTX 4090 konnten wir bereits erste Erfahrungswerte festhalten, ohne irgendwelche Mängel bemerkt zu haben - wir haben dabei aber explizit auf einen offenen Aufbau gesetzt und den Adapter sowie die nativen Kabel im Test keiner besonderen Belastung in Form von Beugungen/Knicken ausgesetzt. Mit dem Aufkommen der Bilder von geschmolzenen oder verbrannten 12VHPWR-Anschlüssen nahmen wir uns drei der beigelegten Adapter von Nvidia von verschiedenen Custom-Modellen und stellten die Bruchstellen auf eine harte Probe, ohne selbst ins Kabel reinzuschneiden oder das Band zu entfernen. Durch minutenlanges, abruptes horizontales sowie vertikales Knicken und einem seitlichen Hin-und-Her-Ziehen dürfte auch der härteste Fall grob repräsentiert sein. Mit der geringen Teststückzahl können wir keine gesicherten Rückschlüsse für alle Adapter ziehen, allerdings wäre ein Versagen bei drei Adaptern ein starkes Indiz für ein Massenproblem - trotz provokantem Knicken und expliziter Fehlanwendung.
Quelle: PC Games Hardware
Nach aktuellem Stand gibt es nicht eine Version des Nvidia-Adapters, sondern mehrere. Unsere drei getesteten, völlig unauffälligen und von uns bis zur Schmerzgrenze gebogenen Adapter, sind mit 14 AWG, 300 Volt, und bis zu 105 °C spezifiziert (E254854, AWM, 10368 VW-1). Es scheint mindestens eine Version mit 150 Volt und anderer Lötstelle zu geben. Die Kabeldicke der richtigen 12-Volt/Masseleitungen ist völlig ausreichend, die dünneren Sense-Signale dürften überhaupt keine Rolle spielen.
Als Praxisbeispiele für einen Gehäuseeinbau dienten uns das LC Power 804B für einen Aufbau mit limitierter Breite (ergo mit aggressiverer Biegung) und das Fractal Define 7, die Lüftergeschwindigkeit ließen wir bei den vorkonfigurierten Standardeinstellungen. Beim Test-System hielt wie auch schon beim Netzteil-Praxis-Test ein B660-I-ROG-Strix-Board, ein ROG-Thor-1 850 Watt-Netzteil von Asus sowie ein i7-12700K (ohne Limit, ähnlich wie bei den Gehäuse-Tests) her. Für den ersten Temperaturtest griffen wir zur Gigabyte Gaming OC RTX 4090, weitere Tests sind bereits in Planung. Damit der Anschluss auch möglichst zum Schmelzen kommt, gingen wir direkt zum Stressszenario mit ca. 560 Watt im Zeitraum von fünf Stunden über, die Temperaturen haben wir einerseits über von uns verlegten Sensoren und den von der Karte ausgegebenen Werten beobachtet.
Kein Schmelzen in Sicht
Egal, wie oft wir denselben Stecker wiederholt gebogen, gezogen, schief angesteckt oder sonst unsachgemäß behandelt haben, wir konnten die Temperaturen am Stecker und an der Buchse der Karte in keinem Fall über 64 °C bringen, auch nicht mit ca. 560 Watt über fünf Stunden im LC Power 804B hinweg. Der Durchschnitt am Stecker selbst lag bei 54 °C, an der Buchse der Karte bei zu erwartenden 62 °C. Die Kontaktfläche innerhalb der Verbindung können wir nicht messen. Die horizontal eingebaute Gigabyte Gaming OC RTX 4090 pendelte sich bei ca. 74 °C ein (+200 MHz Kerntakt, +1.100 Speichertakt, +33 Power-Limit), die GPU-Backplate zur PCI-E-Slot-Blendenseite erwärmte sich über die Zeit auf 58 °C an der wärmsten Stelle. Ebenso wie beim Fractal Define 7 (Werte nur minimal abweichend, weit vom Schmelzpunkt entfernt) sind alle gemessenen Werte im grünen Bereich, egal welchen Aufbau, welchen Adapter oder welches Gehäuse wir nahmen.
So ein Test im kleineren Rahmen kann keineswegs Rückschlüsse über die Summe von verteilten Adaptern geben - ähnliches gilt teils auch umgekehrt. Warum es in den Einzelfällen auf Reddit zum Schmelzen kam, kann nur Nvidia durch das Untersuchen dieser Fälle genauer bestimmen. Auf die Antwort wartet währenddessen die gesamte Branche. Auf der dritten Seite gehen wir noch auf andere Details zum Formfaktor ein und ziehen ein vorsichtiges Fazit.


Erste Meldungen gehen zum nativen 16Pin ein, also den vom Netzteil:
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Ich bekomme gerade ein wenig Samsung Note 7-Vibes....
Gruß
Alef
Edit: Geforce RTX 4090: Auch 16-Pin-Stromadapter von nativem ATX 3.0 Netzteil schmilzt
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Alef
Abgesehen davon: Ich werde solange mit Mistgabeln wedeln, bis Nvidia und Partner sich mal bequemen, Stellung zu den Mistkabeln zu beziehen. Danach wedle ich mit etwas anderem.
Irgendwann wird irgendjemand bei Nvidia dieses Adapterkonzept, resp. Produktionsmodell abgesegnet und die Produktion/den Auftrag freigegeben haben. Deshalb besteht m.E. nach auch der Wunsch von Nivida, defekte Adapter mit Karte zu bekommen zwecks Fehlersuche. Jemand bei Nvidia war und ist im Thema involviert.
Zieht sich die (entwicklerische ) Verantwortung nicht doch ein wenig weiter?
Davon abgesehen, dass ich noch nicht mal glaube, dass FE und Boardpartner unterschiedliche Qualitäten von Adaptern haben, bekommen die Boardpartner die Adapter nicht auch im Nvidia-Paket zur RTX 40er Reihe mitgeliefert bzw. vorgeschrieben seitens interner Spezifikationen? Hat man freie Wahl als Boardpartner? Ich weiß es nicht. Aber anhand der bisherigen Modelle war dies scheinbar nicht der Fall oder der einfachere Weg für alle.
Der wichtigste Punkt dabei, und der lässt sich nicht mal eben wegwischen, auf jedem bisher gelieferten Adapter, ob FE oder Partner, ist das nvidia-Logo aufgedruckt.
Mit diesem PR-Stunt steht man schlichtweg ganz oben in der Verantwortung, dass die Adaptersache auch rund läuft und wer wird wohl der erste Ansprechpartner bei Problemen sein? Schuldiger ist man vielleicht auch, aber wichtiger ist doch, wie Nvidia mit der Sache nun umgeht. Ich sehe auch keinen Anderen, der da in der Pflicht stehen sollte, auf dem Adapter ist nur ein Name zu lesen.
1. Maschine bauen zum Einstecken des Kabels mit minimalem Erzeugung von Kräften. Das kann auch ewig und 3 Tage dauern, wie beim kuppeln und bremsen als Chauffeur, wenn die Mannschaft schläft. Igors Kinder haben ja gefragt, wie gut sich der Adapter mit der Karte beim Einbau verbinden lässt.
2. Große Gehäuse kaufen oder Case Modding betreiben.
3. Max Undervolting nutzen (349 Watt laut PCH Test) mit Standardperformance (nur Risikominimierung ohne weitere Kosten; die Suche nach noch mehr Leistung pro Watt endet so nie
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] : Hugos Bastelstube nur zur Sicherheit, weil die Fachleute in diesem Bereich sich auch zurückhalten und das dürfen sie ja auch. Es braucht noch ein wenig mehr Zeit.
Umtauschen ist für die meisten Leute keine Option, wenn die Planung für die Nutzung der Rechenleistung Monate zurück liegt, genauso wenig wie auf Performance verzichten bis irgendwann in die Zukunft hinein.
Möchte jemand seine Karte loswerden oder nur den Adapter zur Verfügung stellen, falls 150 Volt, Steve Burke von GamersNexus hat Interesse am Kauf, um die Chargen ausfindig zu machen, welche Modelle von welchem Hersteller betroffen sein könnten.
Zumindest die Temperaturunterschiede in verschiedenen Situationen konnte er nachstellen.
Vorgestern waren es 130 Emails mit 7 Kabeln mit 150 Volt. Testergebnisse folgen. Sie brauchen Kabel, mit denen die Karte noch hochfährt, aber wo die Kabel nicht ordentlich verbunden sind. Der Grat hin zu völlig defekten Kabeln ist schmal. Wer dem Team schreiben möchte (auch auf deutsch, sie lassen Google so etwas übersetzen), bitte an:
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Einzige Frage für mich: Ist es ein Rennen gegen die Zeit für die Hersteller oder wird diesem Problem zu viel Bedeutung beigemessen?
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CableMod freut sich bestimmt:
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Und Satire bietet nicht nur einen Lüfter am Adapter, sondern einige gehen hin bis zu Starkstromanschlüssen für das volle Übertaktungspotenzial, wo die Karte selbst dann die volle Leistung bringen kann. Glückwunsch an alle natürlich, die den Kauf nicht bereuen und wo alles gut läuft.