RTX 4060 mit DLSS 3.0: Die Frame Generation, der Speicher und die Bandbreite - auch mit PCI-Express 3.0
Mit der RTX 4060 soll flüssiges Spielen in Full HD ab 329 Euro möglich sein. Dies soll uns hier aber nur als grober Ausgangspunkt dienen. Denn mit diesem Artikel wollen wir DLSS 3.0 einer weiteren Prüfung unterziehen. Mit der RTX 4060 wollen wir dieses Mal eine potenzielle Abhängigkeit der Frame Generation von Speicher und dessen Bandbreite untersuchen - auch mit PCI-Express 3.0.
In diesem Artikel
Die nächstkleinere Grafikkarte der Geforce RTX-4000er-Reihe ist erschienen. Unseren gewohnt ausführlichen PCGH-Test der RTX 4060 haben Sie sich wahrscheinlich bereits zu Gemüte geführt, ansonsten empfehlen wir ein zumindest kurzes Studium unseres Launch-Reviews, da dieser Artikel bereits von einigen Vorkenntnissen ausgeht. An dieser Stelle wollen wir uns - mittlerweile beinahe schon eine Tradition - mit dem spannenden Feature DLSS 3.0 respektive der Frame Generation beschäftigen, die so etwas wie das Herzstück der neuen RTX-Generation von Nvidia darstellt.
Die Frame Generation hat uns in früheren Tests bereits vielfältig überzeugen können. In vielen aktuellen Spielen macht Nvidias KI-basierte Bildinterpolation einen ausgesprochen guten Eindruck, insbesondere die RTX 4090 lässt so KI-unterstützt ihre Muskeln spielen. Während es anfänglich noch einige kleine Kinderkrankheiten gab, darunter etwa nicht (korrekt) greifende Frame-Limits oder etwas verstärkte Artefaktbildung bei einigen HUD-Elementen oder feinen Strukturen, so sind viele dieser anfänglichen, kleineren Macken mittlerweile verschwunden. Heute ist die Frame Generation in vielen Fällen sehr nützlich und empfehlenswert, wobei einige Faktoren eine gewisse Beachtung erfordern, um das Beste aus Nvidias neuer Technik zu schöpfen.
Viele dieser Faktoren haben wir in früheren Tests bereits beleuchtet, zu nahezu jedem neuen Geforce-Launch mit einem etwas anderen Fokus. Zuletzt, im Rahmen der RTX 4060 Ti/8G, haben wir etwa den Frametimes und Latenzen einer genaueren Beachtung zukommen lassen, da dieser Punkt bislang durch Tests und Messungen recht mäßig dokumentiert ist. Speziell Verläufe können obendrein einen guten Eindruck vermitteln, wie sich das Spielgefühl beim Einsatz von DLSS 3.0 unter unterschiedlichen Lastbedingungen ändern kann. Dieses Mal liegt unser Hauptaugenmerk - abseits regulärer Messungen, die uns zur besseren Einschätzung dienen - auf einem abermals anderen Punkt.
RTX 4060 - Ist DLSS 3.0 abhängig von Speicher und Bandbreite?
Wenn Sie unseren DLSS-3.0-Artikel zur RTX 4060 Ti bereits gelesen und studiert haben, ist Ihnen eventuell bereits ein Umstand aufgefallen, auf den wir in diesem Artikel zurückgreifen wollen. Als Beispiel wollen wir einmal die Benchmarks von Forza Horizon 5 begutachten. Achten Sie auf die prozentualen Zugewinne, die RTX 4070 und RTX 4060 Ti durch DLSS 3.0 verzeichnen. Sehen Sie es? Die RTX 4060 Ti/8G legt durch Hinzuschalten der Frame Generation (ausgehend von DLSS Quality) um 30 Prozent zu, die RTX 4070/12G immerhin um 42 Prozent. Woran könnte das liegen, wenn doch Nvidia zumindest suggeriert, dass die Optical Flow Accelerators (OFAs), also jene Beschleunigungs-Einheiten, die DLSS 3.0 unterstützen, der Ada-Lovelace-Reihe prinzipiell gleich ausfallen?
Nun, es gibt mehrere Überlegungen. Als allererstes gilt zu beachten, dass eine Grafikkarte natürlich auch einen KI-Frame "malen" muss, selbst wenn dieser nicht voll berechnet wurde, sondern aus den Informationen zweier zuvor berechneter Bilder interpoliert wurde. Zumindest die (Pixel-)Füllrate dürfte also eine Rolle spielen. Doch diese ließe sich etwa durch eine geringere Auflösung kompensieren, im Vergleich zu beispielsweise einer dicken RTX 4090 ist eine RTX 4060 (Ti) natürlich für eine deutlich geringere Pixelmenge auslegt, die wiederum bei gleicher Bildrate eine geringere Pixelfüllrate erfordern würde. Während die Leistung der jeweiligen Grafikkarte also eventuell eine gewisse Rolle bezüglich Effektivität der Frame Generation spielt, scheint uns der Grund für die unterschiedliche DLSS-3.0-Performance im obigen Benchmark eher an anderer Stelle zu liegen.
Ins Auge springt etwa der Grafikspeicher und dessen Anbindung. Beide sind bei der RTX 4060 Ti/8G gegenüber der RTX 4070 deutlich beschnitten. Und genau diesem Punkt wollen wir mit diesem Artikel und der RTX 4060/8G besonderes Augenmerk zukommen lassen. Denn auch die RTX 4060 kommt mit nur 8 GiByte Speicher und einer beschnittenen Bandbreite zum Host-System. Hat dies Auswirkungen auf die Frame Generation? Und wie sähe die Performance aus, wenn neben der nur achtfachen PCI-E-Anbindung nicht der aktuelle PCI-E-4.0-Standard, sondern PCI-E 3.0 zum Einsatz kommt, die theoretische Übertragungsrate also noch mal halbiert wird? Dies ist natürlich insbesondere für Aufrüstwillige interessant, die noch ältere Hardware nutzen. Etwa Spielern, die noch auf eine GTX 1060, GTX 1660 oder RTX 2060 setzen und eventuell noch auf einen entsprechend ähnlich betagten Unterbau mit PCI-E-3.0 setzen. Lohnt sich eine RTX 4060 für solch ein System?
Diese Fragestellung ist nicht unberechtigt, schließlich haben wir bereits mehrfach festgestellt, dass beim Zuschalten der Frame Generation respektive DLSS 3.0 der Bedarf nach Grafikspeicher steigt. Nicht direkt gravierend, doch einige Extra-Puffer müssen im Grafikspeicher abgelegt werden, darunter jene zwei Zwischenbilder, aus denen DLSS 3.0 einen dritten, KI-interpolierten Frame erzeugt. Und auch dieser muss vor der Ausgabe auf dem Bildschirm im Grafikspeicher Platz finden. Theoretisch hat der Speicher, dessen Größe und Geschwindigkeit also einen Einfluss auf die Frame Generation respektive ihre Effektivität. Was passiert, wenn der Grafikspeicher bereits knapp ausfällt? Wird DLSS 3.0 durch den Engpass eingebremst? Spielt die Bandbreite ebenfalls eine Rolle? Und wenn ja, wie verhält sich DLSS 3.0 dann mit einem nochmals eingeschränkten Transfer via PCI-E 3.0? Spannende Fragen, denen wir in diesem Artikel etwas genauer auf den Zahn fühlen wollen. Doch bevor wir damit beginnen, wollen wir uns mit Ihnen gemeinsam einen generellen Performance-Eindruck der RTX 4060/8G verschaffen.
Wenn Sie einige unserer vorherigen DLSS-3.0-Tests gelesen haben, insbesondere jenen zur RTX 4060 Ti, werden Sie einige unserer Benchmark-Szenen kennen, die wir spezifisch für Artikel dieserart und außerdem für einige jüngere Artikel in Bezug auf Speicher genutzt haben. Wir nutzen, anders als in regulären Benchmarks, keine 20-Sekunden-Messungen, sondern verlängern die Testszenen auf eine Benchmark-Dauer von mindestens 120 Sekunden. Dabei legen wir nach bester Möglichkeit besonderes Augenmerk auf ausgewogene Szenen. Wir nutzen also möglichgst Situationen, wo weder die GPU-, CPU- noch Speicherlast auffällig stark in den Vordergrund tritt, sondern Szenen, wo die Last relativ gleichmäßig verteilt liegt oder während der Messungen mal die eine, mal die andere Komponente stärker belastet.

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Ich kreide die 8 GB VRAM und PCIe 3.0 8x bei entsprechender CPU-/ Mainboard-Kombination auch oft an, aber der AD107-400 ist derart klein, dass man einfach viele Chips aus einem Wafer holen kann und somit vielleicht Kostenvorteile hat. Selbst AMDs Navi 33 ist signifikant größer und hat eine geringere Packdichte. Nvidia geht zudem etwas effizienter mit der begrenzten Menge an VRAM um.
Die RTX 4060 ist sparsamer beim Stromverbrauch im Vergleich zur RX 7600, dabei aber meist schneller und nur selten etwas langsamer. Raytracing und DLSS sind auch nutzbar.