DLSS 5: Nvidia verspricht volle Kontrolle - reicht das gegen den Shitstorm?

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DLSS 5: Nvidia verspricht volle Kontrolle - reicht das gegen den Shitstorm?
Quelle: Nvidia / Montage: Sven Bauduin

Nach dem Shitstorm vom März hat Nvidia auf der SIGGRAPH 2026 rund 22 Minuten um Vertrauen für DLSS 5 geworben und sichert Entwicklern die volle Kontrolle zu. Eine Einordnung, was das Versprechen wert ist - samt aktueller PCGH-Umfrage.

Wer eine Geforce-Grafikkarte der Serie RTX 5000 ("Blackwell") besitzt und auf den DLSS-5-Startschuss im Herbst wartet, hörte in diesen Tagen ungewohnt sanfte Töne aus Santa Clara. Nvidia hat im Rahmen seiner Keynote zur Computergrafik-Konferenz Siggraph 2026 in Los Angeles erstmals seit der GTC im März wieder ausführlich über DLSS 5 gesprochen und Neural Rendering 22 der 60 Minuten gewidmet.

Alle technischen Details, von den drei KI-Modellen bis zum Ein-GPU-Betrieb, finden Spieler in unserem Special zur Siggraph-Präsentation; auch die Vorab-Einordnung von DLSS-Entwickler Edward Liu haben wir ausführlich aufbereitet. An dieser Stelle soll es jetzt um die Frage dahinter gehen: Kann das US-Unternehmen mit dem Versprechen voller Entwickler-Kontrolle jenes Vertrauen zurückgewinnen, welches es noch im Frühjahr verspielt hat? Wie sieht die Community im PCGH-X-Forum das?

DLSS 5: Schadensbegrenzung auf offener Bühne

Die Ausgangslage ist ungewöhnlich für einen Konzern, der seit Jahren vor allem Erfolgsmeldungen verkündet. Vier Monate lang hatte Nvidia zu DLSS 5 weitgehend geschwiegen, während sich unter den Spielern, Entwicklern und in der Fachpresse ein selten einhelliger Widerstand formierte. Die Siggraph-Keynote war deshalb mehr als eine Technologie-Präsentation: Sie war der erste ernsthafte Versuch einer echten Rehabilitierung von einem wirklich riesigen und unverhofften Shitstorm.

Rückblick: Wie DLSS 5 zum Reizthema wurde

DLSS 5 hat seit der überraschenden Vorstellung auf der GTC 2026 im März einen der heftigsten Shitstorms der jüngeren Nvidia-Geschichte ausgelöst. Die Technik soll klassisches Rendering und Neural Rendering verschmelzen und Spielszenen in Echtzeit mit fotorealistischer Beleuchtung und Materialien anreichern.

Für Unmut sorgte weniger das Ziel als die Umsetzung: Die frühen Tech-Demos liefen auf zwei Geforce RTX 5090 gleichzeitig, und die per KI generierten (Slop-)Gesichter veränderten Spielfiguren wie Grace Ashcroft aus Resident Evil Requiem laut der Meinung vieler Spieler durch "Beauty Filter" bis zur Unkenntlichkeit. Aus der Leserschaft von PCGH kam seinerzeit ein sehr gemischtes Votum.

Fachleute wie Alex Battaglia von Digital Foundry sahen in DLSS 5 einen Eingriff in die künstlerische Vision der Entwickler. Nvidia-Chef Jensen Huang trug seinen Teil bei, als er den Kritikern beschied, sie lägen "komplett falsch"; unter dem Keynote-Video deaktivierte der Konzern kurzerhand die Kommentarfunktion.

Dass die Entwicklung hinter den Kulissen gleichwohl voranschreitet, zeigte sich Ende Mai, als erste "DLSS-NR"-Profile im Geforce-Treiber 610.47 auftauchten.

Voller Entwickler-Kontrolle: Das verspricht Nvidia jetzt

Drei wählbare KI-Modelle, zwei globale Intensitätsregler und gezielte Objektmasken bilden den Kern der Entwickler-Kontrolle, die Nvidia für DLSS 5 nun erstmals konkret vorgeführt hat. Auf der Bühne stand indes nicht Jensen Huang, sondern Edward Liu, Director of Applied Deep Learning Research, und dessen Vortrag kreiste um einen einzigen Begriff: den "Creator Intent".

"Gib zehn Gen-AI-Modellen dasselbe Bild als Basis und du erhältst zehn verschiedene Ergebnisse", räumte Liu ein und benannte damit exakt das eine Problem, welches die Kritiker seit März umtreibt. Nvidias Antwort sind Werkzeuge: Entwickler wählen zwischen drei unterschiedlichen KI-Modellen, auf Wunsch szenenabhängig.

Zwei globale Regler dosieren, wie stark DLSS 5 in die Struktur für Licht, Schatten, Oberflächen sowie die Tonalität für Farben und Helligkeit eingreift. Ein Automasking erkennt Spielfiguren, deren Bearbeitung sich separat justieren lässt; über ihre eigenen Masken können Studios einzelne Objekte gezielt einbeziehen oder komplett vom Neural Rendering und der KI ausnehmen.

Eine Narbe, so Lius Beispiel, werde nie aus einem Gesicht verschwinden, sondern lediglich realistischer aussehen. Das Verfahren soll außerdem wenig überraschend auf einer einzelnen Grafikkarte laufen, der Termin bleibt Herbst 2026. Die gezeigten Einstellungen seien überdies erst der Anfang; ob sie allesamt auch bereits zum Starttermin bereitstehen, ließ die Keynote von Nvidia allerdings offen.

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Einordnung: Ein Versprechen ist noch kein Beweis

Nvidias Kurswechsel bei DLSS 5 ist unverkennbar, ein unabhängiger Beleg für die versprochene Kontrolle steht indes weiterhin aus. Der neue Ton verdient Anerkennung: Statt entstellter Szenen aus bekannten Spielen zeigte Nvidia diesmal neutrale Tech-Demos, statt Huangs Basta-Rhetorik gab es 22 Minuten Erklärarbeit.

Das ist keine Kosmetik, sondern eine gelernte Lektion. Erinnern wir uns allerdings daran, dass die vollständige Kontrolle für Entwickler bereits im März zugesichert wurde. Neu ist nicht das Versprechen, sondern dass der Konzern erstmals vorführt, wie es in der Praxis aussehen soll.

Drei Fragen bleiben offen. Erstens die Rechenlast: Im Frühjahr benötigte die Demo noch zwei Grafikkarten der 2.000-Euro-Klasse, nun verspricht Nvidia den Betrieb auf einer einzelnen GPU, ohne zu präzisieren, auf welcher und zu welchen Frametime-Kosten. Eine unabhängige Messung existiert bislang nicht.

Zweitens der Zeitplan: Ob alle gezeigten Regler zum Herbst-Start verfügbar sind, ist unklar. Drittens die Verantwortung: Kontrolle nützt nur, wenn Studios sie auch ausüben. Nvidia liefert künftig die Werkzeuge und reicht die Schuldfrage elegant weiter; sieht ein Spiel nach Beauty-Filter aus, war es dann eben der Entwickler.

Wer die Historie kennt, bleibt gleichwohl vorsichtig optimistisch: DLSS 1 lieferte 2018 bestenfalls durchwachsene Ergebnisse, mittlerweile steckt die Technik nach Nvidia-Zählung in mehr als 750 Spielen und gilt als Standard. Ein endgültiges Urteil über DLSS 5 fällt deshalb erst, wenn unabhängige Tests vorliegen. PCGH wird zum Start liefern.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Promethea Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ahh der nächste Thread. Ja, PCGH, so erzeugt man Klicks. Reitet die DLSS-5-Welle. Sehr schön.
      • Von Promethea Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ahh der nächste Thread. Ja, PCGH, so erzeugt man Klicks. Reitet die DLSS-5-Welle. Sehr schön.
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        hat mich noch nicht überzeugt und möchte es selbst ausprobieren.
      • Von QIX BIOS-Overclocker(in)
        Ich möchte DLSS5 selbst ausprobieren.

        Ich sehe es entspannt, muss dafür ja nix an der Konfig ändern. Mal sehen, wieviel Leistung es kosten wird und was von den vollmundigen Ankündigungen übrig bleibt.
      • Von RawMangoJuli Lötkolbengott/-göttin
        Ich will erstmal wissen was das an Performance und vorallem VRAM brauch.
      • Von Marmor550 Schraubenverwechsler(in)
        Abwarten und Tee trinken Mal schauen, was wirklich ist, wenn DLSS 5 erscheint. Werde es auf jeden Fall mal im Oblivion Remastered testen.
      Direkt zum Diskussionsende
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