Death Stranding im Techniktest: Fantastische Grafik, hohe (DLSS-)Performance [Update: Pascal-Frametimes gefixt]

Drei Monate später: Pascal-Frametimes wurden gefixt. Nach zeitlicher PS4-Exklusivität dürfen sich nun auch PC-Spieler in die dystopische Welt von Hideo Kojimas neuestem Videospiel begeben. Ob die PC-Version dabei technisch überzeugen kann und wie die Prozessor- und Grafikkarten-Performance aussieht, haben wir uns im Technik-Test von Death Stranding PC näher angesehen - ein Wahnsinnstrip!

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Death Stranding im Techniktest: Fantastische Grafik, hohe (DLSS-)Performance
Quelle: PC Games Hardware

Update vom 8. Oktober: Knapp drei Monate sind seit dem PC-Release von Death Stranding vergangen. Da das Spiel ein fester Bestandteil des PCGH-Leistungsindex ist, haben wir stets die Performance im Blick. Bei Nachtests stellte sich nun heraus, dass die ehemals verbesserungswürdige Performance auf Pascal-GPUs zwischenzeitlich gefixt wurde. Zur Erinnerung: Die Frametimes aller GTX-10-Grafikkarten (etwa Geforce GTX 1060, GTX 1070 und GTX 1080 [Ti]) fielen in den ersten Monaten nach Release unsauber aus, es kam zu mess- und sichtbarem Stuttering. Mit der aktuellen Spielversion 1.03 nebst aktuellem Geforce-Game Ready-Treiber (GRD) ist davon nichts mehr zu sehen, die alten Pascal-GPUs rendern nun so sauber wie Turing & Co. Dadurch verbessert sich auch die durchschnittliche Bildrate ein wenig, aber nicht bahnbrechend. Wann das Problem genau behoben wurde, ist unklar, Pascal-Besitzer dürfen aber spätestens jetzt mit Death Stranding loslegen. Die eindrücklichen Vorher-Nachher-Ergebnisse der GTX 1070 und GTX 1080 Ti:

Pascal-Performance: Vorher -> Nachher
Death Stranding Geforce GTX 1070 Pascal Vorher Nachher
Death Stranding Geforce GTX 1070 Pascal Vorher Nachher Death Stranding Geforce GTX 1080 Ti Pascal Vorher Nachher

Nach Detroit: Become Human findet mit Death Stranding eine weitere Konsolen-Perle ihren Weg auf den PC - und Anfang August folgt mit Horizon: Zero Dawn gleich noch ein Titel. Das könnte in naher Zukunft zur Gewohnheit werden, nachdem die Fortnite-Macher von Epic Games eine Kooperation mit Sony abgeschlossen haben. Doch zurück zur Gegenwart: Seit dem Nachmittag des 14. Juli ist Death Stranding bei Steam und im Epic Store verfügbar. PC Games Hardware hat das Spiel seitdem quasi nonstop getestet und präsentiert Ihnen nun alle Eindrücke und natürlich auch eine Tonne an Benchmarks.

Death Stranding ist das neueste, nicht unumstrittene Werk des renommierten Spieleschöpfers Hideo Kojima. Nach dem Zusammenbruch der Zivilisation durchstreift der Spieler in der Rolle des Protagonisten Sam Porter Bridges, dargestellt von Schauspieler Norman Reedus, ein verwüstetes Land, um eine zersplitterte Gesellschaft wieder miteinander zu verbinden und die Menschheit vor dem Aussterben zu retten. Eine von Sams Aufgaben ist es, Waren und lebensnotwendige Gegenstände in verschiedene Lager mit überlebenden Menschen zu liefern. Dabei sucht man sich einen Weg durch malerische, aber zugleich tückische Gebiete, um Waren an die Überlebenden auszuliefern, und kämpft dabei gegen gefährliche Kreaturen, die alles Leben auf der Welt auslöschen wollen. Zudem muss man sich gegen Banditen erwehren, die es auf die Vorräte abgesehen haben, und sich vor einem mysteriösen Regen schützen, der den Alterungsprozess beschleunigt. Death Stranding (der "Gestrandete Tod") bezeichnet ein vergangenes Ereignis, bei dem durch eine Reihe mysteriöser Explosionen überall auf der Welt ein Großteil der Menschheit ausgelöscht wurde.

Death Stranding im Techniktest: Inhalt & Technik

PC-Spieler erwarten in Death Stranding obligatorische Funktionen und spezielle Schmankerl. Da wäre der Support für Ultawide-Auflösungen, Bildraten von mehr als 30 Fps und ein integrierter Fotomodus. Großes Lob haben die Entwickler bereits zum Konsolen-Release für die ausgezeichneten Motion-Capturing-Aufnahmen erhalten, welche den Hauptfiguren, wie dem Protagonisten Sam, ein Die Charaktere wirken dank lebensnaher Mimik, hochwertigem Shading und unzähligen Polygonen verblüffend real.beinahe fotorealistisches Gesamtbild verleihen. Wie schon in Metal Gear Solid 5 war es Hideo Kojima sehr wichtig, die einzelnen Charaktere sehr authentisch darzustellen: Ehrfurcht, Angst, Freude, Hoffnung, Verzweiflung - all das lässt sich bereits an den Augen der Spielfiguren ablesen. Tatsächlich kredenzt uns Death Stranding die wohl beste Spiele-Charakter-Darstellung außerhalb von Techdemos. Sam und die in zahlreichen filmreifen Zwischensequenzen agierenden Charaktere wirken dank lebensnaher Mimik, hochwertigem Shading und unzähligen Polygonen verblüffend real und lassen somit das Herz eines jeden Technikfetischisten höher schlagen. All das trägt zur großartigen Atmosphäre des Titels bei, an welchem auch der Soundtrack (acht Tracks, rund 30 Minuten Spielzeit) maßgeblich beteiligt ist. Die deutsche Synchronisierung kann sich ebenfalls hören lassen - das ist keine Selbstverständlichkeit.
Sam alias 'Der Typ, der sich nicht rasieren kann.' Quelle: PCGH Sam alias "Der Typ, der sich nicht rasieren kann." Technisch ist Death Stranding im Grunde ein alter Bekannter - sofern man auf den Konsolen heimisch ist. Der japanische Entwickler Kojima Productions greift für Death Stranding auf die Decima-Engine der niederländischen Guerrilla Games zurück, welche den Spielemotor entwickelten und zum damaligen Zeitpunkt an an ihrem nächsten Werk - Horizon: Zero Dawn - arbeiteten. Beiden Spielen gemein sind der Open-World-Ansatz und die weitestgehend prächtige Grafik. Der Name der Engine wirkt zunächst nichtssagend, ist jedoch bedeutungsschwanger: Im 17. Jahrhundert begründete ein niederländischer Handelsposten auf der Insel Dejima, Nagasaki, eine beispiellose Handelsbeziehung zwischen den Niederlanden und Japan. Diese wird nun auf ihre spezielle Art und Weise zwischen Kojima & Guerrilla fortgeführt. Wenig verwunderlich wird das nächste Spiel der Holländer, Horizon: Forbidden West, auf eine Weiterentwickung der Decima-Engine setzen.

Auf der Playstation 4 (Pro) läuft Death Stranding mit niedrigen 30 Fps, was auf grafische Güte schließen lässt - einige andere Spiele visieren ein 60-Fps-Target zulasten der Qualität an. Die Performance auf dem PC fällt sehr positiv aus, selbst betagte Systeme können laut unseren Tests hohe Details in angenehmen Auflösungen anstreben. Möglich wird dies durch das Abschneiden alter Zöpfe: Death Stranding baut konsequent auf die DirectX-12-Schnittstelle und setzt das Feature-Level 12_0 voraus. Damit fallen ältere Grafikchips wie Tahiti (u. a. Radeon HD 7000, Rx 200) und Kepler (Geforce 600/700) durch das Raster. Das Optionsmenü fällt dabei nicht so umfangreich aus wie jene in Red Dead Redemption 2 oder F1 2020, es finden sich jedoch alle relevanten Einstellungen wie die Auflösung, die Fps-Begrenzung, DLSS (nur für Nvidia RTX-Grafikkarten) und vorkonfigurierbare Presets für den Streaming-Speicher, welcher das Aufploppen von Elementen in der Spielwelt reduziert.

Death Stranding im Techniktest: Anti-Aliasing-Freuden

Death Stranding ist am PC ein Fest für Einstellungsfanatiker - nicht unbedingt wegen der vielen Optionen rund um Grafikdetails, sondern wegen der breit aufgestellten Anti-Aliasing-Modi. Neben dem Postfilter FXAA, welcher keinerlei temporale Bilddatenverrechnung vornimmt und somit in erster Linie ein Detailvernichter ist, steht auch das Temporal-AA (TAA) der Playstation-Vorlage zur Verfügung. Der Algorithmus verrichtet seine Arbeit zufriedenstellend, Details werden durch Jittering und Zusammenfügen aufeinander folgender Frames ordentlich herausgearbeitet und der Schärfeverlust ist minimal. Im Vergleich mit den Verfahren in beispielsweise The Division 2 oder Doom Eternal hat das TAA in Death Stranding jedoch keine Chance, sondern zeigt sich von seiner ineffektiven Seite.

Letzteres kann man der nächsten Option kaum vorwerfen: FXAA und TAA lassen sich auf Wunsch mit AMDs FidelityFX-Effekt "Contrast Adaptive Sharpening", kurz CAS, kombinieren, dessen Schärfegrad sich feinstufig einstellen lässt. Bedauerlicherweise führt das Aktivieren dieser Option stets zu einer reduzierten Auflösung auf 75 Prozent des eingestellten Werts - die Option "nur schärfen" fehlt aus unbekannten Gründen (wie bei Resident Evil 3 und Monster Hunter: World, doch das nur am Rande). Wir empfehlen daher, CAS deaktiviert zu lassen und stattdessen die native Auflösung mithilfe der treibereigenen Schärfefunktionen GIS und RIS aufzupeppen.

Und dann ist da noch DLSS. Nvidias Deep-Learning-Super-Sampling wurde im Sommer 2018 zusammen mit den Turing-Grafikkarten eingeführt und steht nach wie vor nur den RTX-2000-Modellen zur Verfügung. DLSS wurde im Frühjahr 2020 neu geboren, Version 2.0 ist kaum wiederzuerkennen und stellt zweifellos einen Mehrwert dar. In Death Stranding stehen die Modi "Performance" (Leistung) und "Quality" (Qualität) zur Verfügung, wobei stets mit einer intern reduzierten Auflösung gearbeitet wird. Das ist nur verschmerzbar, da der Algorithmus das Wissen eines neuronalen Netzwerks verwendet, um in Echtzeit das Bild um Details zu ergänzen. Das Wissen um diese Feinheiten erlangt DLSS durch das Training mit extrem hochauflösenden Bildern, der sogenannten Ground Truth, gegenüber denen selbst Ultra HD auch nur eine niedrige, aufzuwertende Pixelmenge darstellt. Die in den Turing-GPUs platzierten Tensor-Kerne sind dafür verantwortlich, dieses Wissen zur Laufzeit in Qualität umzuwandeln - erfolgreich, was DLSS 2.0 und Death Stranding angeht.

Führt man sich vor Augen, dass DLSS stets mit Bruchteilen der eingestellten Auflösung arbeitet, grenzt das Ergebnis phasenweise an Zauberei. Die spatiotemporale Aufwertung ist bei den meisten Bildteilen derart hochwertig, dass man meint, eine deutlich höhere Aufösung vor sich zu haben. Gerade Standbilder beeindrucken mit rekonstruierten Feinheiten, welche bei nativer Darstellung selbst in WQHD und sogar Ultra HD im Pixelraster untergehen.

Doch kein Algorithmus ist perfekt und so muss sich auch Nvidias hochtrainiertes DLSS 2.0 in Death Stranding Kritik gefallen lassen. Problematisch ist die temporale Komponente: Wie in Wolfenstein Youngblood lässt sich hier und da ein unschöner Schmier-Effekt Q-DLSS steigert die Bildrate um bis zu 50 Prozent, P-DLSS sogar um fast 80 Prozent.beobachten. Dieser gibt sich vor allem bei pixelfeinen Strukturen und Bewegung im Raum zu erkennen. Offenbar funktioniert die zeitliche Verrechung kritischer Daten respektive die Vorhersage der nächsten Position (Motion Vector) nicht wie erhofft. Weiteres Training des neuronalen Netzwerk und gezieltes Tweaken der Parameter könnten Linderung verschaffen. Nvidia betont, dass das Verfahren mit jedem Tag besser wird. Inwiefern wir Updates bestehender DLSS-Spiele erhalten, ist unklar. Was den Kosten-Nutzen-Faktor angeht, überzeugt DLSS hingegen vollends. Der Quality-Modus steigert die Bildrate um bis zu 50 Prozent, Performance sogar um fast 80 Prozent.

Native Auflösung Interne Auflösung DLSS Performance Interne Auflösung DLSS Quality
1.920 × 1.080 960 × 540 1.280 × 720
2.560 × 1.440 1.280 × 720 1.706 × 960
3.440 × 1.440 1.720 × 720 2.293 × 960
3.840 × 2.160 1.920 × 1.080 2.560 × 1.440

Sieht man von besagtem Schmier-Effekt ab, ist DLSS den anderen AA-Modi haushoch überlegen. Das beweisen die folgenden Vergleichsbilder und das in diesen Artikel eingebettete Video. Die Bilder finden Sie auch nochmal in der Galerie, auch in Originalgröße. Alles ist selbstverständlich verlustfrei abgespeichert.

Pixelfeine Strukturen - DLSS-Rekonstruktion

Kein (1x) AA DLSS Quality
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  1. Seite 1 Death Stranding im Technik-Test: Basiswissen
  2. Seite 2 Death Stranding im Technik-Test: Grafikkarten-Benchmarks
  3. Seite 3 Death Stranding im Technik-Test: CPU-Benchmarks und Fazit
    • Kommentare (136)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von HisN Trockeneisprofi (m/w)
        Ich hab es gestern mal aus Lust an der Laune angeschaltet und mich über 120 FPS in UHD gefreut.
        Sieht wirklich nicht schlechter aus als Nativ. Hätte ich jetzt nicht erwartet.
      • Von HisN Trockeneisprofi (m/w)
        Ich hab es gestern mal aus Lust an der Laune angeschaltet und mich über 120 FPS in UHD gefreut.
        Sieht wirklich nicht schlechter aus als Nativ. Hätte ich jetzt nicht erwartet.
      • Von MasterofHell Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Bei mir kann ich kein DLSS mehr auswählen :/ Es steht nicht mehr zur Auswahl.
      • Von Palmdale BIOS-Overclocker(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Man muss nur einmal die Wartezeit überbrücken und kann dann die Spiele in der gleichen chronologischen Reihenfolge spielen. Je komplexer das Spiel, umso größer das Risiko für technische Probleme (selbst beim Anspruch des Studios, es so gut wie möglich auszuliefern - niemand kann die Spielerbasis bei Release testen). Und die heutigen Spiele sind physisch nicht mehr limitiert, Risiko "ausverkauft" = 0

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Geschmack ist aber unabhängig vom technischen Zustand bei Auslieferung
      • Von Ben das Ding Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Palmdale
        @update

        Unterstreicht erneut eigentlich die Maxime, mal 8-12 Wochen mitm Kauf zu warten, bis alles sauber durch gepatcht ist. Man bekommt einfach das bessere Spiel für meist ein paar Taler weniger!
        Aber wer kann schon warten. Hab eigentlich direkt (relativ unverbugt) angefangen und dann auch schnell aufgehört/pausiere. Ist irgendwie (noch) nicht meins. Etwas zu langatmig -trotz bemerkenswerter Atmosphäre/Soundtrack.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Vergiss das nicht, wenn in Kürze alle Cyberpunk spielen. Aber yep. Hart, aber lohnenswert.

        MfG
        Raff
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