Geforce-Treiber mit neuen Funktionen: Image Sharpening im alten Treiber-CP, geringere Latenz, Reshade-Support und mehr
AMD ist bekannt und beliebt dafür, mehrmals jährlich seinen Treiber aufzumöbeln. Mitbewerber Nvidia hat sich diese Tugend abgeschaut und implementiert immer öfter neue Funktionen in seinen Geforce-Treiber. Jetzt neu seit Version 441.08 WHQL: Image Sharpening (Bildschärfung), Ultra Low Latency Mode mit G-Sync-Support sowie Reshade-Filter innerhalb der Geforce Experience.
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In den vergangenen Jahren kam es immer wieder vor, dass Geforce-Nutzer neidisch über den Zaun hinüber ins rote Lager blickten. Die Radeon-Macher begannen vor vielen Jahren damit, ihre Treiber-Suite turnusgemäß mit neuen Funktionen auszustatten. Im Dezember dieses Jahres steht er wieder an, der "Weihnachtstreiber" für Radeon-Grafikkarten, mit derzeit unbekannten, aber bereits viel diskutierten Neuerungen. Aus aktuellem Anlass halten neue Funktionen auch zu anderen Jahreszeiten Einzug in die Radeon Software, zuletzt geschehen zum Launch der Radeon RX 5700 & XT: Radeon Image Sharpening (RIS) und Radeon Anti-Lag sorgten für reichlich positive Presse und Nutzerstimmen, obwohl die Bildschärfung anfangs den neuen Navi-Produkten vorbehalten war. Mittlerweile funktioniert RIS auch mit Polaris- und Vega-basierten Modellen.
Geforce-Nutzer aus aller Herren Länder traten an Nvidia heran, mit der Bitte um ähnliche Funktionen. Die Kalifornier verwiesen zunächst an ihr Zusatzprogramm Geforce Experience (GFE), das längst eine Bildbearbeitungs- und Nachschärfe-Funktion biete: Freestyle. Tatsächlich besteht diese Funktionalität schon lange, allerdings nur im Rahmen der GFE und nur bei unterstützten Spielen. Nun hat Nvidia ein Einsehen und präsentiert ein klar von AMD inspiriertes Treiber-Update mit mehreren hilfreichen Funktionen. Vorhang auf für den Geforce-Treiberbranch R441, ein Update, das sich für beinahe jeden Geforce-Besitzer lohnt.
Quelle: Nvidia
Nvidia Geforce GTX 1660 Super Full presentation Seite 03
Geforce R441: Image Sharpening für alle
Dem Control Panel des Geforce-Treibers, Nvidia-Systemsteuerung genannt, haftet der Ruf an, altbacken zu sein. Tatsächlich erinnert das Design latent an Windows XP und auch die Reaktionsfreudigkeit lässt auf so manchem System zu wünschen übrig. Unter der Haube ist jedoch alles topmodern - und entgegen anderslautender Gerüchte entwickelt Nvidia das alte Treiber-CP weiter, wenngleich der Fokus auf der Geforce Experience liegt. Nachdem vor einigen Monaten bereits der Low Latency Mode implementiert wurde - nun hört er auf den Namen "Modus für geringe Latenz" - freuen sich Anhänger des Control Panels über eine weitere neue Funktion, ganz oben in der Liste: Image Sharpening.
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Hinter dem Geforce Image Sharpening (wir nennen es der Einfachheit halber GIS) steckt genau das, was man erwartet, nämlich ein Nachschärfe-Algorithmus, um die Texturdetails von Spielen zu verstärken. Das beliebte Radeon Image Sharpening (RIS) lässt herzlich grüßen. Nvidia geht jedoch einen Schritt weiter als AMD und erlaubt statt den Optionen "an" und "aus" auch eine feingranulare Regelung der Schärfe. Mittels Schieberegler legen Sie fest, wie stark der Kontrast erhöht wird. Der Maximalwert 1,0 ist definitiv stark überschärft und nur in Kombination mit Downsampling (etwa DSR, das einen Gaußfilter anwendet) erträglich, während Werte um 0,5 je nach Spiel gut bis sehr gut aussehen. Am Ende entscheidet der persönliche Geschmack. Viele Spieler wiegeln bei Nachschärfung grundsätzlich ab, da der Game Content verfälscht wird, allerdings wünschen sich viele Spieler in Zeiten exzessiver Post-Processing-Effekte und Temporal-AA etwas höhere Kontrastwerte.
Darüber hinaus beherbergt der neue Geforce-Treiber eine Art "Grieß-Detektor", den sich wohl jeder Nutzer von Nachschärfe-Algorithmen schon einmal gewünscht hat: Ein zweiter Schieberegler bietet die Option, Filmkorn (Film Grain) beim Nachschärfen zu ignorieren. Das funktioniert je nach Spiel und Szene mal mehr und mal weniger gut und ist daher als experimentell anzusehen.
Was die vom Image Sharpening unterstützten APIs angeht, hat Nvidia quantitativ einen leichten Vorteil gegenüber AMD, weist jedoch ebenfalls eine Teil-Inkompatibilität auf. Derzeit werden die Microsoft-Schnittstellen Direct3D 9, 11 und 12 unterstützt. OpenGL und sein moderner Nachfolger Vulkan lassen sich derzeit nicht nachschärfen, davon haben wir uns im Praxistest mit dem Presse-Betatreiber 441.07 überzeugt. Die Unterstützung der Masse an DirectX-11-Spielen ist ein klarer Vorteil der Nvidia-Lösung, wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis AMD sein Image Sharpening ebenfalls dazu befähigt. Radeon-Nutzer genießen hingegen schon jetzt den Vorteil, Vulkan-Spiele mittels RIS aufwerten zu können. Außerdem lässt sich RIS beinahe kostenlos anwenden, während GIS ein paar Prozentchen an Leistung kostet.
Im Folgenden haben wir fünf Spiele mit Geforce Image Sharpening (GIS) in zwei Härtegraden abgelichtet und dem Standardzustand gegenübergestellt. Beachten Sie bitte, dass GIS und auch RIS nicht auf Screenshots sichtbar sind, welche mittels MSI Afterburner erstellt wurden! Wir haben einstweilen auf die Windows-Druck-Funktion zurückgegriffen.
Geforce R441: Geforce Experience talks Reshade
Während das Geforce Image Sharpening das alte Treiber-Panel stärkt, ist die zweite neue Funktion der R441-Treiber der Geforce Experience vorbehalten. Das Tool versteht sich nun auf Reshade-Code. Mit dem 3rd-Party-Programm können Nutzer verschiedene Filter auf ihre PC-Spiele anwenden, um die Grafik den eigenen Vorstellungen anzupassen. So können neben Farb- und Schärfekorrekturen auch "Raytracing"-Effekte hinzugefügt werden. Aktuell kann man in der experimentellen Version von Reshade die grafischen Effekte in Spielen mit den APIs DirectX 9, 10, 11 und auch 12 einstellen. Zudem können Spieletitel mit OpenGL Gebrauch von Reshade machen.
Zum Marktstart der Nvidia Geforce GTX 1660 Super erhält Nvidias Tool Geforce Experience ein Update und damit Kompatibilität mit Reshade-Shadern. Wer möchte, kann sich nun innerhalb des Foto-Modus Ansel und dem Bearbeitungs-Plugin Freestyle nach Gusto mit Shadern aus dem Reshade-Portfolio verlustieren.
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Geforce R441: Anti-Lag meets G-Sync
Was bei AMD Anti-Lag heißt, hört bei Nvidia auf den Namen Ultra Low Latency. Dieser Modus, bei dem die "auf Halde" vorbereiteten Frames minimiert oder komplett eingestellt werden, dient der Reaktionszeit: Wenn immer nur ein Frame dargestellt und währenddessen am nächsten gearbeitet wird, erfolgen Eingaben schnellstmöglich. Das ist gerade beim kompetitiven Multiplayer-Gaming hilfreich. Die erste Implementierung des Low-Latency-Mode funktionierte nicht in Kombination mit einem G-Sync-Display. Mit dem neuen Treiber-Branch 441 wird diese Limitierung aufgehoben, sodass rissfreies, möglichst responsives Spielen an G-Sync-Monitoren möglich wird.
Quelle: Nvidia
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Geforce-R441: Fazit
Mit dem neuen Treiber liefert Nvidia seinen Kunden drei sinnvolle Funktionen, um mehr Spaß beim PC-Gaming zu haben. Das Image Sharpening verleiht älteren und brandneuen Spielen auf Wunsch etwas mehr "Knack", der Low-Latency-Mode sorgt für kurze Reaktionszeiten und Nutzer der Geforce Experience können komfortabel weitere Grafikspielereien vornehmen. Alle genannten Funktionen stehen nicht nur im klassischen Treiber-Control-Panel zur Verfügung, sondern auch innerhalb des Tools Geforce Experience. Die wohl beste Nachricht zum Schluss: All das ist nicht auf die aktuelle Turing-Generation beschränkt, sondern funktioniert auch mit Pascal-Grafikkarten (GTX-10-Reihe). Der erste offiziell verfügbare Treiber mit den neuen Funktionen hört auf den Namen Geforce 441.08 WHQL (Pressetreiber zur Ermittlung der genannten Fakten: Version 441.07).
PC Games Hardware meint: Danke, AMD, für die stetige Weiterentwicklung der Radeon-Treiber und den Impuls. Und natürlich danke an Nvidia für das Bestreben, mindestens gleichzuziehen! Konkurrenz in dieser Form belebt zweifellos das Geschäft und kommt allen Kunden zu Gute. Was wohl die nächsten Treiber-Updates bringen werden?


Das nimmt Dir auch keiner, und wie bei allen Bild- und Tonverbesserungsalgorithmen ist der persönliche Geschmack das entscheidende. Auch wenn die Puristen abfällig abwinken, wenn mir ein "Badewannenfilter" (Höhen und Tiefen betont) bei Musik nun mal gefällt, dann ist das meine Sache und meine alleine.
Und genauso ist es auch bei Grafik. Wenn Dir das gefällt, was der Filter produziert, so ist das absolut ok und dann nutze ihn. Genau wie die ganzen ReShader Effekte - nur man soll bitte nicht sagen, dass DAS Ergebnis dann a) das einzig "richtige" ist, dass die Entwickler oder die Engine einfach "zu schlecht" ist, das zu produzieren oder gar, dass PostProcessing Filter a) besser als b) ist, insbesondere wenn a) von Firma A und b) von Firma N ist
(nicht auf Dich gemünzt!)
Daher > Top Funktion bin sehr zufrieden.