Core i9-9900K vs. Ryzen 7 2700X: AMD mit Stellungnahme zu Intels beauftragtem Test
Ein Anfang Oktober erschienener Exklusivtest zu Intels Core-i-Prozessoren der neunten Generation hat aufgrund seiner zweifelhaften Testmethodik für viel Wirbel gesort. Nun hat AMD seinen Unmut zu der Angelegenheit kundgetan und eine Stellungnahme veröffentlicht.
Der durch Intel in Auftrag gegebene Vorabtest des Core i9-9900K hatte dem neuen Prozessor einen deutlichen Vorsprung auf den Ryzen 7 2700X bescheinigt, der nach Kritik in einem Nachtest teils deutlich schrumpfte. Nun hat AMD zwei Folien veröffentlicht, in denen die bereits vielfach monierte Testmethodik nochmal auseinander genommen wird, etwa im Bezug auf die Kernbegrenzung beim Ryzen oder "fragwürdige" Speichereinstellungen.
Doch auch die aktualisierte Version des Tests wird in Teilen noch angeprangert, zum Beispiel ebenfalls hinsichtlich "verdächtiger Speichereinstellungen". Darüber hinaus nennt AMD aber auch eine Reihe von hauseigenen Vorgaben, die konsistente, genaue und wiederholbare Benchmark-Ergebnisse hervorbringen sollen, unter anderem hinsichtlich Konfiguration des Betriebssystems oder den Testläufen an sich. Die beiden Folien finden sich in der Bildergalerie.
Unseren unabhängigen Test von heute gibt es derweil hier: Core i9-9900K, i7-9700K & i5-9600K im Test: Intels Coffee-Lake-S-Refresh gibt sich die Ehre


In meinen Mainboard-Tests mit i7-8700K habe ich mit Werkseinstellungen übrigens alle Boards zeitweise auf 4,3 GHz (AVX-Allcore-Last) gesehen (Gigabyte erreichte letztlich 4,4) und die Package Power lag zwischen 117 und 167 W. Einheitliches Testen in dem man einfach alles auf auto lässt? Unmöglich.
Hinweis an alle mitlesenden CPU-Hersteller: (Unter anderem) Wir testen CPUs übrigens nicht nur gründlich, sondern sogar gratis, wenn man uns rechtzeitig mit ausreichend finalen Testmustern versorgt!
Da es bei Intel ja keinen Unterschied macht ob nun 2 oder4 Riegel drin stecken, hätte man ja eigentlich ein Kompromiss finden können indem man einfach die Quadchannel Systeme mit Quadbestückung testet und die anderen alle im Dualchannel.
PCGH testet AM4 übrigens mit Spezifikations-konformen DDR4-2666 Dual Rank, der nicht langsamer als DDR4-2933 Single Rank ist, aber genauso in Sockel-1151-Systemen läuft. Aber dann steht bei Ryzen halt nicht "DDR4-2933" und es wird auch gemeckert.
DOCP dagegen ist eine Asus-Bezeichnung (!) für den Einsatz von XMP-Profilen auf AM4- und TR4-Mainboards. Bei anderen Herstellern gibt es das unter diversen Bezeichnungen. Ob wirklich vergleichbare Implementationen dahinter stecken, ist aber unklar – schließlich kocht jeder sein eigenes Süppchen. Genausogut könnte ich auf allen Plattformen erweiterte Turbo-Modi aktiviert lassen. Die haben mit den CPU-Herstellern auch nichts zu tun, sind aber halt üblich und in der einen ODER der anderen Form überall verfügbar. Bei DOCP/A-XMP/... kommt aber noch hinzu, dass keine Stabilitätsprüfung dahinter steckt. Es gab sehr viele Fälle, in denen RAM auf AM4-Systemen mit seinen XMP-Spezifikationen Abstürze verursachte, weil es sich nun einmal um Übertaktung handelt.
So zu testen ist weder fair noch reproduzierbar. Respektive wenn ein Hersteller darauf bestehen würde, müsste man für "fair" jeden gescheiterten Durchlauf mit den ermitteln 0 Fps einfließen lassen – das wäre nicht im Interesse von AMD und schon gar nicht im Interesse der Leser. Die einzig sinnvolle Maßnahme ist in meinen Augen die Deaktivierung von XMP; für Mainboard-Tests habe ich mir sogar extra durch dutzende RAM-Kits getestet um eins mit normalem Auto-DDR4-2666-SPD zu finden. Die zweitbeste Lösung ist die manuelle Konfiguration gemäß RAM-Datenblatt, wie von TP praktiziert. AMD fordert aber explizit XMP für alle (und damit Instabilitäten) oder aber das manuelle Ausloten aller Einstellungen. Letzteres würde, wenn man es wirklich sorgfältig macht und mehrere Wochen mit zahlreichen Samplen pro CPU-Modell investiert, tatsächlich spannende Aussagen über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Siliziums liefern. Mit entsprechend handverlesenen RAM-Modulen aber bei DDR4-3333 für AM4 und DDR4-4500 für Sockel 1151.
Bestes Beispiel, sogar von Euch kommentiert, Computerbase mit ihren fehlerhaften Messungen obwohl man eigentlich alles richtig gemacht hat, also zur Not einfach nochmal alles neu aufsetzen und nochmal testen anstelle von ein und der gleichen Festplatte oder sonstigem.
AMD hätte es dann einfach dabei belassen sollen, so hat es einen sehr komischen Beigeschmack auch wenn ich es verstehen kann, dass sie reagieren wollten / mussten, nur leider viel zu spät.
Wobei ich jetzt irgendwie Lust bekomme, i9-9900K und einen W2950X gemäß AMD-Leitfaden gegeneinander antreten zu lassen.
"Schritt 1: RAM aus passender Preisklasse einbauen und XMP aktivieren. Nehmen wir mal 2x DDR4-4.000"
"Schritt 2: Boxed-Kühler montieren." "Oh, gibt es bei beiden nicht. Dann weiter zu Schritt 3"
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Hier bei PCGH die in 720 testen ist der I9 9900K 22% besser als der 2700X.
Das war KEIN unabhängiger Test. War ja im Auftrag von Intel.
Unabhängige Tests haben wir jetzt von unseren beliebten und bekannten Hardware-Testern