Bulldozer FX im Test: Anwendungs- und Spiele-Benchmarks plus Turbomodus
Der Bulldozer FX-8150 endlich im Test bei PC Games Hardware: Wie schnell rechnet der FX-8150? Wie hoch fällt die Leistungsaufnahme aus? Welche architektonischen Besonderheiten fährt der Bulldozer auf und wie gut lässt er sich übertakten? Fragen, auf die PC Games Hardware im FX-Test Antworten gibt.
Im Zuge unseres akuellen Testaufbaus (siehe Neuer CPU-Test-Parcours) müssen sich alle CPUs in den Spielen Anno 1404, Battlefield Bad Company 2, Dragon Age Origins, F1 2010, Mass Effect 2 und Starcraft 2 messen lassen. Alle diese Titel haben sich sehr gut verkauft, basieren auf einer bekannten und häufig genutzten Engine und bieten zum Teil Nachfolger mit der gleichen Basistechnologie - ideal für unseren Index. Die vier Anwendungen Cinebench R11.5, Paint.Net, Truecrypt und x264 HD skalieren nahezu linear mit mehr Kernen und Takt, Cache ist im Gegensatz zu Spielen nicht so sehr gefragt. Alle Anleitungen, wie PCGH Spiele bencht, finden Sie im FAQ: So bencht PCGH Spiele (How-to-Benches inside). Den Bulldozer FX-8150 testen wir mit AMDs offizieller Spezifikation: 2,2 GHz Northbridge-Takt und DDR3-1866, zusätzlich mit wie ohne Turbo.
Bulldozer FX im Test: Spiele-Benchmarks
Betrachtet man die Spieleleistung, so liegt der Bulldozer FX-8150 meist etwas vor dem Phenom II X6 1100T, kann den von AMD auserkorenen Gegner Core i5-2500K jedoch nur in einem Titel - Bad Company 2 - schlagen. In Anno 1404 ist der Bulldozer gar langsamer als der X6 1100T - dieses Resultat wird übrigens von den Werten anderer Redaktionen gestützt. In unserem Performance-Index für Spiele schiebt sich der FX leicht vor den X6 1100T und ist damit nur ähnlich flott wie Intels alter Core i5-750 aus dem Jahr 2009. Während der Arbeiten an diesem Artikel stießen wir auf Probleme in F1 2010, welche auch bei anderen Testern auftraten: Der eigentliche Benchmark des Spiel läuft tadellos, ein normales Rennen, wie wir es als Szene nutzen, stürzt jedoch reproduzierbar ab - mit viel Ausprobieren und Zeitaufwand konnten wir die Messungen durchführen. Schon die Phenom II X6 machten vor dem Thuban-Hotfix ähnliche Probleme, wir vermuten daher das Problem bei F1 selbst. AMD wurde in Kenntnis gesetzt und konnte den Fehler in den hauseigenen Testlaboren nachstellen - man arbeitet an einer Lösung. Weitere Spiele-Benchmarks finden Sie in der kommenden PCGH 12/2012.
Bulldozer FX im Test: Anwendungs-Benchmarks
Deutlich besser sieht der FX-8150 in Anwendungen aus, zumindest wenn diese wie in unserem Falle alle Kerne nutzen - dies ist bei fast jeder (semi)professionellen Software der Fall. Im Mittel setzt sich der Bulldozer um fast zehn Prozent vom Phenom II X6 1100T ab, allerdings unterstützt Truecryt die AES-Hardware-Beschleunigung des FX. Den bereits erwähnten Core i5-2500K knackt der Bulldozer problemlos und liegt gut ein Viertel vor der Sandy-Bridge-CPU; dies reicht, um dem teuren Core i7-2600K Paroli bieten zu können.
Bulldozer FX im Test: Turbocore 2.0
Wie in den Architektur-Details erläutert, kann sich der FX-8150 je nach Last auf bis zu 3,9 (alle Module) oder bis zu 4,2 GHz (ein oder zwei Module) hochtakten. AMD selbst spricht von 4 bis 12 Prozent mehr Leistung durch den Turbo, in unseren Multithread-orientierten Benchmarks sind es im Mittel gerade einmal vier Prozent. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass beim FX zumeist nur 3,7 bis 3,8 GHz anliegen - den die Threads hüpfen munter über die Kerne, was das Turbopotenzial schmälert. In Starcraft 2 sahen wir stellenweise bis zu 4,15 GHz auf einem Modul. Bei zu hoher Last (Prime 95) bricht ab und zu ein Modul sogar auf 3,3 GHz ein um die TDP nicht zu sprengen.
| CPU | Cinebench R11.5 | Paint.Net v3.36 | Truecrypt 7.0a* | x264 HD v3.0 |
|---|---|---|---|---|
| FX-8150 mit Turbo [8x 3,6 GHz / 8 MiB L3] | 5,96 Punkte | 14,2 Sekunden | 221 MB/s | 35,6 Fps |
| FX-8150 ohne Turbo [8x 3,6 GHz / 8 MiB L3] | 5,92 Punkte | 14,5 Sekunden | 214 MB/s | 35,1 Fps |
| Phen. II X6 1100T [6x 3,30 GHz / 6 MiB L3] | 5,88 Punkte | 17,0 Sekunden | 176 MB/s | 30,9 Fps |
| Phen. II X6 1055T [6x 2,80 GHz / 6 MiB L3] | 5,02 Punkte | 19,4 Sekunden | 148 MB/s | 26,7 Fps |
| Phen. II X4 980 BE [4x 3,70 GHz / 6 MiB L3] | 4,38 Punkte | 21,9 Sekunden | 131 MB/s | 23,8 Fps |
| Phen. II X4 955 BE [4x 3,20 GHz / 6 MiB L3] | 3,80 Punkte | 24,9 Sekunden | 113 MB/s | 21,0 Fps |
| Athl. II X4 640 [4x 3,00 GHz / kein L3] | 3,43 Punkte | 27,0 Sekunden | 106 MB/s | 19,1 Fps |
| Core i7-990X [6x 3,46 GHz / 12 MiB L3 / SMT] | 8,72 Punkte | 9,9 Sekunden | 279 MB/s | 44,9 Fps |
| Core i7-2600K [4x 3,40 GHz / 8 MiB L3 / SMT] | 6,68 Punkte | 13,2 Sekunden | 188 MB/s | 34,4 Fps |
| Core i5-2500K [4x 3,30 GHz / 6 MiB L3] | 5,26 Punkte | 15,9 Sekunden | 137 MB/s | 27,8 Fps |
| Core i7-860 [4x 2,80 GHz / 8 MiB L3 / SMT] | 4,81 Punkte | 17,6 Sekunden | 118 MB/s | 26,1 Fps |
| Core i5-760 [4x 2,80 GHz / 8 MiB L3] | 3,75 Punkte | 21,7 Sekunden | 92,7 MB/s | 21,3 Fps |
| Core 2 Quad Q9550 [4x 2,83 GHz / 12 MiB L2] | 3,46 Punkte | 22,1 Sekunden | 95,2 MB/s | 19,1 Fps |
| Core 2 Duo E8400 @ 3,6 GHz [2x 3,60 GHz / 6 MiB L2] | 2,19 Punkte | 33,0 Sekunden | 60,9 MB/s | 12,4 Fps |
* Core i7-990X, Core i7-2600K, Core i5-2500K und FX-8150 mit AES in Hardware!
In diesem Artikel
- Seite 1 Bulldozer FX im Test: Einleitung, Modelle, technische Daten und Testaufbau
- Seite 2 Bulldozer FX im Test: Architektur-Details, ergänzende Messungen, FX-Plattform und Windows 8
- Seite 3 Bulldozer FX im Test: Anwendungs- und Spiele-Benchmarks plus Turbomodus
- Seite 4 Bulldozer FX im Test: Leistungsaufnahme und Overclocking/Undervolting
- Seite 5 Bulldozer FX im Test: Zusammenfassung und Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
- Seite 1 Bulldozer FX im Test: Einleitung, Modelle, technische Daten und Testaufbau
- Seite 2 Bulldozer FX im Test: Architektur-Details, ergänzende Messungen, FX-Plattform und Windows 8
- Seite 3 Bulldozer FX im Test: Anwendungs- und Spiele-Benchmarks plus Turbomodus
- Seite 4 Bulldozer FX im Test: Leistungsaufnahme und Overclocking/Undervolting
- Seite 5 Bulldozer FX im Test: Zusammenfassung und Fazit
Die meißten Anwendungen werden alle gängigen Mehrkernprozessoren auf einer Backe erledigen. Aber eben nicht alle. Zum Beispiel für Spiele ist der Bulli offenbar nicht optimal, auch wenn eigentlich jedes gängige Spiel ordentlich läuft, da die CPUs eh normalerweise nicht der Flaschenhals sind (gibt natürlich Ausnahmen).
Für andere Anwendungen ist der Bulli hingegen wieder sehr gut geeignet, da muss man vielleicht abwägen. Unterm Strich sind die Intels für die meißten Anwender meiner Ansicht nach aber überlegen.
bye
Spinal
AUch für annähernd 100% der Homeserver Nutzer ist das Ding Wurst. Da jeder gängige Mehrkerkernprozessor das auf einer Backe laufen lässt.
Aber im Servermarkt wird ne Menge Asche kassiert, die werden da wohl schon nett verdienen hoff ich
NA dann werde ich da wohl auch mal rein schauen müssen, wenn die einen ausführlichen Test gemacht haben.
Letzten Endes muss man aber auf die SB-E Tests warten, aber die werden halt noch gut 6 Monate dauern -.-
Für AMD aber eigentlich eine ganz gute Situation. Wer jetzt kaufen muss, weil er z.B. schon eigentlich vor einigen Monaten kaufen wollte, aber AMD eben mal wieder länger gebraucht hat, aber auch Intel nicht Termingerecht liefern kann, der wird wohl im Moment dann wohl zu nem AMD greifen. Das ist mal wirklich eine gute Ausgangslage. Hoffen wir, dass die Leute das dann auch wirklich machen und AMD so einige Marktanteile gewinnen kann.
Heut am Bahnhof schonmal die neue c't gekauft, die haben den Bulldozer mit aktuellen Compilern und Redhat Enterprise getestet - hat Intel ziemlich zerfetzt