Phenom: Architektur
AMD hat heute offiziell den ersten eigenen Vierkern-Prozessor für Desktop-Rechner vorgestellt. Die "Phenom"-Chips sind Teil der ebenfalls neuen Spider-Plattform, die neben dem Prozessor auch die Grafikkarten HD 3850/3870 sowie den 790-Chipsatz enthält.
AMD Phenom: Architektur
Alle Phenom-Prozessoren verfügen wie die bisherigen Athlon-X2-Prozessoren über 128 KiByte L1-Cache (je 64 KiByte für Daten und Instruktionen) und 512 KiByte L2-Cache pro Kern. Neu ist der 2 MiByte große Third-Level-Cache, der nach ersten Messungen von PC Games Hardware zwischen ein und fünf Prozent mehr Leistung bei Spielen bringt. Die Kerne sind miteinander vernetzt und können direkt auf Daten in den Zwischenspeichern der anderen Kerne zugreifen, ein Umweg über den Chipsatz wie bei Intel ist nicht nötig, was AMD als "echtes Vierkerndesign" bezeichnet. Die FPU-/SSE-Einheiten sind nun 128 Bit breit (vorher: 64 Bit), 128-Bit-SSE-Instruktionen werden nun in eine statt zwei Mikro-Instruktionen übersetzt. Zudem hat AMD die Sprungvorhersage verbessert.
Quelle: Bild: AMD
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Der Speichercontroller wurde überarbeitet und wird nun unabhängig von den Prozessorkernen mit Strom versorgt. Das ermöglicht es, alle Kerne in den Ruhezustand zu schicken, auch wenn zum Beispiel die Grafikkarte gleichzeitig Daten aus dem Speicher anfordert. Auf diese Weise spart der Prozessor ein wenig Energie. Der integrierte Controller läuft mit DDR2-Speicher des Typs 667, 800 und 1066. Genau gesagt, handelt es sich um zwei Speichercontroller, die unabhängig voneinander jeweils einen Kanal verwalten. Der Sprung zu DDR3-Speicher soll nach den Plänen von AMD erst im Jahr 2009 mit dem neuen Sockel AM3 erfolgen.
Mit den restlichen Komponenten ist ein Phenom-Prozessor per Hyper Transport 3.0 verbunden. Die jüngste Ausbaustufe der Punkt-zu-Punkt-Verbindung erreicht dabei bis zu 16 GiByte Bandbreite, bei den Vorgängerversionen Hyper Transport 1 und 2 waren es maximal 8 GiByte. Auf den meisten aktuellen Sockel-AM2-Mainboards, die noch nicht Hyper-Transport-3-fähig sind, läuft ein Phenom-Prozessor dann mit reduziertem Hyper-Transport-Takt.
Die weiteren wesentlichen Architektur-Neuerungen sind identisch mit dem bereits vor zwei Monaten vorgestellten Barcelona-Chip. Nach Firmenangaben soll der Phenom bei gleichem Takt dank der Architekturverbesserungen 25 Prozent schneller sein als die Vorgängermodelle der Athlon-X2-Reihe.
