Seattle Opteron A1100: AMD liefert Samples der 64-Bit-ARM-CPUs für Server ab März aus
Der kalifornische Chiphersteller AMD hat auf dem aktuell stattfindenden Open Compute Summit seine ersten ARM-Prozessoren für den Server-Bereich angekündigt. Micro-ATX-Entwicklerkits mit einem aufgelöteten Opteron A1100 will AMD ab März ausliefern, später sollen entsprechende Steckkarten mit einem neuen Format folgen.
Mitte des vergangenen Jahres aktualisierte AMD seine Server-Roadmap mit Seattle für das zweite Halbjahr 2014, wobei selbiges Jahr bereits im Oktober 2010 in Aussicht gestellt wurde. Nun hat der Chiphersteller auf dem OCP Summit V eine Entwicklerplattform angekündigt, die ab März ausgeliefert werden soll. Dabei handelt es sich um eine Micro-ATX-Platine mit verlötetem Opteron-A1100-SoC. Dieser besitzt acht Cortex-A57-Kerne, welche AMD in Zusammenarbeit mit ARM entwickelt hat, auf ARMv8 basieren und 64-Bit-Operationen beherrschen. Modelle mit vier Rechenherzen sollen noch folgen, von den 16-Kernern war bisher keine Rede mehr.
Insgesamt bis zu 12 MByte Cache nutzen die ARM-Kerne gemeinsam, davon 4 MByte auf zweiter Ebene (L2) sowie 8 MByte auf dritter (L3). Der integrierte Speichercontroller beherrscht sowohl DDR3 als auch DDR4 im Dual-Channel mit ECC, die Geschwindigkeit wird mit bis zu 1.866 MT/s angegeben. Unterstützt werden außerdem unbuffered (UDIMM) und registered Speicher (RDIMM) sowie die kleinformatigen SODIMMs. Die Kommunikation findet über den sogenannten "Freedom Fabric" statt, der das PCI-Express-3.0-Interface nutzt. Letzteres besteht aus acht Lanes, die in ein Mal acht oder zwei Mal vier Bahnen aufgeteilt werden. Mehrere SoCs können folglich auch über den gleichen Netzwerk- respektive SATA-Anschluss kommunizieren, sodass nicht mehrere Controller verbaut werden müssen. Insgesamt stehen acht SATA-6Gb/s- sowie zwei 10-Gigabit-Ethernet-Ports zur Verfügung.
Quelle: AMD
AMD OCP Summit V: Mögliche Erweiterungskarte für "Seattle"
Das eingangs erwähnte Entwicklerkit unterstützt bis zu vier DDR3-RDIMMs, folglich also maximal 128 GiByte Arbeitsspeicher, und reizt die restlichen Anschlussmöglichkeiten aus. Später sollen auch Steckplatinen mit dem Opteron A1100 für Open-Compute-Server folgen, die über einen eigens entwickelten Slot verbunden werden. Die Spezifikationen will AMD noch der Open-Compute-Bewegung übermitteln. Wie ein entsprechendes Modell aussehen kann, zeigten die Kalifornier ebenfalls auf der Messe (Bild 6).
In den Präsentationen gibt man sich in Bezug auf das Server-Segment zuversichtlich. Bis 2019 sollen 25 Prozent aller Server auf ARM-Technik basieren, AMD sieht sich dabei selber als künftigen Marktführer. Außerdem lässt man bis dahin einen "bedeutenden" ("substantial") Anteil im x86-Markt verlauten - die Zeiten, in denen eine Architektur für alle Computing-Bereiche passt, seien hingegen vorbei. Die Betonung auf kleinere, effizientere Prozessoren passt derweil mit der Entwicklung der hauseigenen APUs zusammen.
Quelle: Pressemitteilung
