PCGH-Leserwahl 2017: AMD verliert gegen Intel, Ryzen gewinnt gegen Intel Coffee Lake-S
Bei der PCGH-Leserwahl 2017 hatte AMD zumindest in der Kategorie CPU-Hersteller das Nachsehen gegenüber Intel, den die Veröffentlichung von Coffee Lake-S in der öffentlichen Wahrnehmung ein gutes Stück nach oben katapultiert haben dürfte. Trotzdem steht AMD mit Ryzen meinungstechnisch gut dar. Einen weiteren Aufschwung dürfte Pinnacle Ridge ab April bringen.
Viele Jahre lang war Intel unangefochten in der PCGH-Leserwahl bei der Kategorie Prozessorhersteller, auch wenn der Chiphersteller viel Kritik für seine marginalen Performance-Verbesserungen pro Jahr einstecken musste. Der Grund dafür war simpel: AMD bot über den Einsteigerbereich hinaus keine nennenswerte Konkurrenz, fand in einer Hardware-affinen Community also kaum Beachtung. Interessanter wurde es wieder mit der PCGH-Leserwahl 2017 - dem Jahr, in dem AMD seine Ryzen- und Ryzen-Threadripper-CPUs veröffentlicht hat und damit auch wieder im High-End-Segment mitspielt.
Bei knapp 6.000 Umfrageteilnehmern - wohlgemerkt nicht PCGHX-exklusiv - reichte die Vorstellung mit der ersten Ryzen-Generation noch nicht, um Intel als Platzhirschen abzulösen. In der Kategorie Prozessoren muss sich AMD noch mit dem zweiten Platz zufrieden geben, konnte aber den Rückstand aus dem Vorjahr erheblich verkürzen (2016: 85% zu 14% für Intel, 2017: 55% zu 44% für Intel). Die PCGH-Redaktion hat das durchaus überrascht, da die Wahrnehmung in den Kommentarbereichen zu Artikeln meisten zugunsten AMDs ausfällt und auch eine Facebook-Umfrage AMD vorne sah. Vor allem die Veröffentlichung von Coffee Lake-S dürfte Intel einen guten Schub gegeben haben, da der Chiphersteller mit der jüngsten Generation seine Klassen Core i7, i5 und i3 aufgestockt hat. Mit CFL-S gibt es quasi die Multi-Core-Performance von AMDs Ryzen und die Single-Core-Performance von Kaby Lake-S. Angemerkt sei, dass die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre erst nach Abschluss der Leserwahl publik wurden - und die Information, dass unter anderem Intel länger von diesen wusste.
In der Kategorie Top-Produkt des Jahres liegt AMD dann auch mit dem Ryzen 7 1800X vor Intel mit dem Core i7-8700K. Zudem würdigten die PCGH-Leser AMDs Preis-Leistungs-Verhältnis und wählten den Ryzen 7 1700 sowie Ryzen 5 1600 vor alle Intel-CPUs. Allerdings platzt beide Male Nvidia in die Party und staubt den ersten Platz mit der Geforce GTX 1080 Ti (Top-Produkt) beziehungsweise GTX 1070 Ti (Preis-Leistung) ab. Bei den Grafikkarten konnte Vega in Anbetracht des vorangegangenen Marketings leistungstechnisch nicht überzeugen. Hinzu kam, dass AMDs Polaris-20-Grafikkarten in Form der Radeon RX 580 und RX 570 besonders hart von dem Mining-Hype getroffen wurden.

Ich kann lediglich nicht nachvollziehen, wie man die 2017 erschienenen Produkte eines Herstellers als "Schrott" bezeichnen kann, wenn genau diese Produkte sowohl die höchste Spiele- als auch Anwendungsleistung (8700K bzw. 7980XE) bieten und sich dann noch wundert, dass Leser für diesen Hersteller abstimmen.
Das heißt natürlich nicht, dass es bei Prozessoren nur auf die Leistung ankommt, Ryzen schlecht ist oder AMD - wie von dir erwähnt - trotz deutlich weniger Finanzkraft erstaunlich konkurrenzfähige Produkte herausgebracht und Intel unter Druck gesetzt hat. Ich denke lediglich, dass es 2017 genug gute Gründe gab, sowohl für AMD als auch Intel zu stimmen.
Dann die absolut unnötige Präsentation von Kaby Lake-X mit nur Dual-Channel und ansonsten auch massiv beschnitten. Der 18-Kerner kam angeblich auch nur durch Threadripper. Die Leistung von Intel war 2017 eher enttäuschend.
AMD hängt immer noch hinterher und muss erst noch die FX-Zeiten verdauen. Wenn der Ryzen finanziell erfolgreich wird, dann kann AMD endlich wieder mehr Geld für Forschung und Entwicklung ausgeben und dann sollte auch von Intel wieder mehr kommen.
Wenn man die Jahre vor Sandy Bridge kennt, dann kann man die Zeit seit Sandy Bridge nur als Stillstand einordnen. Technisch wäre deutlich mehr möglich gewesen, wenn man sich den Core i7-6900K. Auch bei den anderen Broadwells gab es interessante Ansätze.
Ich bin froh, dass AMD wieder zurück ist und hoffentlich wird AMD die Lücke noch weiter schließen können. Bei Intel hoffe ich, dass die 10nm-Fertigung 2018 bereit für Desktop-Modelle wird. Für den Verbraucher wäre es bestimmt nicht gut, wenn Ryzen in 7nm fertigt und Intel weiterhin in 14nm fertigen muss.
Sky-/Kaby/Coffee Lake: Sockel-1151-CPU von "Skylake-sicherem" Kuhler beschadigt
AMD hat 2017 zwar ein tolles Comeback im CPU-Markt hingelegt, aber auch Intel hat eine Reihe interessanter neuer Produkte veröffentlicht. Mit Coffee Lake sind zum Beispiel erstmals CPUs mit 6 statt 4 Kernen für Intels Mainstream-Sockel auf dem Markt, im High-End-Bereich wurde die Kernanzahl von 10 auf 18 Kerne deutlich gesteigert. Im aktuellen PCGH-Index (Ausgabe 02/2018) liegen insgesamt sieben Intel-Prozessoren vor der schnellsten AMD-CPU, fünf davon sind 2017 erschienen. Ist AMD also nicht einmal in der Lage "Schrott" zu schlagen oder könnte es vielleicht sogar sein, dass wir es hier mit guten Produkten von Intel zu tun haben, die der ein oder andere Leser bei der Wahl im Hinterkopf hatte?
Anders als von dir behauptet - zur Erinnerung -
Wie gesagt: 2017 war ein starkes Jahr von AMD. Mir persönlich ist es auch egal, welcher Hersteller die Wahl gewinnt; aber wenn man schon so polemisch argumentiert, dann bitte nicht wundern, wenn etwas Gegenwind kommt.