China-CPU: Loongson 3B6600 soll Core-CPUs mit Linux angreifen
Der chinesische Chipentwickler Loongson Technology möchte mit seinem neuen 8-Core-Prozessor, dem Loongson 3B6600, auf Basis der neuen LA864-Architektur zu Intels schnellsten Core-i-CPUs aufschließen.
Der chinesische Chipentwickler Loongson Technology will mit seinem kommenden Octa-Core-Prozessor, dem Loongson 3B6600 auf Basis der neuen LA864-Architektur, dank höherer IPC, SMT ("Simultaneous Multithreading"), mehr Taktfrequenz sowie neuem Fertigungsverfahren zu Intels schnellsten Core-i-CPUs aufschließen, wie Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender Wu Weiwu im Rahmen der derzeit stattfindenden Loongson Industrial Ecosystem Conference betont hat.
Linux als einer der Schlüssel zum Erfolg
Loongson konzentriere sich nun auf den Aufbau eines eigenen Software-Ökosystems, dessen "Realisierung in drei Phasen" eingeteilt sei, so Wu Weiwu. Die erste Phase sei der Aufbau der eigentlichen Software-Ökosystems für x86 und ARM und sei schon beinahe abgeschlossen. Die zweite Phase werde sich dann auf "größtmögliche" Kompatibilität konzentrieren und in der dritten Phase werde die Entwicklung vorangetrieben, eigene native Anwendungen zu realisieren.
Loongson will Achtungserfolge bestätigen
Dank des Supports für SMT ("Simultaneous Multithreading") sowie seiner vergleichsweise hohen IPC, ist dem kleineren Vorgängermodell der "China-CPU" bereits ein echter Achtungserfolg gelungen, welcher als große Überraschung angesehen wird. Loongsons erste CPU, der 3A1000, erschien 2009. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist nicht weniger als beeindruckend.
Im Hinblick auf die verfügbaren Instruktionen pro Taktzyklus, den sogenannten Instructions per Cycle ("IPC"), konkurrierte bereits der 3A6000 mit den Core-i-13000 alias Raptor Lake-S. Aufgrund derselben Prozessorarchitektur sollten der 3D6000 und 3E6000 hier anknüpfen können, jedoch noch einmal mehr Prozessorkerne bieten. Der 3B6600 und 3B7000 wiederum wechseln dann 2025 auf die noch einmal "deutlich" leistungsstärkeren LA864-Prozessorkerne mit gesteigerter Taktfrequenz.
Quelle: Loongson
Durch die nachfolgenden Verbesserungen verspricht sich Loongson von den kommenden 3x6600-/3x7000-Modellen eine um mindestens 20 Prozent gesteigerte Leistung im Vergleich zur vorangegangenen 3x6000-Serie. Erstmals soll ein neuer Fertigungsprozess eines unbekannten chinesischen Auftragsfertigers mit 7 nm genutzt werden, während aktuelle Modelle noch in 12 nm vom Band laufen.
| Loongson 3x6000 | Loongson 3x6600/7000 | |
|---|---|---|
| Architektur | Loong-Architektur (Loong Arch) | Loong-Architektur (Loong Arch) |
| Prozessorkerne | LAA664-Prozessorkerne | LAA864-Prozessorkerne |
| Fertigungsverfahren | 12 nm Node | 7 nm Node |
| Taktfrequenzen | 2 - 2,5 GHz | 3 - 3,5 GHz |
| Grafikeinheit | ☑ | ☑ |
| SMT/HT | ☑ | ☑ |
| Support | Linux ☑ | Linux ☑ Windows ☑ |
| Release | 2023 | 2024 |
Erstmals soll auch die hauseigene integrierte Grafikeinheit ("IGP") mit der Modellbezeichnung Loongson LG200 integriert und eine Unterstützung für Microsofts Windows-Betriebssysteme gegeben sein. Momentan setzen Loongson-CPUs eine entsprechend angepasste Linux-Distribution voraus. Neben den aktuellen und kommenden CPUs kündigte Loongson auch neue SoCs und GPUs an.
Bis zum Jahresende möchte Loongson mit der Loongson 9A2000, welche hinsichtlich der Rechenleistung in etwa das Leistungsniveau der Geforce RTX 2080 erreichen soll, bereits Workstation-PCs und KI-Workflows beschleunigen.
Hinweis: Loongson kann seine Prozessoren ohne Bedarf an ausländischen Lizenzen entwickeln, da das Unternehmen über eigene Architekturen auf Basis einer zu MIPS ("Microprocessor without Interlocked Pipeline Stages") kompatiblen Befehlssatzarchitektur (ISA) verfügt.
Erste Gaming-PCs setzen auf Loogsoon-CPUs
In China werden bereits erste Gaming-PCs mit Loongsoon 3A6000 und einer AMD Radeon RX 580 sowie 8 GiByte DDR4-3200 und einer 256 GiByte fassenden PCIe-SSD in den chinesischen Einzelhandel gestartet, was die Bemühungen verdeutlicht, die heimischen Prozessoren noch weiter in die breite Masse zu bringen. Bei den chinesischen Grafikkarten bleiben Spieler aber vorerst außen vor.
Quelle: MyDrivers
Die Fortschritte, die chinesische Hersteller wie Loongson, oder aber Moore Threads mit der MTT S80 hinlegen, sind aber durchaus beachtlich und bleiben auch dem Westen nicht verborgen. PCGH berichtet immer wieder über die Entwicklung.
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wenn man guckt wie viele "unrecht-regime" es gibt und wie viele sich erst in "demokratien" entwickelt haben. meh. türkei, russland, weißrussland/belarus. sind halt länder am europäischen kontinent und es sind ziemlich schwache demokratien. nach 2008 mit der bankenkrise gabs ja berichte über die schattenbanken in china, dass die die weltwirtschaft in abgrundreißen könnten, soviel implosionskraft haben die. bisher ist da noch nichts passiert.
in 5-10 jahren, schätze ich sind die gleichauf mit amd/intel/nvidia. was die in 20 jahren hingerissen haben bei eigenen chips. oi
― Mahatma Gandhi
Wir sind bei Stufe 3 von 4. Die Leute schreiben im Bezug auf China- und Russland-CPUs, die werden noch 10 Jahre bis zum aufschließen brauchen. Das würde ich nicht zu laut sagen. Ich denke der Tag wird kommen, da werden die China-CPUs brachial an den westlichen Produkten vorbeiziehen.