China-CPU: Loongson 3A6000 gelingt dank hoher IPC und SMT eine große Überraschung in Benchmarks
Die vom chinesischen Hersteller Loongson Technology entwickelte Quad-Core-CPU Loongson 3A6000 basiert auf insgesamt vier LA664-Prozessorkernen, welche wiederum die hauseigene Loong-Architektur als Basis nutzen, und ist jetzt offiziell vorgestellt worden. Dank einer vergleichsweise hohen IPC und SMT gelingt der "China-CPU" eine große Überraschung in Benchmarks.
Die vom chinesischen Hersteller Loongson Technology erdachte Quad-Core-CPU Loongson 3A6000 basiert auf insgesamt vier LA664-Prozessorkernen, die wiederum die hauseigene Loong-Architektur ("Loong Arch") als Basis nutzen, und ist im Rahmen seiner offiziellen Vorstellung erstmalig gegen Intels Comet Lake-S und Raptor Lake-S angetreten. Dank Simultaneous Multithreading ("SMT") sowie seiner vergleichsweise hohen IPC, ist der "China-CPU" dabei ein echter Achtungserfolg gelungen, der als große Überraschung angesehen werden kann. Auch im Hinblick auf moderne Prozessoren ist mit China in Zukunft mit Sicherheit zu rechnen, denn die Nachfolgegeneration steht für 2024 bereits in den Startlöchern.
Loongson 3A6000 fordert den Intel Core i5-14600K
Während der chinesische Hersteller zuvor davon gesprochen hatte, dass sein Desktop-Prozessor Loongson 3A6000 ("LS3A6000") im Hinblick auf die Instruktionen pro Taktzyklus, den sogenannten Instructions per Cycle ("IPC"), aufgrund ihrer neuen hauseigenen Loong-Architektur voraussichtlich mit Zen-3-Prozessoren mithalten können, wurden die Ziele jetzt noch einmal ein gutes Stück höher gesteckt. In Benchmarks durfte sich die "China-CPU" unter anderem bereits gegen den topaktuellen Intel Core i5-14600K beweisen und überzeugte dabei.
Während der neue Loongson 3A6000 im Prozessor-Benchmark SPEC CPU 2006 normalisiert auf 2,5 GHz eine IPC auf Augenhöhe mit Raptor Lake-S aufweist, reicht es unter Verwendung der GNU Compiler Collection ("GCC") in der Version 8.3 unter Linux im Hinblick auf die Multicore-Performance zu einem respektablen Unentschieden gegenüber dem Core i3-10100 ("Comet Lake-S"). Die Single-Core-Performance, abermals normalisiert auf 2,5 GHz, liegt im UnixBench sogar deutlich höher.
Quelle: Loongson via Bilibili
Auch im Hinblick auf die Effizienz kann der Loongson 3A6000 auf ganzer Linie überzeugen und schlägt den Intel Core i5-10100 vergleichsweise deutlich.
Asus unterstützt den Produktstart der China-CPU
Dass sich im Hinblick auf moderne CPUs etwas bewegt in China, davon zeugt auch die Tatsache, dass Asus den Produktstart des Loongson 3A6000 mit einem eigenen Mainboard für Consumer unterstützt. Das Asus XC-LS3A6M basiert auf dem hauseigenen Chipsatz Loongson 7A2000 und unterstützt DDR4-3200.
Quelle: Asus
Die gesamte Plattform geht mit modernen Schnittstellen wie per PCIe angebundenen M.2-SSDs, USB-C mit 5 Gb/s und HDMI an den Start und soll laut Asus bereits mit den kommenden BIOS-Versionen auch Overclocking ermöglichen. Im Rahmen der Präsentation wurde von Asus bereits ein OC auf 3 GHz demonstriert.
Der erste Gaming-PC steht in den Startlöchern
Erstmals überhaupt ist jetzt auch ein Gaming-PC mit Loongsoon 3A6000 und einer AMD Radeon RX 580 sowie 8 GiByte DDR4-3200 und einer 256 GiByte fassenden PCIe-SSD in den chinesischen Einzelhandel gestartet, was die Bemühungen verdeutlicht, die heimischen CPUs weiter in die breite Masse zu bringen.
Quelle: MyDrivers
Neben dem Loongson 3A6000, welcher mit vier Prozessorkernen insgesamt acht Threads bearbeiten kann, hat Loongson Technology auch den Loongson 3D6000 mit 32 Prozessorkernen und insgesamt 64 Threads angekündigt. Während der 3A6000 für den Einsatz in Desktop-PCs prädestiniert ist, soll der große 3D6000 insbesondere die Einsatzgebiete HPC-Computing und Rechenzentren adressieren. Die beiden CPUs laufen bei einem unbekannten chinesischen Fertiger in 12 Nanometern vom Produktionsband. Der Umstieg auf eine 7-nm-Node ist für 2024 geplant.
Ihre Meinung ist gefragt!
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.
Quelle: Loongson, Asus, Bilibili, Tom's Hardware, ITHome

Zhaoxin ist dagegen aus einem Joint Venture zwischen Via und Shanghai hervorgegangen, hat also keinen direkten Bezug zu anderen aktuellen x86-CPUs. Deren Wurzeln liegen in den 90ern bei Centaur/IDT/Winchip, der letzte Architektur-Austausch im Kern müsste Intels 486er gewesen sein (und das schon eher unfreiwillig, nachträglich und nur auf Klage hin). In den 0er-Jahren kamen noch Bus-Standards und Befehlssätze hinzu (die aber selbst implementiert wurden) und seitdem stand Via komplett alleine auf weiter Flur.
In der Sockel-Historie habe ich sie leider immer nur am Rand erwähnt, weil sie eben letztlich keine Auswirkungen hatten.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Ich hatte im Hinterkopf irgendwann mal gewusst, welcher chinesische Hersteller von AMD die Zen Architektur lizenziert hatte und hatte hier den Verdacht es handelt sich um eine Weiterentwicklung.
Aber wenn dem offenbar nicht so ist und auch sonst keine x86 Kompatibilität existiert ist es im Moment - weil wie du sagst Softwaresupport/Kompatibilität- eine Randnotiz, mehr nicht.
Wenn man im x86 Bereich von der IPC her vor Intel/AMD gelanded wäre, wär ich durchaus aufmerksamer
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Ich hatte im Hinterkopf irgendwann mal gewusst, welcher chinesische Hersteller von AMD die Zen Architektur lizenziert hatte und hatte hier den Verdacht es handelt sich um eine Weiterentwicklung.
Aber wenn dem offenbar nicht so ist und auch sonst keine x86 Kompatibilität existiert ist es im Moment - weil wie du sagst Softwaresupport/Kompatibilität- eine Randnotiz, mehr nicht.
Wenn man im x86 Bereich von der IPC her vor Intel/AMD gelanded wäre, wär ich durchaus aufmerksamer
Das ganze ist ja nicht auf die CPU begrenzt. Das Board als Plattform braucht man auch. Und in der Kombination ist dann wirklich alles möglich. Letztlich ist das aber auch eher für die Kontrolle der eigenen Bevölkerung gedacht. Das man ein paar infizierte Kisten irgendwo im "Westen" vll. stehen hat ist nur Beiwerk. Neben der mobilen Kommunikation die schon mittlerweile "On the fly" zensiert wird, hat man dann auch die heimischen PCs abgefrühstückt. Kurbelt die eigene Wirtschaft an. Sorgt für günstig zu produzierende "heimische Überwachungs-PCs". Refinanziert durch die Bevölkerung, welche die Kisten in Scharren kaufen werden. Die nächste Plattform für WeChat.
"Simpli" hat dazu gerade ein recht interessantes Video veröffentlicht.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]