Chip-Fertigung in der EU: Intel fordert mehr Fördermittel

49
News Rhonda Bachmann Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Chip-Fertigung in der EU: Intel fordert mehr Fördermittel (1)
Quelle: Intel

Der US-Hersteller Intel betreibt im irischen Leixlip bereits ein Halbleiterfertigungswerk und würde seine Chipfertigung in Europa gerne weiter ausbauen. Das kommt der EU gerade recht, die sich langfristig eine Versorgung mit den begehrten Chips wünschen. Intel hat jedoch klare Forderungen und hofft auf Fördermittel und einer Allianz aus Industrie und den Regierungen.

Pat Gelsinger heißt der neue Chef bei Intel. In seiner Antrittsrede sprach er von seinem Plan, Intel zum weltweit führenden Halbleiterunternehmen zu machen. Nun empfiehlt Gelsinger der EU Intel als Partner für die Chipfertigung. Damit das gelingen kann, hat der Intel-Chef jedoch auch einige Forderungen.

Intel will mit EU kooperieren

Der Markt steckt derzeit in einer echten Halbleiterkrise. Die Corona-Pandemie sorgte für einen schlechten Nachschub an Komponenten und Lieferverzögerungen. Intel berichtete unter anderem über die Knappheit von Substraten. Dazu machten harsches Wetter und Brände der Produktion der umkämpften Chips einen Strich durch die Rechnung.

Auf dem umkämpften Markt will die EU die hiesige Produktion von Halbleitern ankurbeln, um sich eine langfristige Versorgung zu sichern und die digitale Souveränität stärken zu können. Das kommt Intel gerade recht, die bereits im irischen Leixlip ein Halbleiterfertigungswerk betreiben, welches das einzige Werk in der EU ist, das auch 14-Nanometer-Strukturen herstellen kann. Das Unternehmen baut das Werk gerade aus.

Intel-Chef Gelsinger will der EU bei einem Treffen mit dem Kommissar für den Binnenmarkt, Thierry Breton, sein Unternehmen als Partner bei der Chipfertigung empfehlen. Dafür stellt er jedoch auch Forderungen und stellt sich Fördermittel sowie eine Allianz zwischen der Industrie und den Regierungen vor. Die EU stehe in hartem Wettbewerb mit Staaten, die Chipfertigung als nationale Priorität einstufen, auch wenn einige Spitzenfirmen der Halbleiterbranche in der EU ansässig seien. Andere Regierungen würden Subventionen gewähren, um Halbleiterfertigungswerke anzusiedeln sowie die Forschung zu unterstützen, so Gelsinger.

Quelle: Heise

49
    • Kommentare (49)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von h_tobi
        Genau, dann können die Aktionäre die Dividende direkt aus den Fördermitteln bekommen

        und die Manager ihre Gage weiterhin erhöhen

        Keine Angst, so wie ich unsere Elitepolitiker kenne, wird es genau so passieren...
        Zitat von Torsley
        intel hat schon ein halbleiterwerk in irland... ist irland nicht als steueroase bekannt? also wenig bis keine steuern zahlen wollen und fördermittel. wie unerwartet.
        Zitat von PCGH_Torsten
        TSMCs Stammsitz ist auch weitaus größer als eine einzelne Intel-Fab. Die beiden in Irland kommen zusammen auf 4.500 Arbeitsplätze. Nimmt man an dass Intel ein neues Projekt dieser Größenordnung plant, geht es also um weitere 2.250 Jobs und es werden laut Reuters 8 Milliarden Euro an Subventionen gefordert. Rechnet man mit 2.960 Euro Durchschnittsgehalt bei Betrachtung aller Angestellten von der Putzfrau über den erwähnten Torwächter, die beiden Mausschubser und das für alle vier zuständige Küchenpersonal sowie den einen oder anderen Halbleiter-Ingenieur, dann könnte man allein aus der Suvbentionssumme 100 Jahre lang die gleichen Löhne auszahlen. Als reine Arbeitsplatzmaßnahme steht das Projekt also noch schlechter da als zum Beispiel die Lufthansa-Rettung. Es geht es allein um die Frage, ob man ein weiteres aktuelles Halbleiterwerk als solches in der EU haben möchte, oder nicht, aber selbst mit anhängender indirekter Beschäftigung eingerechnet (die sich immer ergibt, egal auf welchem Wege Geld in eine Region gepumpt wird) lohnt es sich allein wegen der Arbeitsplätze nicht. Und Steuerbefreiung gehört quasi zum globalen Standard für neue Fabs, die Gewinnverlagerungsmöglichkeiten sind nahezu endlos, sodass man auch nicht mit Gewerbesteuereinnahmen rechnen kann.

        Leider habe ich den Eindruck, dass das Thema im Moment mit Blick auf den Chipmangel in der Auto-Industrie diskutiert und letztlich auch entschieden wird. Dabei resultiert dieser komplett unabhängig von den Fertigungsstandorten schlicht daraus, dass Bestellungen abgesagt, zu spät wieder angemeldet und keine kompensierende Lagerhaltung betrieben wurde. Asiatische Hersteller haben die gleichen Fehler nicht in gleichem Maße wie deutsche gemacht, bekommen aufgrund der allgemeinen Angebots-Nachfrage-Lage aber zunehmend genau das gleiche Problem. Die Lage der Fabs "um die Ecke" (oder aus europäischer Sicht eben nicht) ändert daran wenig, geliefert wird an den der die Kapazitäten rechtzeitig gebucht hat.
        Und genau deswegen, wie bei der 2. Bankenrettung, her mit Aktien in gleicher Höhe.
        Problem gelöst.
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von h_tobi
        Genau, dann können die Aktionäre die Dividende direkt aus den Fördermitteln bekommen

        und die Manager ihre Gage weiterhin erhöhen

        Keine Angst, so wie ich unsere Elitepolitiker kenne, wird es genau so passieren...
        Zitat von Torsley
        intel hat schon ein halbleiterwerk in irland... ist irland nicht als steueroase bekannt? also wenig bis keine steuern zahlen wollen und fördermittel. wie unerwartet.
        Zitat von PCGH_Torsten
        TSMCs Stammsitz ist auch weitaus größer als eine einzelne Intel-Fab. Die beiden in Irland kommen zusammen auf 4.500 Arbeitsplätze. Nimmt man an dass Intel ein neues Projekt dieser Größenordnung plant, geht es also um weitere 2.250 Jobs und es werden laut Reuters 8 Milliarden Euro an Subventionen gefordert. Rechnet man mit 2.960 Euro Durchschnittsgehalt bei Betrachtung aller Angestellten von der Putzfrau über den erwähnten Torwächter, die beiden Mausschubser und das für alle vier zuständige Küchenpersonal sowie den einen oder anderen Halbleiter-Ingenieur, dann könnte man allein aus der Suvbentionssumme 100 Jahre lang die gleichen Löhne auszahlen. Als reine Arbeitsplatzmaßnahme steht das Projekt also noch schlechter da als zum Beispiel die Lufthansa-Rettung. Es geht es allein um die Frage, ob man ein weiteres aktuelles Halbleiterwerk als solches in der EU haben möchte, oder nicht, aber selbst mit anhängender indirekter Beschäftigung eingerechnet (die sich immer ergibt, egal auf welchem Wege Geld in eine Region gepumpt wird) lohnt es sich allein wegen der Arbeitsplätze nicht. Und Steuerbefreiung gehört quasi zum globalen Standard für neue Fabs, die Gewinnverlagerungsmöglichkeiten sind nahezu endlos, sodass man auch nicht mit Gewerbesteuereinnahmen rechnen kann.

        Leider habe ich den Eindruck, dass das Thema im Moment mit Blick auf den Chipmangel in der Auto-Industrie diskutiert und letztlich auch entschieden wird. Dabei resultiert dieser komplett unabhängig von den Fertigungsstandorten schlicht daraus, dass Bestellungen abgesagt, zu spät wieder angemeldet und keine kompensierende Lagerhaltung betrieben wurde. Asiatische Hersteller haben die gleichen Fehler nicht in gleichem Maße wie deutsche gemacht, bekommen aufgrund der allgemeinen Angebots-Nachfrage-Lage aber zunehmend genau das gleiche Problem. Die Lage der Fabs "um die Ecke" (oder aus europäischer Sicht eben nicht) ändert daran wenig, geliefert wird an den der die Kapazitäten rechtzeitig gebucht hat.
        Und genau deswegen, wie bei der 2. Bankenrettung, her mit Aktien in gleicher Höhe.
        Problem gelöst.
      • Von Albatros1 Software-Overclocker(in)
        U
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von gerX7a
        Lol, genau, der Pförtner und zwei fürs Monitoring verantwortliche Mausschubser im Kontrollraum.
        Da wundert man sich nur, wie die ansonsten typischerweise mit dem Bau und Betrieb einer solchen Fab berichteten Zahlen zustande kommen, denn die Diskrepanz müsstes du mal erklären.

        Beispielsweise TSMC hatte im Southern Taiwan Science Park bereits schon in 2018 rund 10.000 Angestellte, bevor die Fab 18 für 5nm in Bau ging und damit unmittelbar in Verbindung sollten 4.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden, von den Jobs für den Bau selbst und indirekt anhängenden Jobs gar nicht zu reden.

        Berzüglich Intel's Erweiterung (wohlgemerkt zwar 20 Mrd. US$ aber das ist nur eine Erweiterung, kein komplett neuer Standort) in Arizona spricht man bereits von "The investment will lead to the direct creation of 3,000 new high-tech, high-wage jobs and 3,000 construction jobs, while supporting an estimated 15,000 additional indirect jobs in our community." Selbst wenn man die Zahlen ein wenig nach unten korrigiert und den letzten Wert gar als deutlich zu optimistisch wertet und viertelt, bleiben da weitaus mehr als ein paar wenig Hundert Jobs zu besetzen.
        TSMCs Stammsitz ist auch weitaus größer als eine einzelne Intel-Fab. Die beiden in Irland kommen zusammen auf 4.500 Arbeitsplätze. Nimmt man an dass Intel ein neues Projekt dieser Größenordnung plant, geht es also um weitere 2.250 Jobs und es werden laut Reuters 8 Milliarden Euro an Subventionen gefordert. Rechnet man mit 2.960 Euro Durchschnittsgehalt bei Betrachtung aller Angestellten von der Putzfrau über den erwähnten Torwächter, die beiden Mausschubser und das für alle vier zuständige Küchenpersonal sowie den einen oder anderen Halbleiter-Ingenieur, dann könnte man allein aus der Suvbentionssumme 100 Jahre lang die gleichen Löhne auszahlen. Als reine Arbeitsplatzmaßnahme steht das Projekt also noch schlechter da als zum Beispiel die Lufthansa-Rettung. Es geht es allein um die Frage, ob man ein weiteres aktuelles Halbleiterwerk als solches in der EU haben möchte, oder nicht, aber selbst mit anhängender indirekter Beschäftigung eingerechnet (die sich immer ergibt, egal auf welchem Wege Geld in eine Region gepumpt wird) lohnt es sich allein wegen der Arbeitsplätze nicht. Und Steuerbefreiung gehört quasi zum globalen Standard für neue Fabs, die Gewinnverlagerungsmöglichkeiten sind nahezu endlos, sodass man auch nicht mit Gewerbesteuereinnahmen rechnen kann.

        Leider habe ich den Eindruck, dass das Thema im Moment mit Blick auf den Chipmangel in der Auto-Industrie diskutiert und letztlich auch entschieden wird. Dabei resultiert dieser komplett unabhängig von den Fertigungsstandorten schlicht daraus, dass Bestellungen abgesagt, zu spät wieder angemeldet und keine kompensierende Lagerhaltung betrieben wurde. Asiatische Hersteller haben die gleichen Fehler nicht in gleichem Maße wie deutsche gemacht, bekommen aufgrund der allgemeinen Angebots-Nachfrage-Lage aber zunehmend genau das gleiche Problem. Die Lage der Fabs "um die Ecke" (oder aus europäischer Sicht eben nicht) ändert daran wenig, geliefert wird an den der die Kapazitäten rechtzeitig gebucht hat.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von wuselsurfer
        Da haben wir öfters Kirchweih gefeiert, als ich noch in Erlangen gewohnt habe.
        Das finde ich nachts ohne Navi.

        Mal ehrlich, den Anschluß haben wir doch längst verloren.
        Das ist in vielen Bereichen so, in anderen sind wir vorne gut dabei. Unser Institut ist nach wie vor eine der ersten Adressen für AMD, Intel, Nvidia, Apple... oder die Autoindustrien. Zumindest bei speziellen Fragen/Themen.
        Es wär gut, wenn wir das nicht verlieren würden oder sogar ausbauen könnten.
      • Von malajo Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zwischen Bosch und GF ist in DD noch viel Platz und Infrastruktur gibt es auch genug . Überall auf der Welt und besonders in Taiwan und in den USA wird die Halbleiterei hoch subventioniert . Es dürfen nicht nur die fest Angestellten in einer vollautomatischen FAB wie GF FAB1 (über 3000) und Bosch in DD gerechnet werden, sondern die Contractoren und Nebengewerke, das sind immense Zahlen. Alle zahlen Steuern, leben im Umkreis, kaufen ein.... Das alles sollte nicht vergessen werden, bevor gemeckert wird.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk