Stellungnahme: Intel findet die Ursache für instabile Core-CPUs
Kleine Schaltung, große Wirkung. Intel hat die Ursache für die infolge einer vorzeitigen Produktalterung ("Degeneration") mit der Zeit instabil werdenden Core-CPUs der 13. und 14. Generation gefunden und eine Stellungnahme veröffentlicht.
Besser spät als nie: "Kleine Schaltung, (ganz) große Wirkung". Intel hat endlich die Ursache für die infolge einer vorzeitigen Produktalterung ("Degeneration") mit der Zeit instabil werdenden Core-Prozessoren der 13. und 14. Generation alias "Raptor Lake" und "Raptor Lake Refresh" gefunden und eine Stellungnahme veröffentlicht. Ein neuerliches Mikrocode-Update soll bisher nicht beschädigte CPUs vor dem sogenannten "Vmin Shift Instability"-Problem bewahren, so heißt es.
Intel hat die Problematik der Vmin-Shift-Instabilität jetzt auf einem Taktbaum-Schaltkreis innerhalb des IA-Kerns lokalisiert, der unter erhöhter Spannung und Temperatur besonders anfällig für die Alterung der Zuverlässigkeit ist. - Intel -
Der kleine Taktbaum-Schaltkreis, der sogenannte "Clock Tree Circuit", ist den zu hohen Spannungen und den damit einhergehenden Temperaturen nicht gewachsen und löst damit letztlich die Abstürze der betroffenen Core-CPUs aus.
Intel hat beobachtet, dass diese Bedingungen zu einer Verschiebung des Tastverhältnisses der Taktgeber und zu einer beobachteten Systeminstabilität führen können. - Intel -
Zusammenfassend stellt Intel klar, dass es insgesamt vier Szenarien gibt, die zu der infolge der Degeneration auftretenden Instabilität führen können.
- Die Stromversorgungseinstellungen der Hauptplatine überschreiten die Intel-Stromversorgungsrichtlinien.
- Abhilfe: Intel Standardeinstellungsempfehlungen für Intel Core™ 13th und 14th Gen Desktop-Prozessoren.
- eTVB Microcode-Algorithmus, der es Intel Core 13th und 14th Gen i9 Desktop-Prozessoren ermöglichte, auch bei hohen Temperaturen mit höherer Leistung zu arbeiten.
- Abhilfe: Microcode 0x125 (Juni 2024) behebt das Problem des eTVB-Algorithmus.
- Der Microcode-SVID-Algorithmus fordert hohe Spannungen mit einer Häufigkeit und Dauer an, die eine Vmin-Verschiebung verursachen kann.
- Abhilfe: Microcode 0x129 (August 2024) behandelt die vom Prozessor angeforderten hohen Spannungen.
- Mikrocode und BIOS-Code, der erhöhte Kernspannungen anfordert, was zu einer Vmin-Verschiebung führen kann, insbesondere in Phasen des Leerlaufs und/oder geringer Aktivität.
- Abhilfe: Intel veröffentlicht den Microcode 0x12B, der die Microcode-Updates 0x125 und 0x129 umfasst und sich mit erhöhten Spannungsanforderungen des Prozessors im Leerlauf und/oder bei geringer Aktivität befasst.
- Intel -
Das neueste Mikrocode-Update ("0x12B") für den Punkt 4 steht somit noch aus und soll zeitnah über die entsprechenden BIOS-Updates von den Mainboardherstellern ausgerollt werden. Damit sollen bisher nicht betroffene Core-CPUs noch vor den Stabilitätsproblemen "gerettet" werden. Betroffene CPUs sind irreversibel und physisch degradiert. Für solche CPUs hat Intel seine Garantie ausgeweitet.
Hier noch einmal die abschließende und hoffentlich finale Stellungnahme Intels zu diesem leidigen Thema im originalen Wortlaut.
Quelle: Intel
Die Redaktion hat dem Thema ein großes Special mit Umfrage gewidmet und seine Leser gefragt: "Sollte Intel jetzt endlich die Reißleine ziehen?" Das Votum aus der PCGH-X-Community fiel vergleichsweise deutlich aus.