Bartlett Lake Kernskalierung: Wo 12 Kerne mehr Leistung versprechen
12 CPU-Kerne, die latenzfrei mit Last belegt werden können, gibt es derzeit nur im Embedded-Markt. Wir testen den Core 9 273PQE in verschiedenen Spielen und finden heraus, wie gut diese wirklich mit Kernen skalieren.
Möglicherweise stehen Zen 6 und Nova Lake schon vor der Tür, doch bis es soweit ist, gibt es eine Frage im Desktop zu klären: Wie gut skalieren Spiele mit mehr als acht Kernen? Ja, es gibt sie ja bereits, die 12-, 16-, oder gar 24-Kerner, keine Frage, aber das sind entweder Hybrid-CPUs mit maximal acht P-Cores oder im Fall von AMD Ryzen ein Aufbau mit mehreren CCDs (2 × 8 Kerne sind nicht dasselbe wie 1 × 16 Kerne). Es gibt jedoch einen monolithischen 12-Kerner, den Intel Core 9 273PQE. Im Test zum Bartlett Lake konnten wir bereits feststellen, dass die Performance je nach Spiel überraschend hoch ausfällt. Als erweitertes Special zum regulären Teil interessiert uns nun die Frage, wie hoch die Kernskalierung in den getesteten Spielen tatsächlich ausfällt, wenn man mehr als acht Kerne monolithisch nutzen kann. Dazu haben wir uns ein paar besondere Tests herausgepickt, die wir Ihnen jetzt präsentieren.
Bartlett Lake: Kernskalierung mit 12 Kernen
Zur Testmethodik: Wir verwenden "msconfig" um die Anzahl der Threads zu konfigurieren. Standardmäßig sind hier 24 beim 273PQE aktiv. Reduzieren wir den Wert auf 20, sind noch 10 Kerne aktiv. Bei 16 sind es 8 Kerne, bei 12 schließlich 6 Kerne. Dazwischen ist jeweils ein Neustart notwendig. Die Benchmarks sind folgendermaßen aufgebaut: Oben stehen immer 12 Kerne, die Reihenfolge ist fest. Für die besten Informationen erweitern Sie in der Mobile-Ansicht bitte die Werte.
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Für die Auswertung ziehen wir insgesamt sieben Spiele heran. Daraus ergeben sich 21 Einzelwertungen, die schnell ein klares Bild zeichnen. Die 12-Kern-Konfiguration erzielt mit acht Bestwerten die meisten Siege, obwohl die CPU den Takt aufgrund der Powerlimits am ehesten reduzieren muss. Sowohl 8 als auch 10 Kerne kommen auf jeweils sieben Spitzenplätze. Die 6-Kern-Konfiguration bleibt dagegen ohne einzigen Gesamtsieg. Bei genauerer Betrachtung der einzelnen Metriken zeigen sich jedoch interessante Unterschiede. Bei den Average-Fps liegen 8 und 12 Kerne mit jeweils drei Siegen gleichauf, während 10 Kerne zweimal die Spitzenposition erreichen. Das 1-%-Perzentil wird dagegen von der 10-Kern-Konfiguration dominiert, die vier von sieben Wertungen für sich entscheidet. Hier scheint einfach der Sweetspot dieser CPU zu liegen. 12 Kerne gewinnen hier zweimal, 8 Kerne noch einmal. Beim besonders aussagekräftigen 0,2-%-Perzentil teilen sich 8 und 12 Kerne mit jeweils drei Bestwerten die Führung, während 10 Kerne einmal vorn liegen. Ähnliches beobachten wir bei anderen Vielkern-CPUs.
Quelle: PCGH
Frametime-Verlauf aus Anno 117: Pax Romana: Die Unruhe bleibt bei allen Konfigurationen.
Noch interessanter wird das Bild bei den direkten Vergleichen. Die 6-Kern-Konfiguration hat gegen die "Konkurrenz" generell einen schweren Stand. Gegenüber 8 Kernen verliert sie sämtliche 21 Einzelwertungen. 10 Kerne setzen sich in 18 von 21 Fällen gegen 6 Kerne durch, zweimal liegt der Sechskerner vorn, einmal endet der Vergleich unentschieden. Gegenüber 12 Kernen gewinnt die 6-Kern-Variante ebenfalls nur zweimal, während die größere Konfiguration 19 Wertungen für sich entscheidet. Zwischen 8, 10 und 12 Kernen liegen die Ergebnisse dagegen erstaunlich dicht beieinander. Gegenüber 8 Kernen erzielt die 10-Kern-Konfiguration elf Siege, während 8 Kerne neunmal vorn liegen. Ein Vergleich endet unentschieden. Die 12-Kern-Variante schlägt 8 Kerne in 13 Fällen und verliert achtmal. Im direkten Duell zwischen 10 und 12 Kernen setzt sich die größere Konfiguration elfmal durch, während 10 Kerne neun Siege erzielen. Auch hier gibt es einen Gleichstand.
Quelle: PCGH
Frametime-Verlauf aus Gothic 1 Remake: 10 und 12 Kerne federn grobe Ausreißer ab.
Der Sprung von sechs auf acht Kerne fällt mit rund sechs bis sieben Prozent je nach Metrik klar messbar aus. Darüber hinaus flacht die Skalierung jedoch deutlich ab. Zwar sammeln zwölf Kerne die meisten Bestwerte und zeigen insbesondere beim 0,2-%-Perzentil leichte Vorteile, während zehn Kerne beim 1-%-Perzentil überzeugen. Bei den Average-Fps liegen 8, 10 und 12 Kerne jedoch praktisch gleichauf. Die Daten sprechen dafür, dass acht Kerne im aktuellen Gaming-Alltag bereits den Großteil der verfügbaren Leistung ausschöpfen, während zehn und zwölf Kerne vor allem in einzelnen Titeln sowie bei den Frametimes noch kleinere Vorteile bieten können.
Fazit: 12 Kerne sinnvoll?
Anhand einer einzelnen CPU, die zusätzlich von ihrem Powerlimit beeinflusst wird, auf ein Fazit zu schließen, ob generell mehr als 8 Kerne sinnvoll im Gaming-Alltag sind, ist nicht ganz fair. Doch derzeit haben wir im Desktop noch keine andere Möglichkeit. Streng genommen ist die Bartlett-Lake-CPU auch keine Desktop-CPU. Dennoch lässt sich damit ein Ausblick auf zukünftige Prozessor-Generationen erhaschen, die hoffentlich mehr als acht Kerne "in Reihe" bieten werden. Allerdings ist unsere Prognose aufgrund der Werte eher nüchtern: Mehr als 8 Kerne sind zwar messbar schneller, aber niemand würde für die paar Prozent mehr Geld für die teurere CPU in die Hand nehmen. Die Schuld liegt dabei zum Teil bei der CPU, aufgrund der Beschneidungen von Intel, aber hauptsächlich bei den Spielen: Entwickler müssen Mehrkern-Optimierung in die Engine einarbeiten.
Alle sprechen auch immer von Upsampling, vergessen dabei aber dann auch die höheren CPU-Kosten. Wer in der UHD-Auflösung beispielsweise mit DLSS-Performance unterwegs ist, spielt intern mit einer Auflösung von Full HD. Damit die Grafikkarte aber mehr Bilder liefern kann, muss auch die CPU hinterherkommen. Eine bessere Kernskalierung setzt genau hier an. Sie liefert mehr Fps und einen gleichmäßigeren Frametime-Verlauf. Es wäre somit schön, wenn Entwickler hier ansetzen könnten.
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Speziell etwa bei SPielen wie Anno hätte ich mehr erwartet.
Doom Eternal hatte damals gute Kernskalierung, das wär vielleicht noch interessant geworden... oder auch nicht. Hmm
Leute: DAS ist die Aussicht auf "reine 12 Kerne". Was haltet ihr davon?
Man Könnte ja fast dazu sagen es wäre sogar sinnvoller die DIE Fläsche mit 4 - 6 Kernen zu belassen, das ganze thermisch besser ausreizen um den Singlecore / allcore bis an die Kotzgrenze zu bringen, sofern das sich umsetzen lassen würde.
Edit (da ich zu langsam war bzgl. neuer Posts
Natürlich auf Spiele bezogen
MfG
Raff
Im regulären Test finden sich natürlich auch Werte zu Anwendungen:
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