Leistung, Stromverbrauch, Chipsatz: Intel Atom
Angekündigt hat Intel den sparsamen Mobilprozessor Atom schon während der Cebit, auf dem IDF folgte nun die offizielle Markteinführung. Wir sind für Sie vor Ort und verraten alle Details.
Die Power-States (Energiezustände) des Atom-Prozessors, neu ist der Schlafzustand C6
Chip auf Sparflamme
Wichtiger als diese sind aber Funktionen, die dem Chip beim Energiesparen helfen, schließlich werden Atom-Geräte meist mit Akkus gespeist. Speedstep alias EIST ist natürlich an Bord, ebenso ein neuer Schlafmodus namens C6 oder Deep Power Down Technology. In ihn wechselt der Prozessor, wann immer keine Befehle abzuarbeiten sind: Dann senkt er seine Kernspannung auf ein Minimum und schaltet den Takt sowie die Zwischenspeicher ab, die Energieaufnahme liegt dann bei nur noch 80 bis 100 Milliwatt.
Doch auch unter Volllast bleibt der Atom sparsam, laut Intel braucht das schnellste Modell mit 1,86 GHz maximal 2,64 Watt (TDP), weit weniger als etwa ein Via C7 - und das auch nur, wenn mehrere Prozesse parallel laufen und die Hyperthreading-Funktion in Anspruch nehmen. Der kleinste Atom mit 800 MHz soll sich mit höchstens 0,7 Watt bescheiden, während der alte A110 mit gleicher Taktfrequenz und identischer Cache-Größe auf eine TDP von 3 Watt kam.
Diese Daten gelten übrigens nur für den Silverthorne, also die kleinere Atom-Version. Der Diamondville wird etwas höhere TDPs aufweisen, Details dazu verriet Intel aber noch nicht.
Der Menlow im Detail
Chipsatz im Detail
Der zugehörige Menlow-"Chipsatz" besteht nur aus einem einzelnen Chip, dem Poulsbo, den Intel als System Controller Hub bezeichnet und der über einen Frontside-Bus mit 400 oder 533 MHz mit dem Prozessor verbunden ist. Er enthält einen 3D-Grafikchip, der zwar Direct X 9 unterstützen soll, mit halbwegs modernen Spielen aber überfordert sein dürfte. Dafür beschleunigt er die Dekodierung von HD-Videos. Theoretisch kann ihm auch eine Grafikkarte per PCI-Express unter die Arme greifen, doch bindet der Poulsbo darüber maximal zwei x1-Geräte an. Wie beim Penryn sitzt der Speichercontroller auch beim Silverthorne nicht im Prozessor, den bis zu 1 GiByte großen DDR2-Speicher mit 400 oder 533 MHz verwaltet also der Poulsbo. Dieser kümmert sich auch um die Ausgabe von HD-Audio und bietet unter anderem acht der obligatorischen USB-2.0-Ports. Festspeicher bindet Menlow übrigens nur per PATA an, zeitgemäße SATA-Unterstützung gibt es bislang nicht.
Der Atom im Detail - laut Intel handelt es sich um den schnellsten Prozessor mit weniger als drei Watt TDP
Atomare Performance
Die interessanteste Frage können wir leider noch nicht beantworten: Wie schnell ist die neue Atom-Plattform? Intel versprach einst Leistung auf dem Niveau eines ursprünglichen Pentium M, dieser einkernige Banias ähnelte noch dem altehrwürdigen Pentium 3 und lief mit bis zu 1,5 GHz. Kommt Hyperthreading oder SSE3 zum Einsatz, soll die Performance des Atoms noch etwas höher ausfallen. Verlässliche Zahlen gibt es aber nicht, erste Benchmarks auf Basis von Super Pi haben nur eine sehr begrenzte Aussagekraft - und Intel selbst liefert nur grobe Vergleiche mit veralteten ARM-Prozessoren, nicht aber mit dem A110 aus eigenem Hause oder gar aktuellen Desktop-Modellen. Spannend wird auch das Duell mit den kleinen Via-CPUs (Via plant Dualcore-Prozessor) und einem möglichen Geode-Nachfolger, über den sich AMD allerdings noch ausschweigt (Interview mit AMD über Mobilchips und mehr).
Ein Yorkfield (Quadcore) im Vergleich mit dem einkernigen Silverthorne
