IDF Shanghai 2008: Intels neuer Mobilprozessor - alle Details zum Atom
Angekündigt hat Intel den sparsamen Mobilprozessor Atom schon während der Cebit, auf dem IDF folgte nun die offizielle Markteinführung. Wir sind für Sie vor Ort und verraten alle Details.
Sie stecken in immer mehr Jackentaschen: Tragbare Geräte wie Subnotebooks und PDAs machen klassische Computerfunktionen mobil, egal ob Internetzugang oder Multimedia-Wiedergabe. Von diesem Trend möchte natürlich auch der weltgrößte Prozessorhersteller profitieren, vor wenigen Jahren versuchte sich Intel daher schon einmal an CPUs für den Handheld-Markt: Die Chips der Xscale-Reihe basierten auf ARM, einem RISC-Design, das zur klassischen x86-Architektur inkompatibel ist - und brachten dem Marktführer nur wenig Glück. Im Sommer 2006 verkaufte Intel die defizitäre Xscale-Sparte daher an Marvell.
Mobil-Roadmap: Auf McCaslin (A100/A110) folgt Menlow (Atom), darauf Moorestown (Atom-Nachfolger)
Mobilprozessoren - der zweite Versuch
Ein Jahr später versuchte Intel erneut, im Markt für Mobilgeräte Fuß zu fassen, besann sich dabei aber auf die eigenen Stärken und präsentierte mit den Modellen A100 und A110 zwei x86-Prozessoren auf Basis des alternden Dothan-Kerns, bekannt aus dem Pentium M. Diese McCaslin getaufte Plattform arbeitete zwar sparsam, mit 600 bis 800 MHz Kerntakt aber nicht gerade schnell; sie kam nur in wenigen Geräten zum Einsatz, etwa in Samsungs überteuertem Kleinstcomputer Q1.
Quelle: (Bild: Intel)
Der Neue: Intel Atom
Nun wagt Intel einen dritten Anlauf. Während der Cebit 2008 Anfang März verkündete Intel den Namen der neuesten Generation kleiner und sparsamer Prozessoren: Sie heißt Atom (Intel stellt "Atom" vor) und wurde heute auf dem IDF in Shanghai im Detail vorgestellt (Impressionen aus China). Dahinter verbirgt sich zwar wieder ein x86-Chip, doch hat Intel diesen von Grund auf neu entwickelt und auf sparsamen Betrieb getrimmt. Intels kleinster Prozessor wird mitsamt seiner Plattform Centrino Atom vor allem in mobilen Internetgeräten Platz finden (Mobile Internet Devices, kurz MIDs), sowie in Kleinstcomputern (UMPCs) und schlichten Internet-Notebooks, die Intel als Netbooks bezeichnet (Netbook mit Atom-CPU). Doch der Atom ist nicht auf den Einsatz unterwegs beschränkt, Intel denkt auch an simple Desktop-Rechner mit Atom-Technik, die einen unkomplizierten und günstigen Weg ins Internet ebnen und auf den Namen "Nettop" hören sollen (Atom-Systeme für 199 Dollar).
Atom aus der Nähe
