Borderlands 4 im Techniktest: Hoher Performance-Hunger - Benchmarks mit Tuning-Guide!
Borderlands 4 ist da und spaltet die Gemüter. Nicht etwa, weil der Humor für breites Grinsen sorgt, sondern weil die Performance für viele Spieler nicht zur Optik passt. Unser Tech-Check geht neben einer Technik-Schau nicht nur mit Benchmarks, sondern auch mit einem Tuning-Guide darauf ein.
In diesem Artikel
Borderlands ist zurück! Mit dem vierten Teil der Reihe, entwickelt von Gearbox Software und vertrieben durch den Publisher 2K, einer Tochterfirma von Take-Two Interactive, wollen die Entwickler wieder ein Stück zurück zu den Wurzeln der Looter-Shooter-Serie. Borderlands 4 ist bereits am 12. September erschienen, doch leider konnten wir Ihnen keine Benchmarks pünktlich zum Launch des Spieles liefern, da man PCGH vor Release keine Testzugänge bereitstellen konnte - bedauerlich. Aber dafür haben wir die Zeit nach dem Release genutzt und liefern Ihnen jetzt nicht nur Benchmarks, sondern auch einen Tuning-Guide, mit dem Sie in Summe bis zu 245 Prozent höhere Fps erwarten können.
Mit einem bisherigen Höchstwert von knapp über 300.000 zugleich zockenden Spielern (Stand 17.09) allein auf Steam ist Borderlands 4 bereits nach knapp einer Woche erfolgreich. Es ist sogar der bislang erfolgreichste Steam-Launch eines Borderlands-Titels. Allerdings sind die Steam-Reviews zum aktuellen Zeitpunkt mit 74 Prozent Zustimmung noch etwas verhalten. Dies hat allerdings weniger mit dem eigentlichen Spiel zu tun, sondern vielmehr mit den recht hohen Systemanforderungen sowie einigen weiteren, kleineren technischen Macken. Dass Randy Pitchford, Chef von Gearbox Software, sich dazu veranlasst fühlte, die hohen Hardware-Anforderungen zu kommentieren und die PC-Community zu maßregeln, hat die Stimmung vermutlich außerdem nicht direkt verbessert.
Quelle: PCGH
Zu Beginn des Spiel geraten wir in die Fänge des schurkischen Zeitwächters. Viel schlimmer jedoch: Die in Echtzeit gerenderten Cut-Scenes sind aus unbekannten Gründen auf 30 Fps begrenzt - bitte nach Möglichkeit umgehend befreien!
Schicke Open World, zackiges Gameplay und coole Wummen
Doch eins nach dem anderen, zur Performance kommen wir noch. Borderlands 4 soll sich nach dem teils etwas überdrehten dritten Teil also wieder an früheren Spielen der Reihe orientieren - insbesondere vermutlich an Borderlands 2, dem bislang wohl besten Serienteil. Trotzdem gibt es natürlich eine ganze Menge Neuerungen.
So kommt statt der Unreal Engine 3 (Borderlands, Borderlands 2, Borderlands: The Pre-Sequel) und Unreal Engine 4 (Borderlands 3) nun die Unreal Engine 5 zum Einsatz. Genutzt wird Version 5.5.4, also eine ziemlich aktuelle Iteration der UE5, in welche obendrein bereits umfassende Optimierungen seitens Epic eingeflossen sind. Einige leistungstechnisch potenziell sehr nützliche Optimierungen, die jüngst im Rahmen der Unreal Engine 5.6 und der Witcher-4-Demonstration vorgestellt wurden, sind in der UE5.5 nicht enthalten. Darunter die Voxelization für Nanite Foliage und natürlich das Fast Geo-Streaming.
Quelle: PCGH
Die dichte und sich dynamisch im virtuellen Wind wiegende Flora wird mit Nanite Foliage umgesetzt. Diese kann bei maximalen Vegetationsdetails recht anspruchsvoll ausfallen.
Viele sich überlappende Nanite-Meshes können zudem für Overdraw sorgen, da die UE5 bei diesen Elementen nur begrenzt Culling durchführen kann. Ein Grund, weshalb die UE5.6 für die Vegetation in hoher Entfernung nun Voxel nutzen kann. Borderlands 4 nutzt jedoch die UE5.5.
Neu ist obendrein die Umsetzung der Spielewelt. Zwar waren die Umgebungen in den Vorgängern bereits recht weitläufig, doch ist Borderlands 4 der erste Serienteil, der Ihnen eine große, offene Welt als Spielplatz eröffnet. Diese Welt ist der Planet Kairos (Kairós, griechisch: der Gott der günstigen Gelegenheit, des trefflichen Augenblicks). Dieser, zuvor durch einen Schild von den Augen der restlichen Galaxis verborgene Planet kollidiert nach dem Ende von Borderlands 3 unsanft mit dem Mond Pandoras, weshalb der Schild zerstört und der Planet Kairos plötzlich zugänglich wird.
Quelle: PCGH
Borderlands 4: Die Charakterauswahl
Sechs Jahre später landen Sie - auf Wunsch mit bis zu drei Mitspielern - als einer von vier Vault-Huntern auf der Planetenoberfläche, um nach wertvollen Artefakten zu jagen. Und natürlich, um unzählige Schießeisen zu sammeln, denn die teils abgefahrenen Waffen sind natürlich auch in Borderlands 4 mit von der Partie. Diese sind eher noch vielzähliger als in den Vorgängern. Überall in der Spielewelt finden Sie mehr oder minder versteckte Waffenkisten, Bosse und Badass-Elite-Gegner sorgen für weitere bleierne Vielfalt. Bereits kurz nach Spielstart eröffnet sich Ihnen ein breites, durchschlagkräftiges Arsenal.
Quelle: PCGH
Loot and Shoot: In einem Borderlands dürfen vielzählige und oft abgefahrene Schießeisen nicht fehlen.
Doch kaum sind wir auf Kairos angekommen, geraten wir in die Fänge des Zeitwächters, einer Gestalt, die mithilfe von Implantaten die Bevölkerung Kairos kontrolliert und versklavt. Doch natürlich lassen wir uns nicht einfach unterjochen und brechen bald darauf mit Unterstützung der Rebellen aus. Nach dem Tutorial, das linear verläuft und in einem ersten Bosskampf mündet, gelingt der Ausbruch und wir erheben uns, sanft von einem Altbekannten erweckt, am Strand der offenen Spielwelt.
Diese ist sehr ansprechend und abwechslungsreich gestaltet. Während für die Terrain-Darstellung samt statischer Geometrie wie Felsen und Gebäude nur behutsam Nanite eingesetzt wird, um sichtbares Pop-up zu vermeiden, kommt für die häufig dichte Vegetation Nanite Foliage zum Einsatz. Zusätzlich erhält die Geometrie natürlich ein Cell-Shading, um die zeichentrickähnliche Darstellung zu betonen. Generell ist die Grafik sehr ansehnlich. Vor allem die Beleuchtung und deren Interaktion mit den komplexen Material-Shadern sowie die knalligen Effekte sind ein Blickfang.
Zwar schaltet Borderlands offenbar recht früh auf eine weniger detailreiche LoD-Stufe - die außerdem bisweilen ein wenig ins Auge springen kann - doch stehen die Nanite-Modelle der Vegetation bei vollen Details häufig sehr dicht - und überlappen sich gelegentlich. Letzteres ist eine bekannte Schwachstelle der UE5, und kann zu Performance-Problemen führen.
Quelle: PCGH
Das Material-Shading ist auf maximaler Detailstufe sichtbar komplex und interagiert auf gefällige Weise mit der Lumen-Beleuchtung. Diese Interaktionen sind allerdings kostspielig und fordern der Grafikkarte einiges ab.
Borderlands 4 nutzt Software-Lumen, was Sie unter anderem daran erkennen können, dass auf halbtransparenten Flächen keine Raytracing-Spiegelungen, sondern lediglich Screen-Space-Reflections zu sehen sind. Dynamische Objekte wie Figuren befinden sich ebenfalls nicht im SW-Lumen widergespiegelt, dynamische Elemente werden ebenfalls mit SSRs abgebildet.
Mit Hardware-Lumen könnten auch diese dynamischen Objekte vom Raytracing erfasst, zudem RT-Spiegelungen auf Flächen wie Glas realisiert werden. Allerdings würden die Systemanforderungen abermals steigen, was zumindest zum aktuellen Zeitpunkt sowie in Anbetracht der bereits etwas angeheizten Kontroverse bezüglich des hohen Hardware-Hungers wohl nicht die beste Idee wäre. In der Konfigurationsdatei findet sich eine Variable für Hardware-Lumen, doch diese ist ohne Funktion. Das Setzen des Eintrags HWRayTracingEnable von "False" auf "True" hat keine Auswirkungen. Damit leiten wir zur Performance - den reichhaltigen Benchmarks - über.

Mittlerweile ja raus vom Markt, oder kann nur noch vereinzelt sehr überteuert abgegriffen werden.
Diese Woche kommt bei mir auch eine Acer Nitro 9060 XT 16 GB in den Rechner, sodass ich zufällig genau die Specs aus dem Test habe.
Das Spiel werde ich aber vorerst trotzdem meiden, weil ich solche unoptimierten Spiele nur mit massiven Rabatt kaufe. Apropos unfertige Spiele, jetzt ist ja auch ein guter Zeitpunkt, um Cyberpunk zu kaufen - die Bugs sollten ja mittlerweile einigermaßen rausgebügelt sein.
Zum Thema an sich:
Hardware Unboxed hat auch ein schönes Video zu dem Thema BL4 produziert. Kann ich jedem empfehlen, der es aktuell spielen möchte.
An den Zahlen nicht deutlich ablesbar ist unterdessen der VRAM-Hunger: Mit 8 GiByte Grafikspeicher kommt es bereits in Full HD mit Upsampling zu Slowdowns, weshalb wir Aufrüstwilligen mindestens zu einer Arc B580, Radeon RX 9060 XT 16GB oder Geforce RTX 5060 Ti 16GB raten.
Auch hier muss man die Unterschiede mit der Lupe suchen. Fakt ist, dass nicht alle Lichtquellen im Spiel von dieser Option betroffen sind. Achten Sie beim Vergleich einmal auf die Lichtquellen direkt an den Wänden bei der Scheune rechts und dem großen Gebäude links. Ihnen dürfte auffallen, dass das Licht nun nicht mehr die Wand trifft und es damit insgesamt minimal weniger glaubwürdig aussieht. Aber mal ehrlich, beim Kämpfen und Erkunden der Welt ist es quasi unmöglich, das zu sehen.
Bei diesem Vergleich haben wir jetzt beide Optionen kombiniert: Nebel und Licht stehen jetzt auf Mittel. Ausgehend von den 38 Fps bei maximaler Qualität haben wir jetzt bereits 50 Fps erreicht, was sich wesentlich besser anfühlt und optisch keinen Nachteil mit sich bringt. Aber das erklärte Ziel sind "60 Fps+", und um das zu erreichen, müssen wir zu Upscaling greifen.
High-End muss es dafür glücklicherweise nicht sein, ein AMD Ryzen 7 5700X3D genügt bereits.
Man könnte sich z.B. einfach auf 1 repräsentative AMD und 1 repräsentative Nvidia Karte (auf etwa selben Leistungsniveau) und eine Linux-Distribution (z.B. vollständig aktualisiertes CachyOS mit neusten Treibern etc) beschränken und einen kleinen "Quervergleich" AMD vs. Nvidia vs. Windows vs. Linux darstellen?
Jeweils ein Hersteller. Also evtl 7800X3D + 9070 und 265K + 5070ti. Nur damit man einen generellenEindruck der Spielbarkeit bekommt
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aber:
Wie oft hat sich BL4 verkauft? Er hat also alles richtig gemacht.