Apple-Wechsel: Reaktion von Intel auf Abschied von x86-Plattform

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Am 22. Juni hatte Apple bekanntgegeben innerhalb von zwei Jahren bei den Macs auf die hauseigenen A-Serie-SoCs zu wechseln und nicht mehr alle Macs mit Intel-CPUs auszustatten. Gegenüber Techpowerup bezieht nun Intel dazu Stellung.

Lange war spekuliert worden, seit Montag hat die Welt Gewissheit, dass Apple künftig auf eigensentwickelte System-on-a-Chip setzen und dem bisherigen Lieferanten Intel mehrheitlich den Rücken zu wenden wird. Nun hat sich gegenüber dem Magazin Techpowerup der aktuelle Chip-Lieferant geäußert. Intel wird auch weiterhin Apple Macs supporten.

Intel hält eigene Tiger-Lake-CPUs für "die beste Experience für Nutzer"

Intel ist der Überzeugung, dass PCS mit den eigenen Prozessoren die "beste Erfahrung" für die Nutzer bringen. Laut eines Berichts von Marketwatch soll Apple für vier Prozent aller jährlich verkauften CPUs des Unternehmens verantwortlich sein. Apple legt den Fokus bei mobilen Geräten auf eine möglichst lange Akkulaufzeit. Zwar bietet Intel mobile CPUs an, die nur sieben Watt TDP haben, doch sind diese im Verhältnis Performance/Watt offenbar nicht geeignet für die Vorstellungen von Apple, mutmaßt Techpowerup. Zudem möchte der Konzern aus Cupertino offenbar gerne selbst ein Wort mitreden beim Chipdesign. AMD etwa bietet Apple diese Möglichkeit, wie an zahlreichen exklusiv für Mac hergestellten Grafikchips wie etwa der Radeon Pro 550 und der Pro W5700X zu sehen ist.

"Apple ist ein Kunde in mehreren Bereichen unseres Geschäfts, und wir werden sie auch weiterhin unterstützen. Intel konzentriert sich weiterhin darauf, die fortschrittlichsten PC-Erfahrungen und eine große Auswahl an Technologien anzubieten, die das Computing neu definieren. Wir sind davon überzeugt, dass mit Intel betriebene PCs - wie diejenigen, die auf unserer bevorstehenden mobilen Plattform Tiger Lake basieren - globalen Kunden die beste Erfahrung in den Bereichen bieten, die sie am meisten schätzen, sowie die offenste Plattform für Entwickler, sowohl heute als auch in der Zukunft." - Intel zum Wechsel von Apple auf eigene Prozessoren.

Apple erhält volle Kontrolle über Hard- und Software bei Macs mit eigenem SoC

Für Apple selbst ergibt sich der Vorteil, dass man mit dem Einsatz von eigenen Apple-A-SoCs vollständige Kontrolle über Hardware und Software auch bei den Macs erreicht, analog zu den iPhones und iPads. Für jede neue macOS-Version ab macOS 11 Big Sur ist aber auch eine manuelle Anpassung der Software mittels eines Board Support Package notwendig, damit der Apple-Prozessor ordnungsgemäß mit der neuen Betriebssystemversion umgehen kann. Dies liegt im ARM-Befehlssatz begründet, bei AMD- und Intel-CPUs hingegen ist nicht derartig viel Aufwand für die Softwarehersteller zu betreiben. So könnte Apple auch einfacher festlegen, welche Macs künftig ein neues OS bekommen und welche nicht.

Der wohl größte Faktor ist die gesteigerte Effizienz im Vergleich zu Intel-/AMD-CPUs. Die ARM-Prozessoren arbeiten nach dem Big-Little-Ansatz, sodass unterschiedlich leistungsstarke Kerne verbaut sind, die je nach Anwendung angesteuert werden. Im Smartphone-Bereich, bei dem jedes aktuelle Endgerät einen ARM-SoC besitzt, werden so sehr lange Akkulaufzeiten möglich sowie ein Instant-On. So hält beispielsweise das Samsung Galaxy Book S mit Windows 10 und Qualcomm Snapdragon 8cx mit ARM-Befehlssatz gut 23 Stunden ohne Netzteil-Einsatz durch und somit sechs Stunden länger, als die Notebook-Version mit Intel-CPU, verspricht es zumindest Samsung. Um auch x86-Apps auf einem Gerät mit Apples eigenem Chipsatz nutzen zu können, müssen diese via Rosetta 2 softwareseitig emuliert werden. Wie sich das auf die Performance auswirkt, kann nur ein Test zeigen. Alternativ können App-Entwickler ihre Programme auch nach dem "Universal 2"-Standard umprogrammieren, damit die Apps nativ auf einem Gerät mit ARM-SoC und auf einem Endgerät mit Intel-CPU laufen können. Der erste Mac mit hauseigenem Apple-Prozessor soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Ebenfalls lesenswert: Samsung Galaxy Book S: Always Connected-Notebook mit Snapdragon

Fakten zur Stellungnahme von Intel rund um den Wechsel von Apple auf eigenen SoC:

  • Apple künftig auf eigensentwickelte System-on-a-Chip auch bei den Macs setzen und dem bisherigen Lieferanten Intel mehrheitlich den Rücken zu wenden. So wird Apple dann auf Chips mit dem ARM-Befehlssatz statt dem x86-Befehlssatz setzen.
  • Intel hat sich dazu geäußert und bekräftigt, dass die eigenen Prozessoren die beste Wahl für Kunden darstellen würden. Man wolle die Intel-Macs aber auch weiterhin supporten.
  • Es wird gemunkelt, dass Apple unzufrieden damit sei, was das Verhältnis Leistung/Watt angeht bei den Intel-Chips. Nach dem ARM-Befehlssatz arbeitende SoCs haben eine gesteigerte Effizienz durch das Big-Little-Prinzip.
  • Zudem will Apple gerne mal mitreden beim Chipdesign. AMD erlaubt dies etwa bei den Radeon-Grafikchips, Intel jedoch offenbar nicht in diesem Umfang.
  • Um auch x86-Apps auf einem Gerät mit Apples eigenem Chipsatz nutzen zu können, müssen diese via Rosetta 2 softwareseitig emuliert werden, was Einfluss auf die Leistung des Macs haben könnte. Alternativ können App-Entwickler ihr x86-Programm extra neu kompilieren für das native Abspielen der Software auf einem Gerät mit ARM-Prozessor.
  • Der erste Mac mit hauseigenem Apple-Prozessor soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Quellen: Techpowerup, Marketwatch, Wikipedia

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    • Kommentare (20)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von Buggi85
        Echt? Was können Macs denn besser als normale PCs, bzw. was habe ich im Informatik Studium verschlafen das der Mac irgendeine unausweichliche Relevanz zwischen Windows und Linux spielt?
        Das hatte ich aus meiner ganz persönlichen Sicht bereits geschrieben, und zwar ohne jede Ironie.

        Sollte die Nutzung von iPadOS Apps ohne Änderung auf dem MacOS Desktop performant möglich sein, dann wäre das für mich die perfekte Integration. Eine Tastatur- und Mausunterstützung für iPadOS wurde ja schon realisiert, also kann man seine eigenen Apps mittlerweile wohl vernünftig darauf auslegen.

        Bisher läuft das bei mir eher schlecht mit dem Windows-PC und einem Windows-Tablet auf Reisen. Da es mein Wunschtablet nicht gibt (lüfterloses 10"-12" Tablet mit mind. 4+4 Kernen, 16-32 GB Ram und 1TB SSD, gerne auch zu MS bzw. Apple-Preisen, also 2000€ oder noch etwas mehr), ist das alles nur eine Krücke und ich muss sowieso auf die Zusatzanwendungen verzichten, für die ich das Ram gerne hätte und die mir iPadOS nicht bietet.

        Bei Apple kann ich neben dem vergleichsweise leichten iPad Pro 12,9" auch ein iPad Pro 11" mit 1 TB SSD und identischer CPU wählen. Soll es klein und leicht werden, wäre sogar noch ein iPad Mini mit 256GB verfügbar.

        Für die beiden Pros gibt es (bei heftigem Zusatzgewicht) noch ein schönes Magic Keyboard, mit dem man das Tablet auch auf instabilem Untergrund gut nutzen kann.

        Mittlerweile bin ich soweit, dass ich sogar die Neuprogrammerung meiner Hauptanwendungen in Kauf nehmen würde, wenn sonst alles passt (also insb. die vollständige Integration von Tablet und Desktop und der Zugriff auf meine lokalen Daten auf dem Tablet). Da ich das ganze nur für mich selber schreibe, sollte es wohl möglich sein, auch auf den iPadOS die Macht über meine Daten zu behalten.

        Die derzeit für mich noch offenen Punkte sind aber:
        - wie performant wird ARM auf dem Desktop/Laptop als Desktop-Ersatz
        - wie gut funktioniert die Integration von iPadOS Apps auf dem Desktop unter MacOS.

        Linux ist in meinem Szenario keine Alternative. mir ist kein <1kg 10-12" Tablet mit etwas Rechenleistung (mind. i5-4200U oder besser) bekannt, auf dem Linux vollständig und ohne Probleme läuft. Also inkl. Keyboard, Touch, WLan, USB usw.

        Auf meinen 3 vorhandenen Tablets funktioniert das jedenalls nicht (Surface Pro 2, Acer Switch Alpha 12, Dell Venue 11 Pro). Da git es immer wieder Probleme, die das ganze zwar vieleicht zu einer interessanten Spielerei zu Hause machen, aber nicht für den produktiven Hobbyeinsatz in der Sport-/Eishalle, dem Hotel oder dem Zug.

        Das beginnt selbst 2020 noch mit der eigentlich trivialen Wahl des korrekten Desktops, um nicht mit steinzietlicher 100% oder 200% Bildschirmskalierung arbeiten zu müssen, wenn das Display eher 125-150% erfordert oder man gar, gott bewahre, neben dem 150% Display gleichzeitig einen ext. Monitor/Beamer mit 100% Skalierung betreiben möchte.
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        Zitat von Buggi85
        Echt? Was können Macs denn besser als normale PCs, bzw. was habe ich im Informatik Studium verschlafen das der Mac irgendeine unausweichliche Relevanz zwischen Windows und Linux spielt?
        Das hatte ich aus meiner ganz persönlichen Sicht bereits geschrieben, und zwar ohne jede Ironie.

        Sollte die Nutzung von iPadOS Apps ohne Änderung auf dem MacOS Desktop performant möglich sein, dann wäre das für mich die perfekte Integration. Eine Tastatur- und Mausunterstützung für iPadOS wurde ja schon realisiert, also kann man seine eigenen Apps mittlerweile wohl vernünftig darauf auslegen.

        Bisher läuft das bei mir eher schlecht mit dem Windows-PC und einem Windows-Tablet auf Reisen. Da es mein Wunschtablet nicht gibt (lüfterloses 10"-12" Tablet mit mind. 4+4 Kernen, 16-32 GB Ram und 1TB SSD, gerne auch zu MS bzw. Apple-Preisen, also 2000€ oder noch etwas mehr), ist das alles nur eine Krücke und ich muss sowieso auf die Zusatzanwendungen verzichten, für die ich das Ram gerne hätte und die mir iPadOS nicht bietet.

        Bei Apple kann ich neben dem vergleichsweise leichten iPad Pro 12,9" auch ein iPad Pro 11" mit 1 TB SSD und identischer CPU wählen. Soll es klein und leicht werden, wäre sogar noch ein iPad Mini mit 256GB verfügbar.

        Für die beiden Pros gibt es (bei heftigem Zusatzgewicht) noch ein schönes Magic Keyboard, mit dem man das Tablet auch auf instabilem Untergrund gut nutzen kann.

        Mittlerweile bin ich soweit, dass ich sogar die Neuprogrammerung meiner Hauptanwendungen in Kauf nehmen würde, wenn sonst alles passt (also insb. die vollständige Integration von Tablet und Desktop und der Zugriff auf meine lokalen Daten auf dem Tablet). Da ich das ganze nur für mich selber schreibe, sollte es wohl möglich sein, auch auf den iPadOS die Macht über meine Daten zu behalten.

        Die derzeit für mich noch offenen Punkte sind aber:
        - wie performant wird ARM auf dem Desktop/Laptop als Desktop-Ersatz
        - wie gut funktioniert die Integration von iPadOS Apps auf dem Desktop unter MacOS.

        Linux ist in meinem Szenario keine Alternative. mir ist kein <1kg 10-12" Tablet mit etwas Rechenleistung (mind. i5-4200U oder besser) bekannt, auf dem Linux vollständig und ohne Probleme läuft. Also inkl. Keyboard, Touch, WLan, USB usw.

        Auf meinen 3 vorhandenen Tablets funktioniert das jedenalls nicht (Surface Pro 2, Acer Switch Alpha 12, Dell Venue 11 Pro). Da git es immer wieder Probleme, die das ganze zwar vieleicht zu einer interessanten Spielerei zu Hause machen, aber nicht für den produktiven Hobbyeinsatz in der Sport-/Eishalle, dem Hotel oder dem Zug.

        Das beginnt selbst 2020 noch mit der eigentlich trivialen Wahl des korrekten Desktops, um nicht mit steinzietlicher 100% oder 200% Bildschirmskalierung arbeiten zu müssen, wenn das Display eher 125-150% erfordert oder man gar, gott bewahre, neben dem 150% Display gleichzeitig einen ext. Monitor/Beamer mit 100% Skalierung betreiben möchte.
      • Von Solavidos Freizeitschrauber(in)
        Da ist Apple mal der Kragen geplatzt und sie hatten viel Geduld mit Intel. Nun wird Apple sich selbst um seine Prozessoren kümmern. Ich finde das sehr interessant, da es ARM bestimmt einen Schub mit guter Software geben wird.
      • Von mardsis Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Buggi85
        Echt? Was können Macs denn besser als normale PCs, bzw. was habe ich im Informatik Studium verschlafen das der Mac irgendeine unausweichliche Relevanz zwischen Windows und Linux spielt? Außer hohe Ausgaben generieren um den Gewinn zu schmälern und Steuern zu sparen fällt mir bereits nichts mehr ein.
        Hängt halt mit den persönlichen Vorlieben zusammen, ich kann mit meinem Mac deutlich effizienter arbeiten als mit meinem Windows PC und mehreren Bildschirmen. Das System ist in der Bedienung flüssig, meist fehlerfrei und extrem easy-to-use. Das Konzept mit den virtuellen Desktops läuft weicher als bei Windows. Die Zusammenarbeit mit dem iPhone ist exzellent und allgemein sind viele Komfortfunktionen integriert. Wenn ich doch mal Windows brauche gehe ich entweder an meinen Rechner oder per RDP auf eine Windowsmaschine. Ich hab eigentlich nur ein Problem mit dem Mac und das ist der Problem im Umgang mit SMB Netzlaufwerken sowie einige Sachen die mich am Finder stören.
        Das mit den Kosten ist ein Argument, was nur bedingt stimmt. Für mein MacBook mit 8GB RAM, 256GB SSD und Quadcore CPU hab ich weniger bezahlt, als ich damals z.B. für ein vergleichbar ausgestattetes Elitebook bezahlt hätte, wobei mich dies qualitativ weniger vom Hocker gehauen hat (Verarbeitung ist natürlich auch exzellent, aber das massive Alu-Gehäuse, der Bildschirm und das Touchpad vom Mac haben mich noch etwas mehr umgehauen). Die Geräte gehören halt in die Oberklasse und da sind 1600-2200€ für ein Notebook nicht unüblich.
        Man bekommt natürlich für viel weniger Geld auch Geräte, die kaum schlechter sind, aber da ich das Budget hatte habe ich mich bei meinem Arbeitsgerät dann halt entschieden, etwas mehr auszugeben. Ich war damals extrem voreingenommen bzgl. Apple, aber als ich den Mac ausgepackt war ich wirklich überzeugt. Kenne aber auch genügend Leute, die das anders sehen., weils halt auch viele Dinge gibt, die man kritisieren kann. Ist halt wie viele Dinge auf dieser Welt absolute Geschmackssache.
      • Von Gast1754557804
        Zitat von fotoman

        Ganz im Gegenteil, sie werden immer interessanter. Jedenfalls abseits der Leute, die abseits von Spiele nicht wissen, was sie mit ihrem PC/Laptop machen sollten.

        Damit hast du sogar recht! Aber das ist eine Entwicklung die Microsoft mit der Öffnung für anderen Plattformen "verursacht" hat. Seit dem es MS Office und Visual Studio
        und andere Tools für den Mac gibt, ist Windows als System auf einmal nicht mehr unverzichtbar... Zudem empfinde ich Windows 10 als Gängelung. Sowohl was dieHeimtelefoniererei
        als auch die Usability angeht. Man denke nur mal an die seit 2015 offene Baustelle der Systemsteuerung. Ein Grauß!
      • Von ryzen1 Volt-Modder(in)
        Ich bin auch hin und wieder in MacOS unterwegs, wenn ich an meiner App rumbastel.
        Das OS ist halt einfach viel intuitiver und mehr auf die reine User-Experience ausgelegt. Und genau das schätzen eben viele.
        Ich bin aber trotzdem lieber in Windows unterwegs, einfach weil es das OS ist, welches ich seit Jahren privat und @Work nutze.
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