Happy Birthday, Intel: CPU-Geschichte seit 1968

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Happy Birthday, Intel: CPU-Geschichte seit 1968
Quelle: Intel

Intel feiert heute seinen Geburtstag. PC Games Hardware wirft einen Blick zurück auf die Geschichte des Chipgiganten, der ursprünglich im Markt für Arbeitsspeicher für Furore sorgen wollte. Doch dann kam doch alles anders und Intel wird zur Mutter der x86-Architektur, die das Unternehmen quasi zum Alleinherrscher macht - würde man nicht Lizenzen an Konkurrenten vergeben.

Am 18.07.1968 gründen Gordon Moore und Robert Noyce die Firma Intel unter den Namen Moore-Noyce Electronics. Andy Grove stößt ebenfalls rasch zum Technologie-Start-up. Der ursprüngliche Plan ist, sich im Markt für Arbeitsspeicher einen Namen zu machen. Nach ersten Erfolgen verlagert sich Intel später aber immer mehr auf Mikroprozessoren. Der große Durchbruch des Unternehmens aus Santa Clara erfolgt mit der x86-Architektur, die es theoretisch zum Alleinherrscher machen würde, da es genau diese Architektur ist, die sich am Markt für Personal Computer durchsetzt. Das sorgte mitunter auch für rechtlichen Ärger. So ist man willens Lizenzen zu verteilen und profitiert später auch selbst von Innovationen anderer Unternehmen, wie der x64-Technologie von AMD. Mit dem schärfsten Konkurrenten hat man seit 1976 ein wechselseitiges Patentabkommen und dessen Start man einst selbst mit einfädelte.

Intels erster Chip ist der 4-Bit-Prozessor 4004, der 1971 ins Programm aufgenommen wird. Schon im Jahr darauf folgt der verbesserte 8008-Prozessor, Intels erster 8-Bit-Chip mit 3.500 Transistoren. 1974 kommt der 8008-Nachfolger 8080 mit 2 MHz auf den Markt; er gilt als erster vollwertiger Mikroprozessor, seine Rechenleistung ist aber immer noch derart beschränkt, dass der Prozessor kaum in Computern zu finden ist. Der Knoten platzt im Jahre 1978 mit dem 8086/8088, den IBM im großen Stil in seine PCs verbaut, die viele Nachahmer finden. "IBM PC und Kompatible" wird für Jahre zum Quasi-Standard. Neben den technischen Innovationen agierte Intel auch immer wirtschaftlich geschickt. Ein Beispiel ist der 8051 Mikrocontroller, den man unter anderem an Siemens und Philips lizenziert. Das macht das Modell ebenfalls zum marktbeherrschenden Quasi-Standard.

Neben den Prozessoren hat Intel noch zahlreiche andere Geschäftsfelder, in denen man meist erfolgreich agiert. Eine dieser interessanten Geschichten ist beispielsweise, dass Intel auch der größte Grafikkartenhersteller am Markt ist, doch die Chips taugen im Hinblick auf 3D-Grafik bisher nicht sonderlich viel. Dabei müsste gerade Intel eigentlich genug Ressourcen haben, um brauchbare 3D-Beschleuniger zu entwickeln, aber gelungen ist es - ob absichtlich oder nicht - bis heute nicht. Nicht alles, was Intel anfasst, wird zu Gold. Den Smartphone-Markt hat man zum Beispiel ordentlich verschlafen und das Feld fast widerstandslos der Konkurrenz von ARM & Co. überlassen. Erst jetzt versucht man, hier wirklich Fuß zu fassen. Darüber hinaus gelingt auch nicht jede CPU-Architekturen. Genannt seien an dieser Stelle Netburst, Itanium oder Larrabee.

Aber das dürfte Intel herzlich wenig ausmachen, denn kaum ein direkter Konkurrent außer Apple steht wirtschaftlich so gut da. Da kann man sich den einen oder anderen Flop erlauben, wie es einst bei den Pentium 4 war. Man überließ das Feld in dieser Zeit AMD mit dem besseren Prozessor, durchschritt dieses Tal der Tränen und konzentrierte sich auf eine neue Architektur namens Core, die die Blauen wieder an die Spitze katapultierte - bis AMD mit Ryzen wieder den Desktop-Markt in Angriff nahm. Mehr zur Geschichte der wichtigsten Intel-CPUs finden Sie im Übrigen in einem separaten Artikel bei PC Games Hardware.

In der Galerie finden Sie "Vom Sand zum Silizium - so entsteht eine CPU" sowie eine Auswahl legendärer Intel-Prozessoren aus der Geschichte des Chipriesen.

Bildergalerie

Intel: 60er-Jahre

• 1965 - Gordon Moore, Physiker und Chemiker bei Fairchild Semiconductor, macht eine Entdeckung, die später als Moore'sches Gesetz in die Geschichte eingeht und die Computer-Hardware verändert.
• 1968 - Gordon Moore und der Physiker Robert Noyce gründen Intel, kurz für INTegrated ELectronics.
• 1969 - Intels erstes Produkt, der 3101 Schottky Bipolar RAM-Speicher, und das berühmte Logo mit dem "gefallenen e" ("dropped e") werden geboren.

Intel: 70er-Jahre

• 1970 - Intel gründet seine Firmenzentrale in Santa Clara, Kalifornien.
• 1971 - Intel bringt mit dem 4004 seinen ersten Mikroprozessor auf den Markt.
• 1971 - Intel geht an die Börse und erzielt eine Kapitalisierung von 6,8 Millionen US-Dollar.
• 1972 - Der Intel 8008 ist der erste 8-Bit-Mikroprozessor.
• 1972 - Intel baut seine erste internationale Fertigungsstätte in Penang, Malaysia.
• 1974 - Intel 8080 Prozessor kommt auf den Markt und dort in Verkehrsampeln oder Registrierkassen zum Einsatz. Er gilt als erster Mikroprozessor für allgemeine Einsatzzwecke.
• 1976 - Die industrieweit ersten Mikrocontroller (8748 und 8048) erscheinen.
• 1977 - Intel 2910 Prozessor setzt als weltweit erster Single-Chip Codec einen neuen Telekommunikations-Standard.
• 1978 - Intel führt den Intel 8086 Prozessor ein, der sich zum Industriestandard entwickelt.
• 1979 - Intel erstmals in der Fortune 500-Liste der weltweit umsatzstärksten Unternehmen.

Intel: 80er-Jahre

• 1980 - Intel, Digital Equipment und Xerox entwickeln zusammen Ethernet, um die Kommunikation zwischen Computern zu vereinfachen.
• 1981 - IBM baut den Intel 8088 Prozessor in seinen ersten PC ein.
• 1983 - Intel-Mitgründer Robert Noyce wird in die Hall of Fame der Erfinder aufgenommen.
• 1985 - Intel stellt den 32-Bit Intel 386 Mikroprozessor vor, der mehrere Software-Programme gleichzeitig antreiben kann.
• 1989 - Intel i860 Prozessor ist der erste kommerzielle Mikroprozessor mit mehr als einer Million Transistoren.

Intel: 90er-Jahre

• 1991 - Start der Intel-Inside-Kampagne
• 1993 - Intel Pentium Prozessor kommt auf den Markt und wird Teil der Multimedia-Generation, auch wenn er zunächst durch den legendären FLIV-Bug auf sich aufmerksam macht.
• 1995 - Intel Pentium Pro Prozessor treibt den 32-Bit Workstation- und Server-Markt voran.
• 1998 - Intel Pentium II Xeon treibt Workstations und Server der mittleren und oberen Kategorie an.
• 1999 - Intel wird in den Dow Jones-Aktienindex aufgenommen.
• 1999 - Vorstellung des Intel Pentium III und Pentium III Xeon.

Intel: 2000 bis heute (Auswahl)

• 2000 - Intel Pentium 4 mit Netburst-Architektur erweist sich als Flop.
• 2001 - Intel Itanium- und Xeon-Prozessoren kommen auf den Markt. Der Itanium mit IA64 bleibt in der Nische.
• 2003 - Intel Centrino-Mobiltechnologie bringt höhere Leistung, längere Akkulaufzeiten und integrierte WLAN-Funktion.
• 2004 - Intel nutzt die x64-Architektur von AMD, nachdem der Konkurrent diese bereits am Markt etabliert hat.
• 2005 - Intel führt die ersten x86-Prozessoren mit zwei Kernen ein.
• 2006 - Quadcore-Prozessoren Intel Xeon 5300 und Intel Core 2 Extreme läuten die Ära der Vierkernprozessoren ein.
• 2007 - Intel führt den 45-Nanometer-Fertigungsprozess und die Hi-K Metal-Gate-Technologie ein und verzichtet auf die Verwendung von Blei und Halogen bei der Produktion der 45-nm-Prozessoren.
• 2008 - Debüt des Intel Atom-Prozessors für mobile Internetgeräte (MIDs), Netbooks und Nettops.
• 2009 - Intel stellt den Core i7 vor und stellt das GPU-Projekt Larrabee für den Consumer-Markt ein, das zwei Jahre zuvor vorgestellt wurde.
• 2011 - Intel stellt Tri-Gate-Transistoren vor.
• 2012 - Spätestens mit Ivy-Brige werden immer häufiger rudimentäre GPUs direkt im CPU-Package mitgliefert.
• 2013 - Intel startet im Juni mit den stromsparenden Haswell-Prozessoren
• 2014 - Ein Haswell Refresh sorgt für etwas mehr Leistung
• 2015 - Intel bringt die fünfte und sechste Generation an Core-i-CPUs: Broadwell und Skylake
• 2018 - Aufgrund AMDs Ryzen-Konkurrenz erhöht Intel die Kernzahlen schnell und stetig an
• 2021 - Mit Alder Lake oder Intel Core i-12000 führt Intel bei den teueren CPUs das Konzept von Performance-Kernen (P-Cores) und Effizienz-Kernen (E-Cores) ein
• 2021 - Intel feiert 50 Jahre 4004 - der erste Mikroprozessor gilt als erster in Serie produzierter Ein-Chip-Prozessor, der den Bau günstiger Heimcomputer ermöglicht.
• 2022 - Mit Arc wagt Intel den Neueinstieg im Bereich Grafikkarten
• 2024 - Intel bringt mit dem Core i9-14900KS die erste (Desktop-)CPU, die ab Werk einen Takt von 6,2 GHz bietet.

Mehr zu Intel erfahren Sie in "60 Jahre Transistoren: Wer hat's erfunden?" und "Wie eine CPU entsteht: Vom Sand zum Silizium-Chip" oder auf unserer Übersichtsseite zu Specials, News, Tests und mehr.

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    • Kommentare (76)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von beastyboy79 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Schrotti
        So ein Unsinn!

        Bevor Intel vor die Hunde geht, zieht es eher AMD in den Abgrund.

        Happy Birthday Intel.
        Gealtert wie Milch die Aussage. Der blaue Riese kämpft zwanghaft mit Massenentlassung und leerlaufenden Fabs ums Überleben; und ganz wichtig: lässt die aktuelle Generation fremdfertigen. Mehr Abriss geht nicht.
      • Von beastyboy79 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Schrotti
        So ein Unsinn!

        Bevor Intel vor die Hunde geht, zieht es eher AMD in den Abgrund.

        Happy Birthday Intel.
        Gealtert wie Milch die Aussage. Der blaue Riese kämpft zwanghaft mit Massenentlassung und leerlaufenden Fabs ums Überleben; und ganz wichtig: lässt die aktuelle Generation fremdfertigen. Mehr Abriss geht nicht.
      • Von nervnicht Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Schrotti
        So ein Unsinn!

        Bevor Intel vor die Hunde geht, zieht es eher AMD in den Abgrund.

        Happy Birthday Intel.
        Was ist die Begründung für AMD wird mitgezogen?
        Behauptungen das Firmen wie Intel nicht pleite gehen können ist so absurd, einfach mal nachdenken was aus Firmen wie Digital und Blackberry wurde, obwohl diese ihren Markt dominiert haben, nur um mal zwei von vielen Beispielen zu nennen.
      • Von Ishigaki-kun Freizeitschrauber(in)
        Zitat von HardWareFresser87
        Herzlichen Glückwunsch Intel

        Wusstet ihr, dass Intel 1968 von drei Ingenieuren gegründet wurde, die vorher bei Fairchild Semiconductor gearbeitet hatten? Sie wollten eine Firma schaffen, die sich auf integrierte Schaltkreise spezialisierte, und so entstand der Name Intel aus der Kombination von Integrated und Electronics.

        Das wusste ich tatsächlich nicht. Danke.
      • Von nico21784 PC-Selbstbauer(in)
        Bei mir waren es:

        Intel Pentium 90Mhz
        Intel Pentium 2 233Mhz
        AMD Athlon 1.000Mhz
        Intel Pentium 4 2,53Ghz
        Intel Pentium 4 3,2Ghz
        Intel Core 2 Duo E6700
        Intel Core i7 2600K
        Intel Core i5 3570K
        Intel Core i7 8700K
        AMD Ryzen 7 7800X3D

        Bei mir hatte Intel auch eine lange Tradition wie man sieht. Aber mit der AM5-Plattform habe ich mich erstmal für die Zukunft an AMD gebunden. Da ich noch ein MacBook Pro mit M2 Max habe, brauchte ich die reine Gaming-Leistung und keine Anwendungsleistung. Hier hat AMD einfach die Nase vorn. Ich hoffe Intel wacht langsam auf, denn Apple haben sie schon verloren und werden nicht wieder an Bord genommen und AMD hat gut vorgelegt. Da reicht eine erhöhte TDP nicht mehr aus.

        Dennoch alles Gute Intel. Ihr könnt mehr und das wisst ihr hoffentlich auch!
      • Von Gamer1970 Software-Overclocker(in)
        Meine Computer-History, nach C64 und Amiga 500 und vielen Konsolen davor, dazwischen und danach:

        AMD Ahlon XP 1800+
        Pentium 4 C
        Pentium D 805
        Core 2 Duo E 8400
        Core i5-4570

        und den i5 benutze ich heute noch. Jetzt warte ich ein paar Monate auf Releases, Reviews, Tests und günstigen Preis und dann wird es wieder ein AMD, mindestens ein Ryzen 7800 x3D. Letzes Jahr sollte es eigentlich noch ein i7-14700 werden, aber Spieleleistung und Effizienz haben mich dann doch von AMD überzeugt, und so viele Kerne brauche ich vielleicht auch nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Wollte damals nach dem Pentium 4 C bereits wieder auf AMD umsteigen (auf den AMD 64), doch dafür fehlte es am nötigen Geld für den Umstieg und einige Zeit danach kam ja auch der Core 2 Duo raus, der sehr effizient war und sich sehr gut kühlen ließ. Mit dem i5-4570 bin ich aber auch sehr zufrieden gewesen, der bleibt immer super kühl.

        Der P4 C war schon extrem heiß damals, obwohl meiner "nur" auf 2.8 GHz lief. Und wenn ich jetzt lese, daß die neue Generation sogar bis 105 Grad gehen soll (wurde erst vor ein paar Tagen bekannt gegeben (Stand Juli 2024), man wird von 100 auf 105 Grad anheben), dann wünsche ich mir nur, daß man irgendwann wieder zur Effizienz zurückfindet, anstatt immer nur noch mehr GHz und Leistung unter den Heatspreader zu packen. Mal sehen, was die Zukunft uns so bringt.

        In diesem Sinne, herzlichen Glückwunsch, Intel!
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