AMD Epyc: Zen 2 wurde in Hinblick auf Intels Ice Lake (10 Nanometer) entwickelt
AMD hat einen Einblick in seinen Entwicklungsprozess der Zen-2-Mikroarchitektur gegeben. Nachdem Zen 1 fertig war, habe man sich überlegt, wie eine möglichst aggressive Server-Roadmap von Intel aussehen könnte und Zen 2 für die nächsten Epyc-CPUs kompetitiv ausgelegt. Nun verschieben sich Intels 10-nm-CPUs inklusive Ice Lake, was AMD einen Vorsprung geben soll. Auswirkungen hat das auch auf den Desktop.
Forrest Norrod, Leiter der Sparten Enterprise, Embedded und Semi-Custom bei AMD, hat sich in jüngeren Interviews schon zum derzeitigen Mächteverhältnis zwischen dem eigenen Unternehmen und Intel geäußert. Unter anderem ließ er den Satz fallen, dass er von einem einjährigen Vorsprung bei den Prozessoren gegenüber der Konkurrenz ausgehe. Die Webseite nextplatform.com hat jüngst einen Artikel veröffentlicht, in dem es um AMDs Werdegang im Server-Bereich und dessen Möglichkeiten mit Epyc geht.
AMDs Plan sei es gewesen, nach der Vorstellung der ersten Epyc-Prozessoren innerhalb von 20 bis 24 Monaten den Nachfolger am Start zu haben. Aktuell liege der Chiphersteller mit Zen-2-CPUs im Zeitplan, um das Ziel einzuhalten. Darauf soll alle 12 bis 15 Monate ein Upgrade erfolgen, womit Zen 3 2020 den Markt erreichen müsste. Es gehe jetzt vor allem darum, dem Server-Markt zu beweisen, dass AMD eine stringente Roadmap ausführen könne.
Schon Zen 1 wurde mit dem Fokus auf das HPC-Segment (High Performance Computing) entwickelt - die Desktop-Ryzen-CPUs sind dabei quasi vom Laster gefallen. Bei Zen 2 dürfte es sich nicht anders verhalten. AMD priorisiert den Server-Markt da sogar noch stärker, indem zuerst neue Epyc-Modelle erscheinen werden - wohlgemerkt blieb der Refresh mit Zen+ (Pinnacle Ridge) dem Desktop vorbehalten. Laut Norrod habe sich das Designteam überlegt, wie eine möglichst aggressive Roadmap seitens Intel aussehen und wie man dagegen antreten könnte. Nun verzögern sich neue Generationen bei Intel, weil der 10-nm-Prozess schlecht läuft, sodass AMD nächstes Jahr gute Chancen sieht, Anteile im Server-Markt zu gewinnen.
"Wir haben intensiv darüber nachgedacht, wie sie [Anm. d. Red.: Intel] sind, wie sie nicht sind, wie ihre Kultur ist und was ihre möglichen Reaktionen sein könnten und haben uns auf eine sehr aggressive Intel-Roadmap eingestellt. [...] Und dann finden wir heraus, dass sie nicht das machen können, von dem wir dachten, dass sie es könnten. Damit haben wir eine unglaubliche Chance. Rome [Anm. d. Red.: Codename für Zen 2 als Epyc] wurde designt, um gut gegen Ice-Lake-Xeons konkurrieren zu können, aber er wird nicht gegen diesen Chip antreten", so Norrod.
Gerüchten zufolge entwickelt AMD mit Zen 2 mindestens einen 12-Kern-Die in 7 nm. Im bekannten 4er-Verbund wären das 48 Kerne in einem Multi-Chip-Modul plus ein denkbar höherer CPU-Takt samt höherer Leistung pro Takt. Intel soll mit Cascade Lake in 14 nm++ kontern - AP-Modelle könnten ebenfalls als MCM mit 2 × 28 Kernen in einem riesigen BGA-5903-Package erscheinen. Wenn AMD von seinen neuen Epyc-CPUs so stark überzeugt ist, sind auch die Aussichten für den Desktop gut: Für den Sockel AM4 sollten die Siliziumchips in einfacher Ausführung erscheinen und nächstes Jahr gegen Coffee Lake-S beziehungsweise einen Refresh konkurrieren. Als Ryzen Threadripper 3000 wären neue 24- bis 48-Kerner denkbar.



Das war schon früher in der Entwicklung von Zen bekannt, als es um tatsächliche consumable Products ging. Denke die Strategie wird irgendwann Anfang 2016 erarbeitet worden sein, eventuell Mitte 2015.
Immerhin hat AMD schon funktionsfähige 7nm Chips für hohe Performance mit etwa den Gate-Längen von Intels 10nm in der Hand und wohl schon bei Partnern, so viel heiße Luft kann nicht mal Intels Kompressorkühlung von der Computex weg kühlen
AMD Epyc: Zen 2 wurde in Hinblick auf Intels Ice Lake (10 Nanometer) entwickelt
Sofern AMD nicht die Magische Glaskugel besitzt für die Raum und Zeit keine Rolle spielen würd ich sagen das AMD nur belangloses Marketinggelaber ablässt , und was AMD,s Marketing wert ist zeigen sie zb. mit Poor Volta
sofern natürlich auch der Unterbau passt und es vielleicht auch nen paar PCIE-Lanes mehr gibt, so 30 solltens schon sein, mit den 24 is man etwas zu arg begrenzt in seinen Möglichkeiten.
Dabei waren immer wieder gute Ansätze dabei: SSDs, Optane, die iGPUs sind rein technologisch gesehen eigentlich tolle Chips, lediglich die Treiber bei Spielen und die Performance generell (man müsste halt größere Chips auflegen) lässt zu wünschen übrig. Auch der Kauf von Havok und hoffentlich endlich ordentliche CPU Physik zu haben starb irgendwann...
Du bist wirlich manchmal ein Meister der kryptischen Formulierungen.
Nach den ursprünglichen Tick-Tock-Ankündigungen (2007 "ab 2006" eingeführt. Don't ask.) wäre 2016 das Ice-Lake-Jahr gewesen, aber insbesondere im Server-Bereich gab es schon sehr früh Verschiebungen. Bis 2011 (Westmere EX) hätte man Ice-Lake-Prozessoren im Epyc-Marktsegment noch für 2019 erwarten können. Aber bis Mai 2015 hatte Intel bereits soviel Verzögerungen angehäuft, dass statt "Cannon Lake EX" erst Haswell EX vorgestellt wurde. Bis "Ice Lake EX" waren es also gemäß Tick-Tock-Schema noch weitere vier Generationen, die bis dahin im Schnitt 15 bis 18 Monate gebraucht hatten. Zur Festschnürung der Zen2-Eckdaten, vier Jahre vor 2019, hätte AMD also bereits mit einer Veröffentlichung von Server-Ice-Lake-CPUs nicht vor 2020 rechnen müssen. Konkrete Leistungserwartungen für Ice Lake SP lassen sich meiner Meinung nach aber erst seit dem letztjährigen Skylake-SP-Launch formulieren und da verschoben sich die Release-Erwartungen bereits auf 2021.
AMD hätte also im Jahre 2015 Intel-Informationen aus dem Jahr 2017 benutzen müssen, um ihren "Ice Lake Konkurrenten" anhand einer Roadmap von 2011 zu planen. Entweder hat die firmeneigene Zeitmaschine einen Treiberbug, oder die AMD-Marketing-Abteilung schmeißt hier nachträglich ein paar Stichworte zusammen, um die derzeitige technische Position zu betonen.
Ich gebe dir großteils recht, beim Fettgedruckten möchte ich kurz anmerken:
Zumindest bis vor kurzem war man größter und modernster Halbleiterhersteller der Welt.
Ob er rechtzeitig die Entwicklung vom Core Nachfolger eingeleitet hat, wird sich zeigen.
Warum man die Entwicklung der integrierten GPUs nicht auf Dedizierte vorangetrieben hat (und die Bereiche die sich um die Software kümmern ausgebaut hat) war mir immer ein Rätsel. Jetzt anzufangen ist halt etwas spät, nachdem AMD lange geschlafen hat, hätte man dort schon vor 5 Jahren anfangen können in die Fußstapfen zu treten, noch dazu hätte man damals wenigstens den Prozessvorteil noch gehabt. (22 vs 28nm und später 14vs 28nm, zumindest mal bis 2016).