AMD Zen 2: Rome soll acht 8-Kern-Chiplets mit 256 MiByte L3-Cache nutzen
Entgegen früherer Gerüchte soll AMD seine Zen-2-Prozessoren für Server nicht mit vier 16-Kern-Siliziumchips planen, sondern den Aufbau grundlegend umstellen. AMD werde acht 8-Kern-Chiplets für 64 Rechenherzen (128 Threads) einsetzen, die um einen Controller-Die lägen. Das Design hätte viele Vorteile, würde aber auch eine Herausforderung darstellen.
Während die ersten Zen-2-Gerüchte von einem Prozessor mit dem Codenamen Starship sprachen, der mit 48 Kernen ausgestattet sein sollte, wurden schnell 64 statt 48 Kerne genannt. Gerüchte und Spekulationen gingen von einem Siliziumchip mit 16 Kernen aus, der bei Rome - der Codename für die kommenden Epyc-CPUs - wie bei Naples und Ryzen Threadripper 2000WX in vierfacher Ausführung auf dem Package sitzen könnte. Dank TSMCs 7-nm-Fertigung wäre das durchaus zu realisieren. Seit einigen Wochen kursieren jedoch Gerüchte, dass AMD bei Rome einen komplett neuen Weg einschlagen könnte. Semiaccurate.com (via 3DCenter) und der Youtube-Kanal Adored TV führen das Ganze übereinstimmend aus.
AMD Rome: 8 × 8 Zen-2-Kerne + I/O-Chip?
Demnach setze AMD weiterhin auf ein Multi-Chip-Modul (MCM), führe das Chiplet-Prinzip jedoch weiter aus. Chiplet heißt, dass ein einzelner Die nicht mehr alleine funktionsfähig wäre. Acht Zen-2-Chiplets mit jeweils acht Kernen sollen um einen "IOX"-Die sitzen. Letzterer stelle die I/O-Funktionalität wie die PCI-Express-4.0-Lanes zur Verfügung, integriere darüber hinaus aber auch die Speicher-Controller. Die Chiplets bezögen ihre Daten von ihm über den Infinity-Fabric-Interconnect. Ein 8-Kern-Chiplet verdoppele den L3-Cache von 16 (Zen 1) auf 32 MiByte. Nicht eindeutig ist, ob es bei zwei CPU -Complexes (CCX) pro Chiplet bleibe.
Ein solches Design böte sowohl Vor- als auch Nachteile. Aus wirtschaftlicher Sicht wären 8-Kern-Chiplets extrem profitabel. AMD nutzt TSMCs neuen 7-nm-Prozess für Rome (und später Ryzen [Threadripper] 3000), der zwar gut laufen soll, aber wie bei jeder neuen Fertigungsgeneration nicht die allerhöchsten Ausbeuteraten ("Yields") erreichen dürfte. Viele kleine Chiplets anstelle von größeren Chips würden mehr vollfunktionstüchtige CPUs zutage fördern und ließen sich leichter nach den erreichbaren Taktraten selektieren. Gleichzeitig könnte AMD den Controller-Die kostengünstig in 14 oder 16 nm produzieren lassen. Außerdem gäbe es weniger Redundanz beim I/O-Teil durch die mehrfache Ausführung in allen Chips. Schwierig wäre wohl der Datenfluss bei einem solchen Design. Angeblich werde Rome von den Betriebssystemen nicht mehr als NUMA-Architektur mit vier Prozessoren, sondern als einzelne CPU erkannt - was einen erheblichen Fortschritt darstellte. Womöglich setzt AMD dafür auf einen Interposer bei Rome.
Gerüchte nicht undenkbar
AMDs CEO Lisa Su selbst gab dem Gerücht im letzten Analysten-Call einen Nährboden. Dort sagte sie, dass die Server-Produkte in 7 nm, darunter Rome, nicht nur vom 7-nm-Prozess leben sollen: "Ich glaube, dass es nicht nur die 7 nm sind. 7 nm sind wichtig, aber wir haben auch einige erhebliche Änderungen an der Architektur vorgenommen". Außerdem forscht AMD schon eine ganze Weile an Chiplet-Designs, unter anderem mit aktiven Interposern. Auf der anderen Seite würde ein Vorgehen mit acht 8-Kern-Dies nicht zu den Starship-Leaks passen, dessen 48 Rechenherzen so nicht realisierbar gewesen wären - die Pläne wiederum könnte AMD komplett verworfen haben.
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Fraglich wäre, was mit dem Desktop geschähe. Der große Vorteil beim Zeppelin-Die von Zen 1 und Zen+ war die Möglichkeit, ihn über das komplette Portfolio hinweg bei den Vier- bis 32-Kernern einsetzen zu können. Behielte AMD das "ein Siliziumchip für alles"-Prinzip bei, müsste der Hersteller auch im Desktop einen Controller-Die anbieten. Der könnte kleiner ausfallen, würde aber vermutlich die beim Spielen wichtige Latenz verschlechtern. Denkbar wäre deshalb auch ein zweiter die für den Desktop mit eigenem Speicher-Controller und I/O-Teil - womöglich auch mit den früher kolportierten 12 Kernen.


Ich hoffe, da zeigen sie mal was.
Damit trägt AMD zwar Ballast mit, dass sich das lohnt haben sie schon gezeigt. Schließlich war bei Threadrippe ganze zwei Dies zusätzlich verbaut ...
Ich könnte es noch expliziter ausdrücken aber ihr weißt was gemeint ist.
Es hat für mich einfach mehr Vorteile in der Praxis.