AMD: Aus Freesync 2 wird Freesync 2 HDR mit strafferen Spezifikationen [Update]
AMD möchte die öffentliche Wahrnehmung von Freesync 2 ändern, um den Fokus stärker auf die HDR-Komponente zu legen. Dementsprechend erfolgt eine Umbenennung in Freesync 2 HDR, wobei der Chiphersteller gleichzeitig die minimalen Anforderungen an die HDR-Eigenschaften von Freesync-2-Monitoren anhebt - sie sollen künftig jenen des VESA-Standards Display HDR 600 entsprechen.
Update vom 27.06.18:
Anscheinend wird es bei den Anforderungen für Freesync 2 HDR doch nicht so einfach wie angenommen. Die Webseite techpowerup.com merkte an, dass es Monitore gibt, die Display HDR 400, aber nicht 600 schaffen und eine Freesync-2-Zertifizierung haben. Im PCGH-Preisvergleich wird da LGs 32GK850F aufgeführt. Laut AMDs Antwort habe sich Freesync 2 bislang zwischen den beiden VESA-Stufen angesiedelt, sodass ein Monitor jetzt einen Sticker für Freesync 2 HDR und für Display HDR 400 tragen könnte - er übersteige dann letzteren Standard, erreiche aber noch nicht den nächst größeren. Inwiefern AMD noch eine Straffung der Anforderungen vornehmen wird, muss sich zeigen. Versierte Nutzer sollten sich vor dem Kauf eines Displays auf jeden Fall das Datenblatt genauer ansehen und Tests lesen, welcher HDR-Werte erreicht werden.
Originalartikel vom 21.06.18:
Im Rahmen der letztjährigen CES hat AMD Anfang 2017 eine Erweiterung des Freesync -Standards angekündigt, die als Freesync 2 parallel zur normalen Zertifizierung laufen sollte. Die Idee dahinter: Der normale Gaming-Markt sollte mit Freesync (1) bedient werden, das High-End-Segment mit Freesync 2. Zu Letzterem gehört maßgeblich eine HDR-Komponente, sodass entsprechend zertifizierte Monitore unter anderem heller leuchten können sollten. Die konkreten Anforderungen hat AMD, genauso wie Nvidia im Falle von G-Sync HDR, nie öffentlich kommuniziert, wurden aber kürzlich von Philips verraten:
Es musste mindestens ein 8-Bit-Panel mit Frame Rate Control (FRC) für die Darstellung von 1,07 Milliarden Farben zum Einsatz kommen, die Beleuchtung musste Peak-Werte von 400 cd/m² schaffen und das Display musste sich auf 0,25 cd/m² abdunkeln können. Bei den Farben sah AMD eine Abdeckung des DCI-P3-Raums von 90 Prozent vor. Über eine API sollte außerdem die übliche Erhöhung des Input-Lags verringert werden, indem Spiele direkt das korrekte Tone-Mapping für den angeschlossenen Monitor liefern (Engine-Unterstützung vorausgesetzt). Zu guter Letzt setzte Freesync 2 die Low Frame Control (LFC) voraus, bei der die maximale Bildwiederholrate mindestens um den Faktor 2,5 über der minimalen liegen musste, damit Frames unterhalb der Grenze mehrfach dargestellt werden können und Freesync trotzdem noch funktioniert (Beispiel: Aus 25 Fps werden durch eine doppelte Darstellung 50 Hertz). Eigentlich reicht der Faktor 2, mit dem Puffer möchte AMD jedoch auf Nummer sicher gehen.
Gewöhnungsbedürftig war von Beginn an die Namensgebung, da eine neue Versionsnummer andeutet, dass die alte abgelöst würde - das ist bei Freesync 2 nicht der Fall. Das Problem möchte AMD künftig zumindest partiell lösen. In einem Live-Stream mit pcper.com hat AMD angekündigt, dass Freesync 2 in Freesync 2 HDR umbenannt wird (ab Minute 17). Damit geht eine Straffung der HDR-Anforderungen einher, die künftig VESAs Display-HDR-600-Standard gleichkommen soll. Das bedeutet, dass eine maximale Helligkeit von 600 cd/m², ein Durchschnitt von 350 cd/m² und ein Minimum von 0,1 cd/m² erreicht werden müssen. Zur 90-prozentigen Abdeckung des DCI-P3-Farbraums kommt das BT.709-Spektrum mit benötigten 99 Prozent hinzu. LFC soll weiterhin fester Bestandteil bleiben.
AMD betont, dass sich am Zertifizierungsprozess nichts ändern soll, die Hersteller ihre Monitore also immer zur Abnahme noch einschicken müssen. Samsungs CHG70- und CHG90-Displays unterstützen bereits Display HDR 600, sollten also ihre Freesync-2-(HDR-)Zertifizierung ohne Probleme behalten können. Als Randnotiz: Nvidias Anforderungen für G-Sync HDR sollen Ultra HD Premium entsprechen und damit das High-End-Segment bedienen. Das heißt im Klartext, dass ein besseres HDR-Bild vorausgesetzt wird, entsprechende Monitore aber auch teuer ausfallen - der Acer Predator X27 und Asus ROG Swift PG27UQ kosten zurzeit weit über 2.000 Euro.

Samsung nennt das nicht von ungefähr fast genau so wie die Konkurrenz ihre selbstleuchtenden Pixel. Ein geschickter Marketingschachzug, um das qualitativ in die Nähe zu rücken - mehr nicht.
LG macht übrigens das genaue Gegenteil. Dort heißt die Hintergrundbeschichtung nicht Quantum Dots, sondern eben Nano-IPS, um anzudeuten, dass es sich um was völlig anderes handelt.
Samsung nennt das nicht von ungefähr fast genau so wie die Konkurrenz ihre selbstleuchtenden Pixel. Ein geschickter Marketingschachzug, um das qualitativ in die Nähe zu rücken - mehr nicht.
LG macht übrigens das genaue Gegenteil. Dort heißt die Hintergrundbeschichtung nicht Quantum Dots, sondern eben Nano-IPS, um anzudeuten, dass es sich um was völlig anderes handelt.
Soweit ich weiß, möchte Samsung kein OLED produzieren. Man hat also entweder selbst leuchtende Pixel(OLED) oder QLED(Backlight mit Nanoschicht)