Freesync 2 mit intelligentem HDR: Engine-Support und neue Displays nötig [Update]
Im Vorfeld der CES 2017 stellt AMD die Display-Technologie Freesync 2 vor. Obwohl der Name es anders suggeriert, handelt es sich nicht um einen Nachfolger von Freesync (1), sondern um eine parallel laufende Lösung. Im Wesentlichen werden die Anforderungen bei der Zertifizierung strenger und AMD nimmt eine HDR-Komponente auf.
Drei Jahre nach der ursprünglichen Vorstellung von Freesync und zwei Jahre nach der Veröffentlichung erster entsprechender Monitore stellt AMD jetzt offiziell Freesync 2 vor. Der Name ist etwas unglücklich gewählt, denn de facto handelt es sich nicht um einen Nachfolger von Freesync (1), sondern um eine Erweiterung. Beide Zertifizierungen werden parallel (weiter-)existieren.
Freesync 2: Die Neuerungen
Mit der zweiten Iteration nimmt AMD eine HDR-Komponente in die Spezifikationen auf, die dem Nutzer den Alltag erleichtern soll. Helligkeit und Farbdarstellung sollen gegenüber den sRGB-Anforderungen für eine Zertifizierung mindestens verdoppelt werden. Gesetzt den Fall, man besitzt ein HDR-fähiges Display und spielt einen Titel mit HDR-Unterstützung, müssen Nutzer laut AMD aktuell mit einem erhöhten Input-Lag leben. Nachdem das Spiel sein eigenes Tone-Mapping durchgeführt hat, wendet das Display noch einmal ein eigenes Tone-Mapping an, um das Bildsignal in die darstellbaren Farben zu übersetzen. Das kostet wenige Millisekunden Zeit und verzögert folglich die Umsetzung eines Eingabebefehls.
Quelle: AMD
AMD stellt Freesync 2 mit intelligenter HDR-Unterstützung vor (15)
Mit Freesync 2 teilt ein unterstützter Monitor dem Treiber nun die genauen HDR-Fähigkeiten mit, welcher diese daraufhin an das Spiel weitergibt. Das spielinterne Tone-Mapping kann somit auf den eingesetzten Monitor abgestimmt werden, sodass das Display-interne, erneute Tone-Mapping entfällt - die Latenz soll spürbar sinken, strenge Limits dürfen nicht überschritten werden. Um die Nutzung zu erleichtern, hat AMD einen "Automatic Mode Switch" eingebaut. Windows wird im normalen SDR-Raum dargestellt, da dort HDR schlichtweg nervt. Startet man ein Spiel mit HDR- und FS2-Unterstützung, wechseln Treiber und Monitor automatisch in den HDR-Modus. Beim "Heraustabben" oder nach dem Beenden geht es automatisch zurück in den SDR-Modus.
Quelle: AMD
AMD stellt Freesync 2 mit intelligenter HDR-Unterstützung vor (16)
Darüber hinaus setzt Freesync 2 die Low Framerate Compensation, kurz LFC, voraus, die bei FS1 nur optional ist. Das heißt, die maximale Bildwiederholrate muss mindestens doppelt so hoch sein wie die minimale, damit eine Frame-Vervielfachung stattfinden kann. Werden weniger Fps gerendert, als der Monitor in Hertz darstellen kann, wird jeder Frame mehrfach dargestellt, um trotzdem noch Tearing vermeiden und den Input-Lag gering halten zu können. Aus 30 Fps werden so etwa 60 Hertz.
Freesync 2: Einen Haken gibt es
Das Ganze kommt allerdings nicht ohne Haken aus: Die zugrunde liegende Spiele-Engine muss Freesync 2 unterstützen, damit sie das Tone-Mapping an den Monitor anpassen kann. Entwickler müssen also zunächst einmal Zeit und damit Geld investieren, um einen Nischenmarkt bedienen zu können. Wie groß der Aufwand ausfällt, hat AMD nicht erläutert. Ebenso konnte man auf dem Tech Summit Anfang Dezember 2016 noch keine konkreten Partner nennen. In der Präsentation werden jedoch die Spiele Battlefield 1, Dragon Age: Inquisition, Deus Ex: Mankind Divided und Doom in Hintergründen verwendet, sodass zumindest die großen Engines Frostbite 3, Dawn und id Tech 6 eine baldige Freesync-2-Unterstützung bekommen könnten. Hinter allen drei Fällen stehen Studios, mit denen AMD bereits zusammenarbeitet.
Freesync 2: Erste Monitore im Laufe des Jahres
Wann genau mit ersten Freesync-2-Monitoren zu rechnen ist, hat AMD noch verschwiegen. In den kommenden Monaten sollten mindestens die größeren Entwicklerstudios, mit denen AMD eine Partnerschaft pflegt, den Support in ihre Engines implementieren. Bei den Displays selbst kommt es ganz darauf an, wann endlich die ersten HDR-fähigen Modelle erscheinen. Freesync (1) bleibt derweil weiter bestehen und dürfte 2017 noch auf dem Großteil der Adaptive-Sync-fähigen Monitoren stehen, welche die Anforderungen an Freesync 2 nicht erfüllen. GPU-seitig kann jede Grafikkarte, die Freesync (1) unterstützt, auch mit Freesync 2 umgehen. Das sind alle Grafikchips ab GCN Gen 2/GCN 1.1.
Update:
In der Pressemitteilung zu Freesync 2 hat AMD angegeben, dass die ersten Freesync-2-zertifizierten Monitore noch für das erste Halbjahr 2017 erwartet werden. Zahlreiche Hersteller sollen bereits kommende Modelle zur Begutachtung an AMD geschickt haben. Samsung wird als Hauptpartner präsentiert.

Bei FreeSync HDR haben die Hersteller deutlich mehr Möglichkeiten.
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Könnte eine gute Alternative zu OLED werden (je nach dem wie es mit dem Schwarzwert aussieht) und damit HDR auch endlich mal auf Desktop Monitoren sinnvoll ermöglichen.
Den musst du selber stricken, sonst machen sie dich anhand der Videoaufnahmen vom kauf ausfindig.
Bin mal gespannt was das Teil kostet. Technisch und vom Design finde ich ihn echt spannend.
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