News zur Xbox One X: Technische Details - acht Jaguar-Kerne treffen auf 2.560 Shader

Microsoft und die Digital Foundry haben Wort gehalten und detaillierte technische Spezifikationen der Xbox Scorpio aka Xbox One X veröffentlicht. Klar ist jetzt, dass im Inneren acht "angepasste" Jaguar-Kerne stecken, die von einer 2.816 Shader starken GPU flankiert wird - aktiv sind allerdings nur 2.560. Ob Vega- oder angepasste Polaris-IP zum Einsatz kommt, steht noch offen.

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News zur Xbox One X: Technische Details - acht Jaguar-Kerne treffen auf 2.560 Shader
Quelle: Microsoft/Digital Foundry

Microsoft hat bereits versprochen, heute zusammen mit Digital Foundry (eurogamer.net) detaillierte technische Spezifikationen der Xbox Scorpio aka Xbox One X zu veröffentlichen, und Wort gehalten. Insgesamt fünf Artikel gingen pünktlich um 15:00 Uhr live - PC Games Hardware hat die wichtigsten Technikdetails herausgefiltert und fasst sie zusammen.

Xbox One X: CPU

Das System on a Chip (SoC) wird von TSMC in 16 nm gefertigt, ist 360 mm² groß und umfasst 7 Milliarden Transistoren. Die Packdichte beläuft sich dementsprechend auf 19,44 Millionen Transistoren pro mm², womit die APU etwas weiter gepackt ist als der Zeppelin-Die für Ryzen (22,54 Mio./mm²) und Polaris 10 (24,57 Mio./mm²). Letztere beiden werden allerdings auch in Globalfoundries' 14LPP gefertigt, der eine höhere Packdichte erlaubt als TSMCs 16-nm-Prozesse. Vermutlich kommt der 16FF- oder 16FF+-Prozess zum Einsatz. Im Inneren stecken weiterhin zwei CPU-Cluster mit je vier Jaguar-Kernen. Diese sollen "customized", also angepasst worden sein, wobei abseits von Latenzverbesserungen und einer höheren Speicherkohärenz zwischen CPU und GPU keine näheren Details genannt werden. Der L2-Cache bleibt mit 2 MiByte pro Cluster, insgesamt 4 MiByte, unverändert, der Kerntakt steigt auf 2,3 GHz. Zen-Kerne wären wünschenswert gewesen, standen wahrscheinlich aber noch nicht für eine Integration in eine APU zur Verfügung.

  Xbox Scorpio Xbox One S Xbox One PS4 Pro
Grafikeinheit        
Architektur AMD GCN Gen 4+, evtl. Gen 5 AMD GCN Gen 2+ AMD GCN Gen 2+ AMD GCN Gen 4+
Shader-/SIMD-/Textureinheiten 2.560/40/160 768/12/48 768/12/48 2.304/36/144
Rasterendstufen (ROPs) 32 16 16 32
maximaler GPU-Takt (Megahertz) 1.172 914 853 911
SP-Rechenleistung (TFLOPs) 6,0 1,4 1,31 4,198
Prozessor        
Architektur AMD Jaguar "customized" AMD Jaguar AMD Jaguar AMD Jaguar
Kernanzahl 2 × 4 2 × 4 2 × 4 2 × 4
maximaler CPU-Takt (Gigahertz) 2,3 1,75 1,75 2,1
Fertigungsprozess 16 nm FinFET TSMC 16 nm FinFET TSMC 28 nm TSMC 16 nm FinFET TSMC
Die-Size 360 mm² 240 mm² 363 mm² ?
Speicher        
Typ 12 GiByte GDDR5 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM 8 GiByte GDDR5
Frequenz (Megahertz) 3.400 1.067 + 914 1.067 + 853 3.400
Interface (parallele Bit) 384 256 + 1.024 256 + 1.024 256
Datentransferrate (GB/s) 326 68,3 + 219 68,3 + 204 218
Festplatte        
Typ HDD HDD (5.400 RPM) HDD (5.400 RPM) HDD (5.400 RPM)
Insgesamte Kapazität 1 TByte 500 GByte 500 GByte 1 TByte
Verfügbare Kapazität unbekannt etwa 400 GByte etwa 400 GByte etwa 900 GByte
Wechsel unbekannt nicht erlaubt, Garantieverlust nicht erlaubt, Garantieverlust erlaubt

Xbox One X: GPU

Auf Seiten der Grafikeinheit setzt Microsoft auf einen "customized" Graphics Core Next (GCN). Eurogamer.net sagt nicht, ob die GPU grundsätzlich auf Polaris (GCN Gen 4) oder doch schon Vega (GCN Gen 5) basiert. Klar ist, dass einige Features dabei sind, die für den Desktop erst mit Vega kommen, darunter die doppelte FP16-Rate und Sparse-Rendering. 2.816 Shader-Einheiten sind in 44 Compute-Units organisiert, die wiederum in vier Shader-Engines aufgeteilt werden. Die GPU in der Xbox One hatte derer nur zwei, sodass sich bei der Scorpio das Front- und Render-Back-End verdoppeln. Der L2-Cache der GPU wird von 512 KiByte auf 2 MiByte vervierfacht. Insgesamt ähnelt der Aufbau Polaris 10, bloß mit zusätzlichen Compute-Units pro Shader-Engine. Erfreulich: Die integrierte Video-Engine beherrscht HEVC zur Wiedergabe von UHD-Material bei 60 Hertz über HDMI 2.0. Ein passendes UHD-Blu-ray-Laufwerk ist mit an Bord.

Ein deutliches Upgrade gibt es beim GPU-Takt, der mit 1.172 MHz für eine Konsole ungewöhnlich hoch ausfällt. Dort laufen die GPUs nämlich erfahrungsgemäß im Sweet-Spot aus Leistungsfähigkeit und Leistungsaufnahme. Theoretisch könnte Microsoft diese Grenze überschritten haben, da das Netzteil mit 245 Watt relativ großzügig ausgelegt ist. Die theoretisch möglichen 300 Watt erreicht eine aktuelle Playstation 4 Pro aber auch bei Weitem nicht. Wahrscheinlich hat AMD das Design auf höhere Taktraten ausgelegt, wie es auch mit Vega geschehen soll.

Interessant ist ein modernerer Command-Prozessor in der GPU. Dieser ist dazu da, die Draw-Calls der CPU zu verarbeiten, soll im Scorpio-SoC jedoch DirectX-12-spezifische Optimierungen erfahren haben, welche die Entwickler per Instruktionen ausnutzen können, um die CPU-Performance zu erhöhen. Im Optimalfall könne die CPU-Last bei gleichen Berechnungen halbiert werden, was in Anbetracht der vergleichsweise schwachbrüstigen Jaguar-Kerne eine willkommene Entwicklung wäre.
Mainboard der Xbox Scorpio Quelle: Microsoft/Digital Foundry Mainboard der Xbox Scorpio

Xbox One X: Vier deaktivierte CUs für besseren Yield

Theoretisch hätte Microsoft sogar Reserven für eine leistungsstärkere "Scorpio+", denn vier Compute-Units werden zugunsten der Ausbeute deaktiviert. Physisch vorhanden sind 2.816 Shader, also 11 Compute-Units pro Shader-Engine. Tritt bei der Belichtung ein Fehler auf, kann der Teil einfach deaktiviert werden und der Chip muss nicht in die Tonne wandern. Ein solches Polster gab es bereits bei der ursprünglichen Playstation 4. In der Praxis dürfte eine leistungsstärkere Scorpio niemals den Markt erreichen. Mit drei unterschiedlichen Hardware-Konfigurationen (die Xbox One inkludiert) würde sich Microsoft bei Entwicklern und Käufern schlichtweg zu unbeliebt machen.

Xbox One X: Speicher

Korrekt waren übrigens die gerenderten Videos und Bilder des SoCs, die 12 Speicherchips zeigten. Tatsächlich hat die APU in der Scorpio aka Xbox One X ein 384 Bit breites Speicher-Interface, an dem 12 8-Gbit-GDDR5-Module hängen. Das ergibt 12 GiByte Arbeits- und Grafik-Speicher, von denen 8 GiByte Spielen zu Verfügung stehen. 4 GiByte reserviert das Betriebssystem für sich. Der Speichertakt beläuft sich indes auf 3.400 MHz, was eine Übertragungsrate von 326 GB/s ergibt - das sind 50 Prozent mehr als beim ESRAM der Xbox One.

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    • Kommentare (164)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von dirttrasher Komplett-PC-Käufer(in)
        Forza 6 ist ja bereits ein DX12 Spiel, deshalb war die Portierung wohl auch recht einfach. Die Engine ist für die gute Performance bekannt, dass MS hier auf Nummer sicher geht war doch klar, würde Sony nicht anders machen.

        Die Hardware wird auf jeden Fall sehr stark, die CPU könnte stärker sein, sollte man meinen, aber durch die DX12 Optimierungen und durch die Anpassungen wird sich die Mehrleistung wohl nicht nur auf den Takt beschränken, der Takt der CPU ist darüberhinaus völlig untypisch für eine Jaguar CPU, ich denke CPU-seitig steht deutlich mehr Leistung zur Verfügung als bei der PS4 Pro. Die PS4 Pro ist schon ganz gut, aber die entscheidende Leistung fehlt ihr, für 4K reicht es leider nicht ganz.

        Sie wird wohl die meisten Spiele in 4K/30 FPS darstellen, selbst bei den PS4 Pro Spielen ist kaum ein Unterschied zu den PC Versionen zu erkennen, man muss schon mit der Lupe suchen, unterm Strich ist der Vorteil von teuren Gaming PC´s mit mehrfacher Leistung doch recht gering, vor Allem wenn man sich den Preis betrachtet.

        Ich vermute der Preis wird nicht über 500€ liegen. Sie bringt 4K Gaming ins Wohnzimmer, und da zocken nun mal viele Leute gerne, sie sitzen nicht vor dem PC im Büro. Und hat denn jeder GTX 1080 Besitzer auch einen 4K Monitor? Es gibt wohl mehr 4K TV Geräte als Monitore, wer sich jetzt einen TV kauft, kauft ein 4K Gerät.

        MS braucht jetzt nur noch gute Titel und viele Entwickler, wenn dann auch noch der Preis stimmt wird die Kiste ein Erfolg!
      • Von dirttrasher Komplett-PC-Käufer(in)
        Forza 6 ist ja bereits ein DX12 Spiel, deshalb war die Portierung wohl auch recht einfach. Die Engine ist für die gute Performance bekannt, dass MS hier auf Nummer sicher geht war doch klar, würde Sony nicht anders machen.

        Die Hardware wird auf jeden Fall sehr stark, die CPU könnte stärker sein, sollte man meinen, aber durch die DX12 Optimierungen und durch die Anpassungen wird sich die Mehrleistung wohl nicht nur auf den Takt beschränken, der Takt der CPU ist darüberhinaus völlig untypisch für eine Jaguar CPU, ich denke CPU-seitig steht deutlich mehr Leistung zur Verfügung als bei der PS4 Pro. Die PS4 Pro ist schon ganz gut, aber die entscheidende Leistung fehlt ihr, für 4K reicht es leider nicht ganz.

        Sie wird wohl die meisten Spiele in 4K/30 FPS darstellen, selbst bei den PS4 Pro Spielen ist kaum ein Unterschied zu den PC Versionen zu erkennen, man muss schon mit der Lupe suchen, unterm Strich ist der Vorteil von teuren Gaming PC´s mit mehrfacher Leistung doch recht gering, vor Allem wenn man sich den Preis betrachtet.

        Ich vermute der Preis wird nicht über 500€ liegen. Sie bringt 4K Gaming ins Wohnzimmer, und da zocken nun mal viele Leute gerne, sie sitzen nicht vor dem PC im Büro. Und hat denn jeder GTX 1080 Besitzer auch einen 4K Monitor? Es gibt wohl mehr 4K TV Geräte als Monitore, wer sich jetzt einen TV kauft, kauft ein 4K Gerät.

        MS braucht jetzt nur noch gute Titel und viele Entwickler, wenn dann auch noch der Preis stimmt wird die Kiste ein Erfolg!
      • Von Cook2211 Trockeneisprofi (m/w)
        Eines wollte ich noch anmerken, bevor mir wieder jemand unterstellt, ich sei ein Playstation Fanboy. Meine Skepsis an der Einfachheit von Anpassungen an die Scorpio und UHD @60 Fps liegt daran:

        DirectX 12: Microsoft zeigt Forza 5 auf Windows-PC mit GTX Titan Black und 60 Fps

        Damals musste auch Forza herhalten, um DX12 zu präsentieren. Und auch damals meldete sich Turn10 zu Wort, laut denen die Adaption von Forza von der XBox auf den PC mit DX12 zu vier Mann nur einen Monat dauerte. Das Ergebnis waren stabile 60 Fps in 1080p.
        Wie wir heute wissen, ist DX12 jedoch alles andere als leicht zu implementieren.
        Und was sehen wir heute?
        Wieder muss Forza als Tech Demo herhalten. Wieder machen Turn10 Aussagen zur Dauer der Umsetzung. Wieder läuft das Game in Auflösung x bei flüssigem 60 Fps.

        Das war Anno 2014 reines Marketing von MS und Turn10. Auch damals war eine gewisse Portion Skepsis angebracht.

        Und heute, ist auch das was MS und Turn10 äußern, bezogen auf die Umsetzung von Games für die Scorpio und das resultierende Ergebnis, in meinen Augen zunächst mal reines Marketing.

        Zudem: Wenn Turn10 etwas zu einer XBox äußern, dann ist das ungefähr so zu bewerten, als würde Naughty Dog etwas über PlayStation Hardware sagen.
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von marluk0205
        Super, das bedeutet dolby vision ready.

        MfG
      • Von Cook2211 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von DaStash
        Nö, es ging in dem DF Artikel ja auch darum, dass die Portierung nur zwei Tage gedauert hat und die Scorpio das out of the Box geschafft hat ohne irgend welche Optimierungen. Für die Portierung und Aufwertung äterer Titel ist das ein sehr gutes Zeichen was man sehr positiv bewerten kann.
        Hm. DieDampfnudel hat da nicht unrecht. Man sollte in diesen Zusammenhängen wirklich nicht zu hohe Erwartungen an die Scorpio stellen. MS betreibt da gerade Marketing hoch 10. Immer wieder wird Forza Motorsport vorgeschoben, ein Game das eher niedrige Ansprüche an die Hardware stellt und welches für die One perfekt optimiert wurde. Ein Fingerzeig, wie gut sich Games auf die Scorpio portieren lassen und wie sie dann laufen (Auflösung/Fps) ist dieses Game eigentlich überhaupt nicht.
      • Von Taonris BIOS-Overclocker(in)
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