WoW Battle for Azeroth: Techniktest mit Benchmarks [Update mit Kernskalierung]

World of Warcraft: Battle for Azeroth ist seit dem 14. August spielbar. Das siebte Addon für Blizzards Dauerbrenner lässt den alten Konflikt zwischen Allianz und Horde neu entflammen und bringt außerdem Technik-Neuheiten. Welche Hardware für WoW 8.0.1 geeignet ist und wie sich die neue DirectX-12-Implementierung schlägt, klärt PC Games Hardware im Techniktest von Battle for Azeroth.

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WoW Battle for Azeroth: Techniktest mit Benchmarks
Quelle: PC Games Hardware

Update: Wir haben auf Seite 2 des Artikels eine Kernskalierung eingefügt.


Der Battle for Azeroth ist offiziell gestartet. Seit dem 14. August können Warcraft-Veteranen und solche, die es werden wollen, erneut in die Schlacht ziehen. Der Maximallevel 120, unerforschte Gebiete sowie neue Features wollen entdeckt werden und auch technisch bietet Blizzard erneut große Änderungen. PC Games Hardware prüft im Benchmark-Test von WoW Battle for Azeroth, welche Grafikkarten und Prozessoren dem MMORPG-Spektakel genügen und welche nicht.

WoW Battle for Azeroth: Technik-Update mit v8.0

Im Kern ist die WoW-Engine stattliche 14 Jahre alt, denn World of Warcraft begann seinen Siegeszug bereits Ende 2004 in den USA. Anfang 2005 gesellten sich die Europäer dazu, natürlich mit derselben technischen Basis rund um einen DirectX-8-Renderer mit Single-Threading, um die damals populäre Hardware nicht zu überfordern. Die Metamorphose, welche WoW und dessen Technik seitdem durchgemacht hat, ist beachtlich. Die Entwickler führten mit jedem großen Update (eine neue Major Version), also beispielsweise von WoW 1.0 auf 2.0, technische Neuheiten ein. Während wenige Features wie die Environmental Audio Extensions (EAX) gingen, kamen zahlreiche neue dazu. Neben Multicore-Support hielten unter anderem 64 Bit Adressraum, DirectX 11, komplexeres Shading inklusive Ambient Occlusion, Postfilter-Kantenglättung sowie Downsampling nach und nach Einzug in die Engine. WoW 8.0, wie der Vorbereitungs-Patch von Battle for Azeroth genannt wird, setzt dem Geschehen die Krone auf: World of Warcraft ist nun DX12-fähig - dazu gleich mehr.

Es ist das Spiel mit den Farben, die Liebe zum Detail sowie die stets passende Musikuntermalung, welche WoW in Perfektion zelebriert.Ebenfalls kontinuierlich verbessert wurden die Darstellungsdistanz und Objektdichte. Neben Battle for Azeroth sehen die Archivbilder aus WoW 1.0 beinahe aus wie karge, einfarbige Flächen mit rasch einsetzender Nebelwand. Bereits damals verstanden es die Künstler von Blizzard, trotz der technischen Mittelklasse wunderschöne Szenen und eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Es war und ist das Spiel mit den Farben, die Liebe zum Detail sowie die stets passende, dynamische Musikuntermalung, welche World of Warcraft in Perfektion zelebriert. WoW als "spielbares Gemälde" zu bezeichnen, ist das schmeichelhafte Fazit - die niedrig auflösende Texturierung, welche oft wie hingepinselt aussieht, sowie die recht einfache Beleuchtung verhindern, dass WoW neben echten Technikperlen wie Assassin's Creed Origins genannt werden kann. Das macht aber nichts - werfen wir einen Blick auf eine frühere Version von WoW und die Pracht, welche wir heute zu Gesicht bekommen (Bildquellen: siehe Galerie):

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WoW Old
WoW Old WoW New

Was die Polygonzahl angeht, liegen Dimensionen zwischen dem Original, das selbst auf einer Voodoo-Grafikkarte des Jahres 2000 spielbar war, und der aktuellen Iteration. Ein großer Schritt dorthin waren die 2014 eingeführten High(er)-Poly-Modelle für Charaktere. Neben Kul Tiras, der neuen Spielwelt, wirkt das jedoch marginal. Selbst Suramar, das in WoW 7.x (Legion) die Spieler mit seiner hohen, verspielten Objektdichte verzückte, wird deutlich in den Schatten gestellt. Die Pracht darf auf Wunsch auch ultrabreit genossen werden und bietet damit nicht nur taktische, sondern auch ästhetische Vorteile:

Setting per Mausklick auswählen
21:9
21:9 16:9 16:10 4:3

Kantenglättung in WoW: Wie gehabt vielseitig

Seit Version 6.1 bietet World of Warcraft zur Bildberuhigung neben Multisample-AA auch die Postfilter FXAA und CMAA an. Da wir hierzu bereits im damaligen Techniktest viele Worte und Bildvergleiche anzubieten hatten, verweisen wir an den entsprechenden Artikel WoW Patch 6.1 im Test: MSAA, Downsampling plus wählbarem Resamplingfilter - "I am a PC game".

WoW Battle for Azeroth: Auf Radeon-GPUs lässt sich weiterhin EQAA als MSAA-Erweiterung auswählen. Quelle: PC Games Hardware WoW Battle for Azeroth: Auf Radeon-GPUs lässt sich weiterhin EQAA als MSAA-Erweiterung auswählen. Ein paar Anhaltspunkte möchten wir Ihnen jedoch mitgeben. Multisampling (MSAA) ist der hochwertigste Anti-Aliasing-Modus in WoW Battle for Azeroth. Es erzielt eine gute Glättung und ist dank effektiver Kompressionsalgorithmen relativ günstig zu haben. Texturen, zu denen auch die Vegetation gehört, werden von MSAA standardmäßig nicht angetastet. Stört Sie deren Flimmern, sollten Sie die Option "Multisample Alphatest" (sogenanntes Alpha to Coverage, oft mit A2C abgekürzt) im erweiterten Grafikmenü einschalten. Anschließend wird die Vegetation mit genauso vielen Samples geglättet wie die Objekte drum herum - solange MSAA aktiv ist.

Die Option "Rekonstruktionsqualität" tritt nur in Kraft, wenn die "Render-Skalierung" nicht auf der Neutralstellung 100 % steht. Niedrigere Werte als 100 führen dazu, dass WoW intern mit einer niedrigeren Auflösung als eingestellt berechnet und anschließend hochgerechnet wird (Upscaling). Das führt zu großen Pixeln und ist nur auf sehr, sehr langsamen Grafikkarten sinnvoll. Werte größer als 100 % resultieren in Supersampling (SSAA). Der standardmäßige, bilineare Rekonstruktionsfilter ist unsere Empfehlung, da er saubere, flimmerarme Bilder erzeugt. Ein Wechsel auf bikubisches Resampling führt zu etwas knackigeren und flimmrigeren Bildern, was vor allem an Feinheiten wie Blättern zu sehen ist.
WoW Battle for Azeroth: Die Schattendarstellung ist tadellos, die Kanten sind weich und flimmerfrei. Quelle: PC Games Hardware WoW Battle for Azeroth: Die Schattendarstellung ist tadellos, die Kanten sind weich und flimmerfrei. Nutzer angestaubter Grafikkarten haben die Wahl zwischen den Postfiltern FXAA und CMAA (Option "PPAA"). Im Gegensatz zu SSAA und MSAA handelt es sich bei ihnen nicht um echtes (Hardware-)Anti-Aliasing, da das Problem - Aliasing - nicht bei der Wurzel gepackt, sondern lediglich auf Basis fertiger Bilder aufgeweicht wird. FXAA führt zu sichtbarer Unschärfe, CMAA nicht. Als Notanker oder Ergänzung zu SSAA/Downsampling, bei dem jedes Pixel/Sample sehr teuer ist, eignen sich die Verfahren gut.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Battle for Azeroth die technisch fortschrittlichste Version von WoW ist. Ein Punkt ist jedoch unausgereift: die vor einigen Wochen implementierte DX12-Unterstützung. Diese tritt an die Stelle des altgedienten DirectX 9 - ältere, bisher geeignete Grafikkarten (wie die Radeon HD 4870 oder Geforce GTX 260) sind damit nicht mehr in der Lage, WoW darzustellen.

Direct X 12 in WoW Azeroth: Neu und noch nicht optimiert

In einem Forenbeitrag äußert sich Blizzard offiziell über Direct X 12 in WoW. Demnach sei die Low-Level-API hinzugefügt worden, "um die Leistung für bestimmte Hardware zu verbessern". Damit dürfte die Kombination aus einem schwächeren Prozessor und einer Radeon-GPU gemeint sein, denn da bringt der DX12-Renderpfad im CPU -Limit laut Nutzermeldungen teilweise Vorteile - in großen Raids könnte das auch auf stärkere CPUs zutreffen. Blizzard gibt zu, dass es hier keine Vorteile gebe, wenn Hardware von Nvidia eingesetzt werde, weil der Chiphersteller seinen DX11-Treiber so gut optimiert habe. Daher erscheint es nur logisch, dass DirectX 11 weiterhin als Standard-API eingestellt wird, wenn das Spiel eine Geforce-Grafikkarte erkennt. Im Falle einer Radeon setzt WoW DX12 standardmäßig ein.

Weiterhin schreiben die Entwickler unmissverständlich, dass es zwischen DX11 und DX12 keine visuellen Unterschiede gebe. Demnach wären die Fps-Unterschiede ausschließlich auf den entfernten Vollbildmodus oder einen Bug zurückzuführen. Zum Schluss schreibt Blizzard: "Für zukünftige Patches sind weitere Optimierungen für DirectX 12 geplant. Ergeben sich hier visuelle Verbesserungen oder höhere Leistung, wird für die entsprechende Hardware ebenfalls DirectX 12 vorgeschlagen."

Wer noch eine Kepler-GPU (Titan "Classic" und Geforce-600/700-Reihe) verwendet, bekommt im erweiterten Grafikmenü gar kein DirectX 12 angeboten. WoW ist nicht das erste Spiel mit dieser deutlichen Absage, denn die alte Nvidia-Architektur unterstützt nur die Funktionsebene 11_0. Das ist nicht weiter schlimm, denn Vorteile durch DX12 sind bei Nvidia-GPUs derzeit nicht zu sehen. Bei AMDs noch etwas älterer GCN-1.0-GPU Tahiti, hier getestet als Radeon R9 280X, ist das anders gelöst, hier lässt sich in WoW DX12 auswählen.
WoW Battle for Azeroth: DX12 gibt es bei Kepler-GPUs (Geforce 600/700 & Titan 'Classic') nicht. Quelle: PC Games Hardware WoW Battle for Azeroth: DX12 gibt es bei Kepler-GPUs (Geforce 600/700 & Titan "Classic") nicht.

Exklusiver Vollbildmodus entfernt

Bereits angerissen, aber weitere Worte wert ist Blizzards Entscheidung, WoW: Battle for Azeroth ohne exklusiven Vollbildmodus auszuliefern. Selbstverständlich läuft World of Warcraft nach wie vor im Vollbild (Darstellung ohne Ränder auf dem ganzen Bildschirm), allerdings handelt es sich dabei um ein randloses Fenster (borderless window). Viele Spieler beschweren sich, weil sich im Fenstermodus die Ressourcenverteilung von Windows ändert, was die Bildrate und somit das Spielgefühl beeinflussen kann.

Laut einem Community-Manager von Blizzard hänge die Entscheidung mit der Einführung von DirectX 12 zusammen: "Mit DX12 gibt es keine Vollbildoption mehr. Der rahmenlose Fenstermodus ist das neue Vollbild. Das ist nichts, was wir zwingend in WoW geändert haben, sondern wie DX12 jetzt funktioniert". Plausibel erscheint uns die Aussage nicht, denn mit DirectX 12 gibt es sehr wohl die Möglichkeit, einen exklusiven Vollbildmodus umzusetzen, wie unter anderem Rise of the Tomb Raider zeigt. Lediglich die Implementierung als Universal-Windows-Platform-App (UWP) sieht das nicht vor - eine solche ist WoW jedoch nicht. In Zukunft könnte es theoretisch also noch einen Patch geben, der die Vollbildoption zurückbringt.

Die meisten Spieler dürften keinen Unterschied bemerken, denn ein voller Bildschirm ist ein voller Bildschirm. Der randlose Fenstermodus hat sogar einen Vorteil: Raustabben aus dem Spiel, beispielsweise um schnell Skype oder den Browser zu checken, ist ohne Verzögerung möglich. Sensible Spieler sind sich jedoch einig, dass WoW 8.0 aufgrund des Borderless-Modus insgesamt ruckliger und weniger responsiv läuft als noch WoW 7.3.5, welches einen echten Vollbildmodus sowohl unter DX11 als auch DX9 anbot. Wen der neue Modus stört, sollte sich im offiziellen WoW-Forum sachlich zu Wort melden und ein Umdenken anregen. Das hat zuletzt funktioniert, als Blizzard das Multisample-AA abschaffte - einige Monate später wurde es re-implementiert.

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  2. Seite 2 WoW Azeroth im Test: Die CPU- und GPU-Benchmarks

Bildergalerie

    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von projectneo Software-Overclocker(in)
        @PCGH Wäre es möglich das Thema mit aktuellen Prozessoren und Grafikkarten nochmals aufzugreifen? Ich habe auch Schwierigkeiten immer min. 60 FPS zu erreichen und bin mir nicht sicher ob eine schneller CPU wie Ryzen 5000 etwas bringen würde.
      • Von projectneo Software-Overclocker(in)
        @PCGH Wäre es möglich das Thema mit aktuellen Prozessoren und Grafikkarten nochmals aufzugreifen? Ich habe auch Schwierigkeiten immer min. 60 FPS zu erreichen und bin mir nicht sicher ob eine schneller CPU wie Ryzen 5000 etwas bringen würde.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        AW: WoW Battle for Azeroth: Techniktest mit CPU- und GPU-Benchmarks: World of Warcraft in Höchstform

        Zitat von Ginmarr
        Wie hoch Taktet den der Getestet 2700x im "Default" Bin am überlegen meinen 1600 gegen einen 2600x oder gleich den 2700x zu tauschen um ein paar mehr FPS in WoW zu erhalten
        Der Takt schwankt um 4 GHz, in der Regel etwas darüber.

        MfG,
        Raff
      • Von Chris-W201-Fan Lötkolbengott/-göttin
        AW: WoW Battle for Azeroth: Techniktest mit CPU- und GPU-Benchmarks: World of Warcraft in Höchstform

        Zitat von RtZk
        2560 * 1440 = 3.686.400
        3.686.400 * 1,5 = 5.529.600

        3840 * 2160 = 8.294.400

        Nö, du landest nicht mal im Ansatz dort.
        Wenn du schon ausklammerst, dann bitte richtig.

        Mathematisch ergibt deine Rechnung nämlich eigentlich:

        3840 x 2160 = 8.294.400
        (1,5 x 2560) x (1,5 x 1440) = 8.294.400
        (2560 x 1440) x 1,5² = 8.294.400
      • Von Ginmarr Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: WoW Battle for Azeroth: Techniktest mit CPU- und GPU-Benchmarks: World of Warcraft in Höchstform

        Wie hoch Taktet den der Getestet 2700x im "Default" Bin am überlegen meinen 1600 gegen einen 2600x oder gleich den 2700x zu tauschen um ein paar mehr FPS in WoW zu erhalten
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        AW: WoW Battle for Azeroth: Techniktest mit CPU- und GPU-Benchmarks: World of Warcraft in Höchstform

        Zitat von RtZk
        2560 * 1440 = 3.686.400
        3.686.400 * 1,5 = 5.529.600

        3840 * 2160 = 8.294.400

        Nö, du landest nicht mal im Ansatz dort.
        Du musst sowohl die vertikale als auch die horizontale Achse um 50% erweitern und was ergibt 2560x1,5 bzw. 1440x1,5? Richtig, 3840 und 2160
      Direkt zum Diskussionsende
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